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Die Fiskalpolitik nach Keynes

Nicht nur in Deutschland wird die Fiskalpolitik immer noch stark von John Maynard Keynes, einem britischen Ökonom und Politiker des 20. Jahrhunderts, geprägt.

Mehr zum Thema: Keynesianismus – eine Definition

Seine ökonomischen Theorien zur antizyklischen Fiskalpolitik gewinnen insbesondere in Zeiten der Banken- und Finanzkrise wieder an Einfluss.

Nicht nur für Wirtschaftswissenschaftler ist die Wirkungsweise einer keynesianisch orientierten Fiskalpolitik von Bedeutung – die Maßnahmen können auch Einfluss auf das tägliche Leben haben.

Die antizyklische Fiskalpolitik nach Keynes

Wirtschaftliche Krisenzeiten haben nach Keynes ihre Ursache in einer instabilen Marktsituation.

Starke konjunkturelle Schwankungen sollen verhindert werden. Ein Mittel hierzu sieht Keynes in einer antizyklischen Fiskalpolitik. Dabei spielt die gesamtwirtschaftliche Nachfrage eine Hauptrolle.

Laut Keynes soll die gesamtwirtschaftliche Nachfrage immer entgegengesetzt zum Konjunkturverlauf gesteuert werden.

Dies bedeutet eine Erhöhung der Güternachfrage in Krisenzeiten und eine Senkung der Nachfrage in wirtschaftlich besseren Zeiten.

Durch gezielte Subventionen, Steuersenkungen und Investitionen soll der konjunkturelle Abschwung aufgefangen werden, wohingegen in erfolgreichen Wirtschaftszeiten Rücklagen aufgebaut und Schulden getilgt werden sollen.

So schafft der Staat wieder geldpolitische Spielräume für Krisenzeiten.

Deficit Spending

Beim „Deficit Spending“, also der Defizitfinanzierung eines Haushaltes, wird eine Verschuldung in Kauf genommen.

Die staatlichen Rücklagen werden demnach nicht nur aufgebraucht, sondern es kommt zu einer Kreditaufnahme seitens des Staates.

Diese Schulden sollen dann in einer Zeit der Hochkonjunktur durch Haushaltsüberschüsse wieder abgebaut werden.

Dadurch kommt es auch in Zeiten der Rezession zum Beispiel zur Verwirklichung öffentlicher Großprojekte, da vor allem Projekte des Baugewerbes weiterhin vorangetrieben werden.

Mehr zum Thema: Kritik am Keynesianismus – staatliche Intervention unter der Lupe

Dem Deficit Spending wird oftmals die Vorteilnahme einzelner Branchen wie etwa der Baubranche vorgeworfen. Die Maßnahmen entfalten außerdem meist einen eher geringen Effekt.

Zudem kommt es laut Kritikern zum so genannten Verdrängungseffekt (Crowding-out). Private Investoren werden durch staatliche Investoren verdrängt, obwohl sie effektiver wären.

Da die Wirkungsweisen sich teilweise stark verzögern, kommt es auch oft erst in einer späteren Konjunkturphase zur vollen Entfaltung der Maßnahmen, so dass diese dann eventuell sogar prozyklisch wirken.

Fazit: Keynes‘ Thesen verlieren nicht an Aktualität

Trotz zahlreicher kritischer Stimmen kommt insbesondere in wirtschaftlichen Krisenzeiten Keynes‘ Thesen immer wieder große Bedeutung zu.

Wenn Investitionen stagnieren und die gesamtwirtschaftliche Nachfrage sinkt, werden Keynes‘ Theorien so aktuell wie in der Wirtschaftskrise der 1930er Jahre.

Notenbanken reagieren in Krisenzeiten mit einem überhöhten Geldangebot und niedrigen Zinssätzen. So sollen Anreize zu mehr Investitionen geschaffen werden, die wiederum die Produktion und die Beschäftigungsquote steigern.

Allerdings können diese Maßnahmen auch gänzlich verpuffen – etwa wenn das zusätzliche Geld nicht ausgegeben, sondern gespart wird. Der Kaufeffekt auf die Wirtschaft bleibt aus und die Maßnahmen verlieren ihre Wirkung.

Um dem Sparen entgegenzuwirken, soll in diesem Fall der Staat einspringen und die Nachfrage durch Subventionen und Investitionen ankurbeln.

Dieses Grundprinzip der keynesianischen Fiskalpolitik bestimmt auch heute noch vielerorts die Finanzpolitik.

14. August 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sonja Hüsken. Über den Autor

Schon vor ihrem Studium der Volkswirtschaftslehre beschäftigte sich Sonja Hüsken intensiv mit dem Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft und der Frage nach der richtigen Vorsorge. Immer im Fokus: Der Mehrwert der Information für den Leser.