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Der Zusammenhang von Keynes und der Phillipskurve

Seit Anfang der Finanzkrise 2007 sind die Thesen von John Maynard Keynes (*1883, †1946) über eine nachfrageorientierten Wirtschaftspolitik populär wie nie. Insbesondere in den USA finden sich viele Befürworter seiner ökonomischen Theorien. Für die Belebung der Konjunktur nimmt die USA auch eine lockere Geld- und Fiskalpolitik in Kauf, somit erleben Keynes Thesen hier eine Wiedergeburt.

Auch Privatanleger können von einer Auseinandersetzung mit Keynes Theorien profitieren. Markttypische Verhaltensmuster werden schneller erkannt und eine Anpassung der Handelsstrategie kann vorgenommen werden. Dadurch werden richtige Investitionen eher auch zur richtigen Zeit getätigt.

Keynes und die Phillipskurve

Keynes gilt als einer der bedeutendsten Ökonomen des 20. Jahrhunderts. Der Zusammenhang von hoher Beschäftigung bei entsprechend hoher Güternachfrage beschäftigt Keynes in seinen Kernthesen. Auf Keynes Theorien basiert dann auch die erst nach seinem Tod entwickelte Phillipskurve, die den gegensätzlichen Zusammenhang von Arbeitslosigkeit und Inflation untersucht. Die keynesianische Interpretation der Phillipskurve besagt demnach, dass der Staat durch seine Fiskalpolitik langfristige Beschäftigungseffekte auslösen kann, dabei jedoch auch eine steigende Inflation hinnehmen muss.

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Die keynesianischen Ansicht, dass in wirtschaftlich schwachen Zeiten staatliches Eingreifen unausweichlich scheint, spiegelt sich auch in den krisengeschüttelten Wirtschaftszeiten der letzten Jahre wider.

Keynesianismus kurz erklärt

Eine kurze Erläuterung zum Keynesianismus: Lohn- und Preissenkungen sieht Keynes als den falschen Weg zur Wiederbelebung der Beschäftigung an. Für ihn liegt ein Konjunkturabschwung in der fehlenden Nachfrage von Investitionsgütern, die anhand niedriger Zinssätze angekurbelt werden soll.

Bleibt die Nachfrage dennoch gering, soll der Staat die fehlende private Nachfrage durch eine staatliche Nachfrage ersetzen, somit die Konjunktur beleben und Arbeitsplätze schaffen. Dafür darf auch eine Schuldenpolitik betrieben werden, die eine erhöhte Inflation in Kauf nimmt: hier wird der Zusammenhang von Keynes Theorien und der Phillipskurve offenbar.

Keynesianismus in den USA und Deutschland

Doch während die USA diese nachfrageorientierte Politik immer weiter betreiben und dafür ein immenses Staatsdefizit in Kauf nehmen, stoppte Deutschland die Konjunkturhilfen. Ein ausgeglichener Staatshaushalt und die Abkehr von einer ausschweifenden Geld- und Fiskalpolitik lautet nun in Deutschland die Devise.

Und auch Keynes vertraute großen Konjunkturprogrammen nicht auf Dauer. Ab einem gewissen Punkt würde auch eine weitere staatliche Unterstützung die Konjunktur nicht weiter beleben können, so Keynes. Die konjunkturgestützte amerikanische Wirtschaft kann sich also nicht ewig auf Keynes Thesen berufen.

Aussagen der keynesianischen Phillipskurve

Ein Beispiel aus der Vergangenheit: Obwohl klar war, dass staatliche Konjunkturbelebung nicht ewig andauern kann, kam die wirtschaftliche Stagflation (volkswirtschaftliche Stagnation bei gleichzeitiger hoher Inflation) der 1970er Jahre für die Keynesianer eher überraschend. Die steigende Arbeitslosigkeit führte zu einer hohen Inflationsrate, was von vielen Ökonomen auf die damalige lockere Geld- und Fiskalpolitik zurückgeführt wird.

Demnach können Keynes Thesen bei einer zu ausufernden Geld- und Fiskalpolitik auf längere Sicht nicht angewendet werden. Dieses Problem erkannte Keynes schon zu seinen Lebzeiten: immer weitere Stimulation hilft der Wirtschaft auf Dauer auch nicht. Bei der Berufung auf Keynes und die Phillipskurve sollte auch dieser Aspekt bedacht werden.

Die Entscheidung, ob eine höhere Beschäftigung den Nachteil einer hohen Inflationsrate wieder wettmachen kann, müssen Politiker und Ökonomen zu jeder Zeit wieder treffen. Insbesondere die nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik der USA wird zeigen, wie lange Keynes Thesen wirtschaftspolitisch angewandt werden sollten.

18. Januar 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sonja Hüsken. Über den Autor

Schon vor ihrem Studium der Volkswirtschaftslehre beschäftigte sich Sonja Hüsken intensiv mit dem Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft und der Frage nach der richtigen Vorsorge. Immer im Fokus: Der Mehrwert der Information für den Leser.