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Die wichtigsten Kennzahlen für Optionsscheine Teil 3: Innerer Wert und Theta

Wer Optionsscheine kauft, sollte unbedingt die wichtigsten Kennzahlen kennen. Dies sind:

  1. Implizite Volatilität
  2. Aufgeld
  3. Hebel
  4. Delta
  5. Innerer Wert und Zeitwert
  6. Theta

In diesem Beitrag beschäftigen wir uns mit der (impliziten) dem Inneren Wert bzw. dem Zeitwert und Theta.

Innerer Wert und Zeitwert

Der Kurs eines Optionsscheins besteht aus 2 Bestandteilen: dem inneren Wert und dem Zeitwert. Der innere Wert zeigt Ihnen an, wie viel Ihr durch den Optionsschein erworbenes Optionsrecht wert ist, wenn Sie es jetzt genau in diesem Augenblick ausüben würden.

Der Zeitwert ist dagegen eine Art „Hoffnungswert“ (aus Ihrer Sicht) oder auch „Risikoprämie“ (aus Sicht der Bank).

Die Banken bieten Ihnen die Optionsscheine nämlich nicht zum aktuellen Wert an, sondern verlangen als Gegenleistung für die Hebel-Wirkung einen Preis-Aufschlag.

Den inneren Wert eines Optionsscheins können Sie aus der Differenz zwischen dem aktuellen Kurs des Basiswerts und dem Basispreis berechnen. Die Formel bei einem Kauf-Optionsschein (Call) lautet:


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Innerer Wert = Kurs Basiswert – Basispreis

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Bezugsverhältnis

Optionsscheine mit einem inneren Wert bezeichnet man als Optionsschein „im Geld“. Notiert der Rohstoffpreis bei einem Call unter dem Basispreis, befindet sich der Optionsschein „aus dem Geld“, weil der Optionsschein es dem Investor nicht erlaubt, den Basiswert „mit Gewinn“ zu kaufen.

Befindet sich der Preis in der Nähe des Basispreises, spricht man von einem Optionsschein „am Geld“.

Diese Begriffe beschreiben das Verhältnis des Optionskurses zum Basispreis. Kaufen Sie bevorzugt Optionsscheine „im“ oder „am Geld“: Diese Optionsscheine sind deutlich sicherer.

Der innere Wert ändert sich, wenn sich der Basispreis ändert. Bei einem Call steigt der innere Wert, wenn der Basiswert steigt. Bei einem Put ist es umgekehrt.

Beispielsrechnung zur Veranschaulichung

Zum besseren Verständnis ein Beispiel: Ein Call und ein Put auf eine Aktie mit Basispreis von 90 € und einem Bezugsverhältnis von 100:1. Falls Sie einen solchen Kauf-Optionsschein auf eine Aktie kaufen, sind Sie bei einem Kurs von mehr als 90 € mit dem „inneren Wert“ im Plus.

Steigt der Preis weiter, gewinnen Sie überdurchschnittlich. Der Kurs der Aktie liegt 10 € über dem Optionsrecht bei 90 €. 10 € Bezugsverhältnis 1:100 (1 Anteil Basiswert für 100 Optionsscheine) = 0,10 € „innerer Wert“ des Optionsscheins.

Das Beispiel zeigt, wie sich der innere Wert verändert. Dabei können Sie die Hebel-Wirkung gut erkennen: Bei einem Kurs von 100 € besitzt der Call einen inneren Wert von 10 Cent. Steigt der Aktienkurs um 10% auf 110 €, verdoppelt sich der innere Wert des Calls.

Damit beträgt der Hebel bei einem Aktienkurs von 100 € genau 10 (wegen der Verzehnfachung des Optionsscheingewinns gegenüber der Preissteigerung).

Die Emissionsbank wird Ihnen den Optionsschein jedoch nicht für 5 € anbieten. Als Gegenleistung für die Vorteile des Optionsscheins (geringer Kapitaleinsatz und Hebel-Wirkung) verlangt sie eine Risikoprämie.

Aus Sicht des Anlegers ist das dagegen eine Art „Hoffnungswert“. Sie sind von der zukünftigen Aufwärtsbewegung des Basiswerts überzeugt und bezahlen einen höheren Preis, um von dieser Bewegung durch den Optionsschein überproportional profitieren zu können. Sie hoffen also, dass der innere Wert des Optionsscheins noch deutlich steigt.

Den Zeitwert eines Kauf-Optionsscheins berechnen Sie jetzt mit der Formel:

Zeitwert = aktueller Kurs Optionsschein – innerer Wert

Die Emissionsbank berechnet diesen Zeitwert nicht willkürlich, sondern berücksichtigt 3 Faktoren:

• Zinsniveau

• Restlaufzeit des Optionsscheins

• erwartete Schwankungsstärke (implizite Volatilität)

Grob vereinfacht lässt sich sagen: Je stärker der Basiswert schwankt, desto höher wird die Risikoprämie (der Zeitwert) ausfallen. Mein Tipp: Verkaufen Sie Ihre Optionsscheine spätestens rund 3 Monate vor Laufzeitende. Der Zeitwert sinkt nämlich nicht linear, sondern speziell in der Schlussphase überproportional stark.

Somit verliert ein Optionsschein in den letzten Monaten auch überproportional an Wert. Die Ausnahme bilden Optionsscheine, die weit im Geld liegen, bei denen also der aktuelle Kus des Basispreises erheblich über dem Basispreis des Optionsscheins liegt. Hier ist der Anteil des Zeitwerts am Optionsscheinpreis nur minimal.

Theta

Wie schon erwähnt: Der Wert eines Optionsscheins besteht aus dem „inneren Wert“ und dem „Zeitwert“. Da die Laufzeit der klassischen Optionsscheine zeitlich begrenzt ist, nimmt der Zeitwert von Tag zu Tag ab.

Es ist aber nicht so, dass der Zeitwert jeden Tag gleichmäßig abnimmt. Es gilt leicht vereinfacht: Je geringer die Restlaufzeit, desto stärker wird der Zeitwertverfall. Die Kennzahl, die diesen Zeitwertverfall misst, heißt „Theta“. Das Theta zeigt Ihnen an, wie viel ein Optionsschein bei ansonsten unveränderten Einflussgrößen im Zeitablauf an Wert verliert.

In den meisten Fällen wird das „Wochen-Theta“ angegeben. Ein Wochen-Theta von 0,15 bedeutet zum Beispiel, dass der Optionsschein bei einem Bezugsverhältnis von 1:1 zum jetzigen Zeitpunkt 0,15 € pro Woche an Wert verliert.

Beim „Tages-Theta“ wird der Zeitwertverlust für einen Tag angezeigt. Die Kennzahl kann jedoch auch in Prozent angegeben werden. In diesem Fall bedeutet ein Theta von 5%, dass der Optionsschein in einer Woche 5% an Zeitwert verliert.

31. Oktober 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.