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Bruttosozialprodukt – China dürfte die USA einholen

Das Bruttosozialprodukt wird vielfach als Wohlstandsindikator verstanden, kann dieser Anforderung aber nur bedingt gerecht werden. Als Einkommensindikator einer Volkswirtschaft spielt es jedoch eine große Rolle bei der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung.

Die Betrachtung des Bruttosozialprodukts (BSP) eines Landes über einen langen Zeitraum hinweg ermöglicht Rückschlüsse auf die wirtschaftliche Entwicklung. Bei manchen Ländern lassen sich im Vergleich zur weltweiten Entwicklung erstaunliche Besonderheiten feststellen. So auch bei China, das in den vergangenen Jahrzehnten rasant aufholen konnte und nach dem Platz an der Sonne greift.

Bruttosozialprodukt China – die Entwicklung

Um die Entwicklung von Chinas Bruttosozialprodukt einordnen zu können, bietet sich ein Vergleich mit anderen Staaten an. Die USA führen die Weltrangliste beim BSP seit Jahrzehnten an, so dass diese als Vergleichsgröße hinzugezogen werden können.

1980 lag das Bruttosozialprodukt von China bei rund 245.336 Mio. US-$, was Rang 12 auf der Weltrangliste bedeutete. Diese Summe entsprach nur knapp 9% des BSP, das die USA als Spitzenreiter 1980 vorweisen konnten. 10 Jahre später hatten die USA ihr BSP in etwa verdoppelt, während China es fast auf eine Vervierfachung brachte. Das hieß: Rang 8 und rund 15,8% des BSP der USA.

Diese Entwicklung setzte sich fort: Im Jahr 2000 lag China bereits auf Rang 3 und hatte das BSP in den vergangenen 10 Jahren mehr als verdreifacht. Gemessen an dem BSP der USA lag China nun bei rund 29%. 2010 erwirtschaftete China schon fast 69% des USA-BSP und hatte sich mit deutlichem Vorsprung den 2. Platz auf der Weltrangliste gesichert.

Es ist absehbar, dass diese Entwicklung sich fortsetzen wird. 2012 lag Chinas BSP bei rund 12.240.072 Mio. US-$, was rund 77% des BSP der USA entsprach. Man nähert sich scheinbar unaufhaltsam an.

Chinas Bruttosozialprodukt pro Einwohner

Das Bruttosozialprodukt pro Kopf ist in China in den vergangenen Jahrzehnten ebenfalls stark angewachsen. In diesem Bereich liegt China jedoch nicht im obersten Bereich der Weltrangliste, was vor allem an der Einwohnerzahl liegt: China hat über 1,3 Mrd. Einwohner (Stand 2013). Das Wachstum des BSP pro Kopf ist dennoch beeindruckend.

Während der Wert 1980 noch bei etwa 220 US-$ pro Kopf lag, stieg er bis 1990 auf rund 330 US-$ und bis zum Jahr 2000 bis auf 930 US-$ pro Kopf an. Es folgte bis 2010 eine Steigerung auf rund 4.230 US-$ pro Kopf, womit China sich im Mittelfeld der Weltrangliste festsetzte und sich auf ähnlichem Niveau wiederfand wie beispielsweise Thailand oder Algerien.

2012 wurde ein Wert von 5.680 US-$ pro Einwohner erreicht. Dies ist zwar immer noch weit entfernt von hochindustrialisierten Ländern wie den USA (50.120 US-$ pro Kopf) oder Deutschland (44.010 US-$ pro Kopf), zeigt aber deutlich den Trend.

Wie geht es mit China weiter?

Aus dem Bruttosozialprodukt Chinas lassen sich keine direkten Aussagen über den Wohlstand des Landes ableiten. Die Entwicklung macht aber deutlich, dass Chinas Wirtschaft weiter wächst und beim gesamten Bruttosozialprodukt den Spitzenreiter USA früher oder später überholen dürfte.

Ein Blick in die Zukunft ist schwierig und es bleibt abzuwarten, ob es sich um ein anhaltendes Wirtschaftswunder handelt oder ob es in China zeitnah zu einer Krise kommen wird. Zahlen aus dem Jahr 2013 lassen zwar ein langsamer werdendes Wachstum vermuten, doch es steckt noch viel Potenzial in dem Land.

6. Dezember 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sebastian Grünewald. Über den Autor

Sebastian Grünewald ist freier Autor und Redakteur mit mehrjähriger Erfahrung. Er vermittelt einer breiten Leserschaft ökonomische Zusammenhänge und Themenfelder wie private Vorsorge und Geldanlage mit einfachen Worten.