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Für Steuersünder wird’s 2015 noch enger

Geld im Ausland zu parken galt lange Zeit als Kavaliersdelikt. Das hat sich spätestens seit der Verurteilung von Uli Hoeneß zu einer Freiheitsstrafe radikal geändert.

Der Fußballmanager hatte zwar eine Selbstanzeige beim Finanzamt eingereicht, diese stellte sich jedoch als unvollständig und lückenhaft heraus. Fiskus und Justiz reagierten entsprechend: Hoeneß sitzt seit Juni 2014 in der Justizvollzugsanstalt in Landsberg am Lech.

Schon in den Jahren zuvor hatten die Finanzbehörden mit dem umstrittenen Ankauf der so genannten Steuer-CDs Druck auf bislang unentdeckte Steuersünder ausgeübt. Eine Welle von Selbstanzeigen war die Folge. Viele, die ein Teil ihres Vermögens an der Steuer vorbei im Ausland investiert hatten, legten damit ein Geständnis ab und „erkauften“ sich Straffreiheit.

Veränderte Situation im neuen Jahr

Schon in naher Zukunft werden die deutschen Finanzämter nicht mehr auf Informationen von mehr oder weniger legal erworbenen die Steuer-CDs angewiesen sein. Die EU hat nämlich in einer Erklärung vom März dieses Jahres bestätigt, den Informationsaustausch über alle Kapitalerträge bis Ende 2014 herzustellen.

In Deutschland, Frankreich, Großbritannien Spanien und Italien hat sich dies bereits durchgesetzt. Österreich, Luxemburg und Liechtenstein sind ebenfalls ab 2015 bereit, automatisch Kapitalerträge zu melden. Auch der einstige Gralshüter des Bankgeheimnisses, die Schweiz, möchte 2016 nachziehen. Hierdurch wird die Zeit für eine Selbstanzeige immer knapper.

Was sich 2015 konkret bei der Selbstanzeige ändert

Um einer Geld- oder Freiheitsstrafe wegen Steuerhinterziehung zu entgehen, waren auch bislang schon eine ganze Reihe Voraussetzungen zu beachten. Diese werden ab dem 01.01.2015 weiter verschärft.

So werden die so genannten Sanktionszuschläge deutlich erhöht. Beispielsweise ist bei Beträgen von über 25.000 € in Zukunft ein Zuschlag auf die hinterzogenen Steuern von 10 % erforderlich. Damit können weitergehende Strafen abgewendet werden.

Darüber hinaus werden die Verjährungsfristen für die Kapitalerträge aus Nicht-EU-Staaten ohne Abkommen über einen automatischen Datenausgleich verlängert. Dies bedeutet, dass die Verjährungsfristen erst dann beginnen, sobald der Fiskus Kenntnis von den Kapitalerträgen erlangt hat oder aber 10 Jahre verstrichen sind.

Besonders letztere Verschärfung hat es in sich. Dadurch kann der Ausweg Selbstanzeige vielen Steuerpflichtigen verwehrt bleiben. Oft ist es nämlich nicht möglich, vollständige Nachweise über Erträge für lange zurückliegende Jahre – zumal aus dem Ausland – beibringen zu können. Für einen Teil der Steuerpflichtigen wird auch durch die drastische Erhöhung der Strafauflagen die Selbstanzeige unerschwinglich. Dadurch werden reiche Steuersünder privilegiert.

Die Demontage des Bankgeheimnisses schreitet auf internationaler Ebene 2015 immer weiter fort. Betroffene Steuerpflichtige sollten nicht zögern, bis zum 31. Januar 2014 die möglicherweise erforderlichen Schritte auch noch in den letzten Tagen in Angriff zu nehmen.

5. Dezember 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.