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Discount-Zertifikat – verdienen trotz Seitwärtsbewegung

In Zeiten niedriger Zinsen suchen Privatanleger immer wieder nach Alternativen zur traditionellen Festgeld- und Termingeldanlage und stoßen dabei auf das Discount-Zertifikat. Doch was ist ein Discount-Zertifikat und worin liegen die Vor- und Nachteile für den Anleger?

Discount-Zertifikat – so funktioniert es

Mit einem Discount-Zertifikat kann der Anleger mit wenig Kapitaleinsatz auf eine Aktie oder einen Index setzen. Der Clou dabei: Der Privatanleger erwirbt nicht die Aktie oder den Index, sondern ein Zertifikat mit einer bestimmten Laufzeit auf den Basiswert. Das Zertifikat verbrieft das Recht, die Aktie bzw. den Index zum aktuellen Kurs zu beziehen. Dabei erhält der Anleger einen Rabatt, den sogenannten Discount.

Dieser Rabatt kann unterschiedlich hoch sein, beträgt in der Regel aber zwischen 20 und 30 Prozent. Allerdings gibt es diesen Rabatt nicht zum Nulltarif. Der Emittent, also der Herausgeber des Zertifikats, sichert sich durch eine Gewinnobergrenze (der sogenannte Cap) ab. Das heißt, wenn der Kurs der Aktie über ein bestimmtes Level steigt, verdient der Inhaber des Discount-Zertifikates nicht mehr mit.

Ein Beispiel: Eine Aktie notiert bei 100 €, das entsprechende Discount-Zertifikat auf die Aktie kostet 80 € und die Gewinnobergrenze (der Cap) liegt bei 110 €. Nun hängt es von der Kursentwicklung ab.

Variante 1: Notiert die Aktie am Laufzeitende des Zertifikates unverändert bei 100 € macht der Anleger einen Gewinn von 20 €, da der Basiswert von 100 € ausbezahlt wird. Damit wirft das Discount-Zertifikat auch bei einer Seitwärtsbewegung eine ansprechende Rendite ab.

Variante 2: Die Aktie steigt am Laufzeitende auf 115 €. Der Anleger erhält den Basiswert (100 €) plus 10 € gutgeschrieben, da er bis zum Cap von 110 € mitverdient. Die restlichen 5 € kassiert der Emittent des Zertifikates.

Variante 3: Die Aktie verliert bis zum Laufzeitende 20% an Wert und notiert bei 80 €. Damit macht der Anleger zwar keinen Gewinn, aber auch keinen Verlust. Damit macht sich der Risikopuffer beim Discount-Zertifikat positiv bemerkbar.

Was bei einem Discount-Zertifikat zu beachten ist

Die wichtigsten Einflussfaktoren bei einem Discount-Zertifikat sind der Basiswert, die Laufzeit, der Rabatt (Discount), die Gewinnobergrenze (Cap) sowie der Emittent. Die Laufzeit kann von wenigen Monaten bis zu 3 Jahre reichen. Es empfehlen sich Discount-Zertifikate mit Laufzeiten von 1 bis 2 Jahren, hierbei ist der Zeitraum überschaubar.

Je höher der Rabatt (der Discount) ist, desto höher sind die Sicherheit und die Renditechance bei einer Seitwärtsbewegung. Bei Discount-Zertifikaten gleicher Ausstattung sollte das Zertifikat mit dem höheren Cap bevorzugt werden.

Beim Emittenten ist darauf zu achten, dass es sich um eine namhafte Bank mit einem tadellosen Ruf handelt. Der Grund: Auch Discount-Zertifikate sind rein rechtlich gesehen Inhaberschuldverschreibungen. Geht der Emittent Pleite, droht dem Anleger ein Totalverlust wie beispielsweise im Fall Lehman Brothers geschehen.

Nachteile für den Anleger

Bei Discount-Zertifikaten müssen Anleger auch einige Nachteilte in Kauf nehmen. Zum einen wird durch den Cap der Gewinn begrenzt. Darüber hinaus verzichtet man auch auf sämtliche Dividenden, diese streicht der Emittent ein. Im Gegensatz zum Aktionär hat der Zertifikate-Besitzer auch kein Stimmrecht.

Fazit: Discount-Zertifikate eignen sich zur Depotbeimischung

Doch insgesamt überwiegen die Vorteile: Discount-Zertifikate bieten für Privatanleger die Chance, auch bei einer Seitwärtsbewegung eine stattliche Rendite zu erzielen. Zudem haben Discount-Zertifikate beispielsweise gegenüber Optionsscheinen den Vorteil, dass diese günstiger sind, wenn die Volatilität (Schwankungsbreite) zunimmt.

Discount-Zertifikate eignen sich insbesondere für solche Anleger, die Geld für einen vergleichsweise kurzen Zeitraum anlegen wollen und dabei neben einer ansehnlichen Rendite einen gewissen Risikoschutz suchen.

4. Februar 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands