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So berechnen Sie Optionsscheine

Die Frage wie die Berechnung von Optionsscheinen aussieht und wie Banken die Kurse von Optionsscheinen beeinflussen beziehungsweise manipulieren können, stellen sich immer mehr Menschen.

Mehr zum Thema: Optionen sind besser als Optionsscheine: 3 unschlagbare Gründe

Wichtig: Wenn hier von der Berechnung der Optionsscheine gesprochen wird, handelt es sich um Optionsscheine (von Banken emittiert) und nicht um Optionen (frei gehandelt an Terminbörsen).

Berechnung Optionsscheine: Wichtige Einflussfaktoren 1

Die Kursentwicklung des Basiswertes ist ein entscheidender Faktor für die Entwicklung des Preises.

Wichtige Einflussfaktoren 2

Die restliche Laufzeit des Optionsscheines ist wichtig. Kurz gesagt. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Kurs des Basiswertes (z.B. Aktie) den Basiskurs des Optionsscheins bis zum Fälligkeitstags erreicht. 2 extreme Beispiele zur Verdeutlichung:

Beispiel 1:

Kurs des Basiswertes = 50 Euro. Laufzeit des Optionsscheins = 24 Monate. Basiswert des Call Optionsscheins = 55 Euro. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Kurs des Basiswertes in 24 Monaten bis zum Basispreis steigt, ist hoch.

Der Optionsschein hat gute Gewinnaussichten, wenn die Bank . . . dazu mehr, weiter unten.

Beispiel 2: Kurs des Basiswertes = 50 Euro. Laufzeit des Optionsscheins = 3 Monate. Basiswert des Call Optionsscheins = 100 Euro. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Kurs des Basiswertes in 3 Monaten bis zum Basispreis steigt, ist sehr unwahrscheinlich.

Der Optionsschein wird sich auch dann kaum im Kurs bewegen, wenn der Basiswert um 10% oder 20% steigt.

Wichtige Einflussfaktoren 3

Die von den Anlegern für die Zukunft erwartete Volatilität (Schwankungsbreite) wird „implizite Volatilität“ genannt. Diese lässt sich nur schätzen. Je höher diese geschätzt wird, desto teurer sind Optionsscheine.

Umgekehrt gilt, je niedriger die „implizite Volatilität“ geschätzt wird, desto billiger sind Optionsscheine.

Andere Einflussfaktoren

Es gibt weitere Einflussfaktoren für die Berechnung der Optionsscheine, so wie beispielsweise den Zins. Da sie jedoch keinen so großen Einfluss haben, lasse ich sie weg.


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Beispiel für die Berechnung von Optionsscheinen:

Ich zeige Ihnen ein Beispiel, wie gravierend sich eine veränderte „implizite Volatilität“ auf den Optionsscheinpreis auswirkt. Ich wähle einen Call einer Muster-Aktie. (Für einen Put gelten die hier gemachten Angaben entsprechend.)

Berechnung Optionsschein:

Basiswert: Muster-Aktie

Kurs der Aktie: 67,00 Euro

Typ: Call

Laufzeit bis zum Verfallstag: 200 Tage

Basispreis: 72,00 Euro

Bei den folgenden Kursen sind alle obigen Angaben völlig unverändert. Ich verändere nur die „implizite Volatilität“.

Berechnung Optionsschein: Implizite Volatilität = 15% – Kurs des Calls: 1,60 Euro

Berechnung Optionsschein: Implizite Volatilität = 25% – Kurs des Calls: 3,25 Euro

Berechnung Optionsschein: Implizite Volatilität = 50% – Kurs des Calls: 8,20 Euro

Ein Call, gekauft bei einer impliziten Volatilität von 15%, legt um 412,5% zu, wenn die implizite Volatilität von 15% auf 50% steigt. Umgekehrt gilt aber auch, dass ein Optionsschein sich entsprechend im Preis verringert, wenn die implizite Volatilität stark fällt.

Manipulationsmöglichkeiten

Die implizite Volatilität wird geschätzt. Bei Optionsscheinen schätzt diese der Emittent, also die Bank oder das Wertpapierhaus.

Bei dieser Schätzung sind die Emittenten an keine Richtlinien, Vorgaben oder gar Vorschriften gebunden. Das heißt, mittels ihrer Schätzung der impliziten Volatilität können sie die Kurse von Optionsscheinen nahezu beliebig nach oben oder unten treiben.

Beispiel für Manipulation

Die Bank emittiert 100.000 Optionsscheine. Null sind verkauft. Alle sollen von Anlegern gekauft werden. Also schätzt der Emittent (im o.a. Beispiel) die implizite Volatilität auf 50%. Verkaufspreis = 8,20 Euro.

Nach geraumer Zeit sind alle 100.000 Optionsscheine verkauft. Der Basiswert (die Aktie) hat sich nicht bewegt. Der Emittent schätzt die implizite Volatilität auf 15%. Rücknahmepreis 1,60 Euro.

Berechnung der Optionsscheine wird feinjustiert

So plakativ und auffällig, wie gerade aufgezeigt, läuft es natürlich nicht ab. Die Bänker sind ja nicht dumm. Aber sagen wir, die implizite Volatilität wird gerade so geschätzt, dass beim Verkauf die Optionsscheine z.B. 5% teurer sind als bei der Rücknahme.

Das merkt kaum jemand. Und für die Banken ist es ein 100% sicheres Geschäft.

Bei Optionen gibt es keine Manipulation

Bei den bankenunabhängigen Optionen (im Unterschied zu Optionsscheinen) hat die implizite Volatilität vergleichbaren Einfluss auf den Preis der Option.

Nur, diese wird aus Umsätzen an der Terminbörse berechnet und nicht einseitig festgelegt. Damit gibt es keine Manipulationsmöglichkeit.

 

Mehr dazu: Optionen und Optionsscheine: Eine Übersicht

Hinzu kommt ein 2. Faktor: Wäre der Preis einer Option wirklich mal zu hoch, sorgen Stillhalter (die verkaufen Optionen, die sie nicht im Depot haben) sofort für entsprechende Verkaufsumsätze.

Das heißt, eine theoretisch zu teure Option würde durch den freien Markt (Angebot und Nachfrage) sofort wieder auf einen fairen Kurs gebracht.

9. September 2009

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen und Chefredakteur vom "Optionen-Profi" und "Heißmanns Königsklasse". Außerdem ist er Autor des Buchs "Reich mit Optionen". Seine größte Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie auch dem Nicht-Fachmann verständlich und nachvollziehbar werden.