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Der Keynesianismus heute

John Maynard Keynes’ Theorie, der sogenannte Keynesianismus, basiert hauptsächlich auf seinem 1936 veröffentlichten Werk „Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes“.

Allerdings entwickelte sich der Keynesianismus seitdem ständig weiter und gipfelte schließlich in verschiedenen, teilweise sich erheblich voneinander unterscheidenden Strömungen.

Die Grundzüge des Keynesianismus

Im Gegensatz zum schottischen Ökonom Adam Smith sah John Maynard Keynes die Wirtschaft nicht als geschlossenes System an, in dem ein natürliches Gleichgewicht gilt.

Keynes fokussierte dabei die gesamtwirtschaftliche Nachfrage als entscheidende und aussagekräftige Größe. Diese ist laut Keynes eher instabil und müsse durch den Staat in Zeiten einer Rezession stimuliert werden.

So könne schließlich eine stabile Volkswirtschaft ermöglicht werden.

Mehr zum Thema: Keynesianismus: Eine Definition

Insofern spricht sich Keynes auch für eine Defizitfinanzierung (bzw. engl. „deficit spending“) aus.

In diesem Zusammenhang nimmt der Staat in Krisenzeiten ein Verschulden in Kauf, um Investitionen zu tätigen.

Ziel ist es, so die Nachfrage zu erhöhen und schließlich die Wirtschaft anzukurbeln, um die Rezession zu beenden.

Idealerweise wird dieses Defizit allerdings während der nächsten Hochkonjunktur bzw. des nächsten Booms wieder ausgeglichen.

Mehr zum Thema: „Deficit Spending“ – so funktioniert’s 

Keynes’ Theorie diente in Deutschland sogar als Grundlage für die Zielsetzungen innerhalb des Stabilitäts- und Wachstumsgesetz von 1967.

Heute hat sich der Keynesianismus – vor allem aufgrund der kritischen Rezeption – in drei teilweise verschiedene Richtungen entwickelt.

Keynesianismus heute: Verschiedene Strömungen

Im Gegensatz zur Theorie entwickelte sich der Keynesianismus in der Praxis jedoch anders als angenommen: Konjunkturprogramme des Staates wirkten zeitverzögert und damit pro- statt antizyklisch, wodurch die erhoffte Wirkung ausblieb.

Außerdem wurden die aufgenommenen Staatsschulden in Zeiten der Hochkonjunktur nicht getilgt und stiegen somit immer weiter an.

Ebenso stellte das Phänomen der Stagflation den Keynesianismus vor ein scheinbar unlösbares Problem.

Mehr zum Thema: Stagflation: Rezession und Inflation im Zusammenhang

Auf Basis dieser Kritikpunkte versuchte eine Bewegung von Ökonomen um Robert E. Lucas, den keynesianischen und den neoklassischen Ansatz miteinander zu verbinden – so entstand der Neokeynesianismus.

In diesem Zusammenhang wurde zum Beispiel von Robert W. Clower die „duale Entscheidungshypothese“ (als Kombination der jeweiligen wirtschaftspolitischen Konsumhypothesen) entwickelt.

Im Gegensatz dazu plädieren die Postkeynesianer für die Unvereinbarkeit beider Ansätze, wollen also die Neoklassik in den Keynesianismus miteinbeziehen.

Fazit: Keynesianismus heute bzw. die neue keynesianische Makroökonomie befürwortet grundsätzlich den Keynesianismus.

Ähnlich wie der Neokeynesianismus entwickelt der neue Keynesianismus den Keynesianismus an sich jedoch weiter und fokussiert dabei insbesondere die Ursachen von Lohn-, Zins- und Güterpreisstarrheiten.

14. Juni 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.