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Der historische Hintergrund des Monetarismus

Beim Monetarismus handelt es sich sowohl um eine wirtschaftswissenschaftliche Schule als auch um deren wirtschaftspolitisches Konzept. Wie der lateinische Wortursprung „moneta“ = „Münze“ oder „Münzstätte“ bereits verrät, spielt beim Monetarismus Geld eine große Rolle.

Trotz der lateinischen Wortwahl handelt es sich beim Monetarismus allerdings nicht um ein althergekommenes wirtschaftstheoretisches Konzept. Der historische Hintergrund des Monetarismus findet sich im 20. Jahrhundert.

Der Monetarismus als Resultat der Kritik am Keynesianismus

Quasi die „negative Vorlage“ des Monetarismus war der Keynesianismus, der in den 1930er Jahren entstand. Benannt ist der Keynesianismus nach John Maynard Keynes, da er sich auf dessen theoretischer Annahme stützt. Diese besagt, dass, bezogen auf die Volkswirtschaft, die Nachfrage der bestimmende Faktor für Beschäftigung und Produktion ist.

Vereinfacht gesagt geht der Keynesianismus davon aus, dass je mehr konsumiert wird, desto mehr wird produziert und somit auch gearbeitet. Dabei begrüßt der Keynesianismus auch staatliche Steuerungsmaßnahmen, um die Ziele einer hohen Produktion und Beschäftigung zu verfolgen.

In diesem Rahmen geht der Keynesianismus vom Grundsatz „money doesn’t matter“ aus – Geld spielt also keine Rolle.

Dies wird im Monetarismus ganz anders gesehen. Hier gilt dies Devise „money matters“ und Geld spielt die entscheidende Rolle im Gefüge der Volkswirtschaft. Das Geld gilt im Monetarismus als der bedeutendste Faktor für die Steuerung der wirtschaftlichen Entwicklung.

Theoretische Basis und Grundlagen des Monetarismus

Die theoretische Basis für den Monetarismus stellt die Quantitätstheorie von Irving Fisher dar. Diese besagt, dass in den Staaten durch die Zentralbanken eine Geldmengenregelung stattfinden soll.

Dabei soll die Geldmenge so gesteuert werden, dass sie möglichst gleichförmig mit dem Produktionswachstum eines Staates verläuft. Dadurch soll eine stete Wirtschaftsentwicklung gewährleistet und die Auswirkungen von Konjunkturschwankungen verhindert werden.

Ausgehend von dieser Quantitätstheorie entwickelte Milton Friedman in den späten 1940er Jahren den Monetarismus als Gegenentwurf zum Keynesianismus. Zwar wird die Annahme der Fähigkeit des Marktes zur Selbstregulierung durch Angebot und Nachfrage beibehalten.

Allerdings wird ein steuerndes und regulierendes Eingreifen des Staates zur Konjunkturregulierung etwa  in Form von Steuern und Subventionen strikt abgelehnt. Aus Sicht der Monetaristen verstärken solche Maßnahmen die konjunkturellen Schwankungen nur und führen so langfristig nicht zum beständigen Wirtschaftswachstum.

Eine staatliche Geldpolitik in Form von Geldmengensteuerung führt dagegen langfristig gesehen zu einem stetigen Wirtschaftswachstum. Dabei hat sich die Geldmenge an der volkswirtschaftlichen Produktion zu orientieren. Grundsätzlich existiert im Monetarismus die Annahme, dass eine zu starke Erhöhung der Geldmenge zu Inflation, eine zu starke Verringerung dagegen zu Deflation führt.

Wie zuvor der Keynesianismus hat auch der Monetarismus seinen Weg in die reale Politik gefunden. Für den realpolitischen historischen Hintergrund des Monetarismus stellt das Jahr 1974 einen Markstein dar. In diesem Jahr wurde weltweit erstmals in einem Staat eine Geldmengensteuerung durch eine zentrale Notenbank eingeführt. Dieser Staat war die Bundesrepublik Deutschland.

26. Oktober 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sebastian Grünewald. Über den Autor

Sebastian Grünewald ist freier Autor und Redakteur mit mehrjähriger Erfahrung. Er vermittelt einer breiten Leserschaft ökonomische Zusammenhänge und Themenfelder wie private Vorsorge und Geldanlage mit einfachen Worten.