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Euro-Zinsswap – wie sich die Banken untereinander vertrauen

Beim Euro-Zinsswap geht es um einen festgelegten Zinssatz, auf den sich Banken in Europa einigen.

Zinsswap bedeutet so viel wie Zinstausch. Die europäischen Banken legen dabei die Zinsraten untereinander fest. Der Euro-Zinsswap gilt jeweils für Geld mit fixen Laufzeiten von über 1 Jahr.

Zinsderivat

Der Euro-Zinsswap ist, so gesehen, ein Zinsderivat, weil 2 Parteien zu einem festgelegten Zeitpunkt in der Zukunft Geldbeträge austauschen. Allerdings haben die beiden Vertragspartner oft unterschiedliche Konditionen.

I. d. R. werden die Verträge so gestaltet, dass ein Partner einen variablen Zinssatz zahlt und die andere Partei einen vorher bestimmen fixen Zinssatz.

Hierbei ist der variable Zinssatz abhängig von der durchschnittlichen Rate, welche die europäischen Banken untereinander haben, dem sogenannten EURIBOR.

EURIBOR

Unter EURIBOR versteht man den Mittelwert der Interbanken-Geschäfte, also der Verträge, die Banken untereinander schließen.

Einfach ausgedrückt: Je mehr sich die Banken gegenseitig vertrauen, desto niedriger ist der Zinssatz (EURIBOR – der Referenzsatz für Kredite und Festgeld).

Für die EURIBOR-Berechnung werden 57 Banken befragt, darunter 47 aus der Eurozone. Am Ende der Umfragen werden die jeweils höchsten und tiefsten 15% der Zinsraten gestrichen. Die übrigen Daten werden genutzt, um den Mittelwert zu bilden.

Der EURIBOR wird letztlich verwendet, um Zinsen für Festgeld oder Kredite zu veranschlagen. Meistens beziehen sich die Banken auf den 1-Jahres-EURIBOR, wenn es um Verträge mit variablem Zinssatz geht.

Zinsswap-Geschäfte

Der Euro-Zinsswap wird „over the counter“ gehandelt. Das bedeutet: Es gibt keine festen Regeln oder Normen, wie ein Vertrag aussehen muss. Er wird individuell, je nach den Wünschen der Partner, verhandelt.

Als einzige Grundlage für die Verträge gibt es am Swap-Markt eine Richtlinie der „International Swaps and Derivatives Association“ (ISDA). Diese Basis für Zinsverträge wird oft als Rahmenvertrag verwendet.

Netting

Beim Euro-Zinsswap tauscht man Zinsen untereinander. Damit dies bei den Geschäften aber keinen ganzen Rattenschwanz an Bürokratie nach sich zieht, wird der Tausch minimiert.

Die Vertragspartner tauschen nicht die gesamten Zinszahlungen untereinander, sondern beschränken sich auf die Zinsdifferenz, die aus dem Handel entsteht – dies nennt man „Netting“.

Euro-Zinsswap: Fazit

Der Euro-Zinsswap zählt zu den währungsreinen Swaps, weil man in derselben Währung tauscht. Es gibt jedoch noch unterschiedliche Bezeichnungen, je nach Art des Swaps (Leitzinssatz: Definition eines Geldinstruments).

Ein „Plain Vanilla“ bezeichnet den oben genannten Austausch von fixen und variablen Zinssätzen. Im Vergleich dazu gibt es den Variabel-Variabel-Tausch, der sich dann auf unterschiedliche Zeitfenster bezieht, wie z. B. ein Swap von 6-Monatszins gegen 12-Monatszins.

Die Euro-Zinsswap-Rate wird täglich um 11 Uhr in Frankfurt von der ISDA ermittelt. Dazu werden 16 europäische Banken befragt.

30. Juli 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.