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Die Eurokrise im Jahr 2012: Ursachen und Folgen

Auch im Jahr 2012 ist die Staatsschuldenkrise im Euroraum – kurz Eurokrise genannt – weiterhin präsent wie kaum ein anderes Thema. Die Europäische Union ist fest entschlossen, die Krise in den Griff zu bekommen und setzt zu diesem Zwecke gewaltige finanzielle Hilfen für die angeschlagenen Staaten ein.

Die Eurokrise zeigt die Schwachstellen des gesamten Konstrukts der Währungsunion auf. Ob die Maßnahmen der EU reichen werden, diese Krise weitgehend unbeschadet zu überstehen, wird erst die Zukunft zeigen. Doch schon heute lohnt sich ein Blick auf die Ursachen und die möglichen Folgen der Eurokrise.

Die Ursachen der Eurokrise

Es gibt nicht den einen und einzigen Auslöser für die Eurokrise. Stattdessen führte eine Vielzahl von Entwicklungen zur heutigen Situation. So gelangten die heutigen Krisenstaaten durch den Beitritt in die EU zu günstigen Konditionen an frisches Geld vom Kapitalmarkt. Schließlich galten die EU-Länder als sichere Anlage.

Dadurch konnten zu günstigen Zinsen die Ausgaben erhöht werden. Konsequenzen seitens der EU wegen zu hoher Verschuldung waren nicht zu befürchten, obwohl es anderslautende Regeln gab.

Auch stiegen die Löhne in den betreffenden Ländern wesentlich stärker als die Produktivität. Damit sank die Wettbewerbsfähigkeit, worunter die Exporte und letzten Endes auch die Finanzlage des Staates zu leiden hatten. Eine wichtige Ursache ist auch das Platzen der amerikanischen Immobilienblase im Jahr 2007, die als Mitverursacher der Finanzkrise gilt.

In anderen Ländern, beispielsweise Spanien, platzten ebenfalls Immobilienblasen.

Die Folge war vor allem, dass der Finanzsektor in gewaltige Schieflage geriet und teure Bankenrettungen nötig wurden.

Als 2009 aufgedeckt wurde, dass es um Griechenlands Staatshaushalt wesentlich schlechter bestellt ist, als jahrelang angenommen wurde, sank das Vertrauen in einige ohnehin kriselnde Euroländer. An den nervösen Finanzmärkten stiegen die Zinsen für die Krisenstaaten teils drastisch, was dramatische Folgen für die Finanzlage dieser Länder zur Folge hatte.

Die möglichen Folgen der Eurokrise

Es gibt verschiedene Szenarien, wie es nun weitergehen könnte. Es ist jedoch noch nicht abzusehen, welches eintreten wird. Eine Möglichkeit ist, dass Krisenstaaten – allen voran Griechenland – aus der Eurozone austreten. Die Folgen eines solchen Austritts sind nicht vorhersehbar, da es keine Erfahrungswerte gibt.

Da Griechenlands wirtschaftliche Rolle in der Eurozone eher gering ist, könnte ein Austritt zwar schmerzhaft, aber verkraftbar sein. Es besteht jedoch die Gefahr, dass andere Krisenstaaten, die ein weitaus größeres Gewicht haben, in diesen Sog hineingezogen und ebenfalls zum Austritt gezwungen sein werden.

In einem solchen Fall droht der Zusammenbruch der gesamten Währungsunion.

Es ist aber auch durchaus möglich, dass sich die Krisenstaaten sanieren und die Eurozone die gewohnte Stabilität wiedererlangt. Sollte dieser Fall eintreten, könnte auch Deutschland mit einem blauen Auge aus der schwierigen Situation kommen.

Schließlich hat die Eurokrise für Deutschland nicht nur negative Folgen. Deutschland gilt bei Anlegern als sicherer Hafen und kann sich am Kapitalmarkt frisches Geld für sehr niedrige bis gar keine Zinsen leihen.

Auch kassiert Deutschland Zinsen aus den Hilfskrediten für die Krisenstaaten. Hier besteht zwar das große Risiko des Zahlungsausfalls, aber solange diese Situation nicht eintritt, verdient Deutschland daran.

Dennoch muss es das Ziel sein, die Märkte zu beruhigen, die Staatshaushalte zu sanieren und die Eurozone stabil zu machen. Bis dahin bleibt die Lage angespannt und die Zukunft ungewiss.

14. September 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sebastian Grünewald. Über den Autor

Sebastian Grünewald ist freier Autor und Redakteur mit mehrjähriger Erfahrung. Er vermittelt einer breiten Leserschaft ökonomische Zusammenhänge und Themenfelder wie private Vorsorge und Geldanlage mit einfachen Worten.