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Die Asienkrise und ihre Auswirkungen

Von der Asienkrise in den Jahren 1997 und 1998 waren mehrere ostasiatische Staaten betroffen – vor allem Thailand, Indonesien, die Philippinen, Malaysia und Südkorea.

In erster Linie war es eine Krise der Wirtschafts-, Währungs- und Finanzsysteme der betroffenen Länder.

Was auf nationaler Ebene begann, entwickelte sich schnell zu einem Flächenbrand. Nur wenige Staaten in der Region blieben weitgehend verschont.

Aufgrund der Globalisierung waren die Asienkrise und ihre Auswirkungen rund um den Globus zu spüren.

Der Beginn der Asienkrise

Überwiegend herrscht die Meinung vor, dass die Asienkrise begann, als Thailand im Juli 1997 seine Währung vom US-Dollar abkoppelte.

Es folgte ein Wertverlust des thailändischen Baht gegenüber dem Dollar von 15-20 %.

Etwa zeitgleich verlor auch die Indonesische Rupiah an Wert gegenüber dem Dollar und auch die malaysische Währung musste vom Dollar abgekoppelt werden.

Hinzu kam – ebenfalls im Juli 1997 – die Abstufung mehrerer südkoreanischer Banken von führenden Ratingagenturen.

Das Vertrauen von den überwiegend ausländischen Investoren sank und es wurde massiv Geld aus der Region abgezogen. Möglich wurde dies dadurch, dass viele Kredite nur eine äußerst geringe Laufzeit besaßen.

Während die fünf am stärksten betroffenen Staaten 1996 noch einen privaten Netto-Kapitalzustrom in Höhe von rund 93 Milliarden US-Dollar zu verzeichnen hatten, flossen 1997 in Summe rund 12 Milliarden US-Dollar ab.

Da die von der Krise betroffenen Staaten in hohem Maße von den privaten ausländischen Investoren abhängig waren, hatte der Vertrauensverlust weitreichende Folgen.

Es entstand ein Teufelskreis aus Währungsabwertungen, Zahlungsengpässen in der Wirtschaft und auf staatlicher Ebene sowie weiterem Kapitalabfluss aus der Region.

Mehr dazu: Asienkrise: Ursachen der Krise im Jahr 1997

Die Auswirkungen der Asienkrise auf die Länder der Region

Nachdem die Wirtschaft der asiatischen Länder in den vorangegangenen Jahren starke Wachstumsquoten verzeichnen konnten, stellte sich nun eine völlig neue Situation dar.

Im Jahr 1998 brachen die Wirtschaftsleistungen einiger Länder dramatisch ein. So musste beispielsweise Indonesien einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts in Höhe von 13,7% verschmerzen.

Zeitgleich schossen die Arbeitslosenzahlen in die Höhe. Innerhalb von zwei Jahren verdreifachten sich zum Beispiel die Arbeitslosenquoten in Südkorea und Malaysia.

Auch Japan wurde von der Krise getroffen. Das Land litt ohnehin schon an einer eigenen Krise des Wirtschafts- und Finanzsektors, die sich durch die Asienkrise weiter verschlimmerte.

Einzig China blieb weitgehend verschont. Da Chinas Auslandsverschuldung weit geringer als die der anderen Länder der Region war, konnten Währungsabwertung und Kapitalabfluss dort keinen zu großen Schaden anrichten.

Globale Auswirkungen der Asienkrise

Im Verlauf der Asienkrise gab es erschreckende Prognosen, die von einem Rückgang der gesamten Weltproduktion von rund einem Drittel ausgingen.

Es stellte sich aber schnell heraus, dass die wichtigsten Industrieländer kaum von der Asienkrise betroffen waren. So gelang den USA 1998 beispielsweise eine Fortsetzung des vorherigen Wirtschaftswachstums.

Auch die Länder der Europäischen Union waren wenig betroffen. Als Grund dafür gilt vor allem, dass die Krisenstaaten Asiens nicht zu den bedeutendsten Abnehmern der Exporte aus den USA und der EU gehörten.

Nicht ganz so glimpflich verlief die Asienkrise für andere Schwellenländer wie Russland oder auch Brasilien und weitere südamerikanische Staaten.

Zum einen lag dies an einer recht engen wirtschaftlichen Verflechtung zwischen diesen Ländern. Zum anderen gab es Spekulationsattacken – zum Beispiel auf die brasilianische Währung.

Auch blickten Investoren skeptisch in die Zukunft. Die Investitionen verringerten sich und viel Kapital wurde abgezogen.

Heute hat die Asienkrise wieder eine gewisse Aktualität. Für viele damals betroffene Staaten wurden vom IWF Hilfsprogramme eingeleitet.

So wurde mit verschiedenen Mitteln versucht, die Wirtschaft und Währung der Staaten zu schützen.

Gerade im Hinblick auf die Euro-Krise können die Erfolge und Misserfolge der IWF-Maßnahmen neu bewertet und teilweise auf die heutigen Fragestellungen übertragen werden.

25. Oktober 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sebastian Grünewald. Über den Autor

Sebastian Grünewald ist freier Autor und Redakteur mit mehrjähriger Erfahrung. Er vermittelt einer breiten Leserschaft ökonomische Zusammenhänge und Themenfelder wie private Vorsorge und Geldanlage mit einfachen Worten.