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Asset Backed Securities: Finanzkrise sorgt für Imageschaden

Asset Backed Securities (ABS) sind eine spezielle Form von Anleihen als verbriefte Forderungen. Das Modell von ausgelagerten Risiken und Chancen für Investoren kam vor rund 40 Jahren in den USA auf – und gewann zunehmend an Attraktivität.

Der Markt mit ABS-Fonds kam in Schwung und Asset Backed Securities bauten ihren Ruf als attraktive Geldanlage und Refinanzierungsform für Unternehmen und Banken auf. Nachdem sie aber als Mitursache für die Finanzkrise ausgemacht wurden, galten sie für Investoren vor als heißes Eisen.

Asset Backed Securities: vor Finanzkrise ein Erfolgsmodell

Die Grundidee von Asset Backed Securities: Unternehmen oder Banken verbriefen ihre Forderungen, lassen sie als Anleihen am Kapitalmarkt anbieten und bekommen so Geld in die Kassen. Die Vorteile: Offene Forderungen verschwinden aus der Bilanz, und gerade Firmen machen sich von Bankkrediten unabhängig.

Die Vorteile der Asset Backed Securities wurden bis 2008 zunehmend von Firmen genutzt, die ihre Chance sahen, sich ohne Banken zu finanzieren.

Für Banken besteht der Vorteil ebenso darin, dass Forderungen und Risiken auf andere Marktteilnehmer übertragen und ausgelagert werden. Mit den Einnahmen aus dem Verkauf können sie sich refinanzieren. Damit stellen Asset Backed Securities ein höchst effektives Risiko- und Bilanzmanagement dar. Investoren sind in der Regel andere Banken, große Versicherungen oder Pensionsfonds.

Bei Asset Backed Securities werden die Zahlungen an die Investoren durch einen Pool an Vermögenswerten, sprich Forderungen, gesichert. Eine der ursprünglichen Arten der Forderungsverbriefung sind Mortgage-Backed Securities, also Bankenanleihen. Hierbei handelt es sich um Forderungen aus Hypotheken- und Immobilienkrediten.

Bis zum Beginn der Finanzkrise schien dieser Handel für die Banken gut zu funktionieren. Ein Prinzip bei der Besicherung: Die Forderungen werden auf möglichst viele verschiedene Schuldner verteilt. Mit dieser Diversifizierung soll das Risiko für den Investor verringert werden. Außerdem werden die Forderungen durch Ratingagenturen auf ihre Bonität hin bewertet.

Asset Backed Securities – Finanzkrise durch trügerische Sicherheiten

Doch diese Sicherheit kann trügen. Dies zeigte der Ausbruch der Subprime-Krise und damit der Beginn der Finanzkrise 2008. Der Grund: Die genannte breite Diversifikation hatte ein hohes Maß an Sicherheit suggeriert. Die aber war tatsächlich nicht gegeben. Versagt hatten dabei auch die Ratingagenturen. Grob gesagt wurden zu viele Papiere über einen Kamm geschert.

Faule Kredite wurden also ausgelagert und an den Finanzmarkt durchgereicht, wo sie nach und nach den Kapitalmarkt infizierten. Dabei hatte sich das Problem schon vorher abgezeichnet, als immer mehr finanzschwache US-Eigenheimbesitzer ihre Kreditraten nicht mehr zahlen konnten.

Als alle verkaufen wollten, brachen die Immobilienpreise ein. Der Wert der hinterlegten Häuser sank immer weiter. Schließlich brach Lehman Brothers als einer der großen Emittenten von Asset Backed Securities zusammen. Danach wurden alle strukturierten Kredite panikartig verkauft.

Asset Backed Securities und die Finanzkrise: Toxische Papiere bei deutsche Banken

Weltweit kam es zu Zahlungsausfällen, auch in Deutschland, wo etliche Banken auf diesen toxischen Papieren festsaßen. Die Risiken der Asset Backed Securities waren schlicht nicht erkannt worden. Es folgten teure Bankenrettungen und die Einführung von Bad-Banks. Bei den Banken wurden ABS-Abteilungen reihenweise geschlossen.

Danach waren Asset Backed Securities für Investoren ein heißes Eisen. Doch mittlerweile sind die Anforderungen an ABS-Anleihen gestiegen. Die Aufsichtsbehörden haben strengere Regeln eingeführt, damit sich die alten Fehler nicht wiederholen. Außerdem werden Asset Backed Securities von allen Beteiligten vorsichtiger behandelt.

Asset Backed Securities: Neue Spielregeln nach der Finanzkrise

In den USA hat sich der Markt für ABS wieder erholt. In Europa und vor allem Deutschland jedoch werden sie nach wie vor gemieden. Die Angst vor Schrottpapieren sitzt noch tief.

Dabei ist das Prinzip von ABS gerade zur bankenunabhängigen Geldbeschaffung für Unternehmen nach wie vor interessant.

Einige Konzerne haben sich auch wieder aus der Deckung gewagt und neue ABS-Anleihen emittieren lassen. Die neuen, schärferen Regelungen und der steigende Investitionsdruck sind Voraussetzungen, mit denen sich der Markt auch hierzulande wieder beleben könnte.

1. Juli 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.