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Hebelwirkung des Fremdkapitals: Der Leverage-Effekt

Die Hebelwirkung des Fremdkapitals ist ein wichtiger Faktor bei Investitionsentscheidungen.

Diese Kennzahl ist auch unter dem Begriff Leverage-Effekt bekannt.

Mehr zum Thema: Leverage-Effekt

Der Leverage-Effekt misst die Änderung der zu erwartenden Eigenkapitalrendite wenn Eigenkapital durch Fremdkapital ersetzt wird.

Ein Unternehmer kann mit Hilfe dieser Berechnung entscheiden ob er für eine Investition Eigenkapital aufwenden soll oder ob eine Fremdfinanzierung rentabler ist.

Einfach ausgedrückt: Die Hebelwirkung des Fremdkapitals ist entscheidend bei der Frage ob ein Unternehmer sein eigenes Geld investieren – oder ob er einen Kredit aufnehmen soll.

Berechnung der Hebelwirkung des Fremdkapitals

Um die Hebelwirkung des Fremdkapitals bei einer Investition zu berechnen werden vier Variablen benötigt.

  • Die Gesamtkapitalrentabilität (auch IRR – Internal Rate of Return): Theoretische mittlere, jährliche Rendite – berechnet mit der Zinsfußmethode

Mehr zum Thema: Zinsfuß: Berechnung der Rentabilität einer Investition

  • Die Eigenkapitalrentabilität (auch return on equity (ROE): Prozentuelle Verzinsung des im Unternehmen eingesetzten Eigenkapitals

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Mehr zum Thema: Eigenkapitalrentabilität: Interpretation

  • Der Verschuldungsgrad : Verhältnis von Fremdkapital und Eigenkapital (Fremdkapital/Eigenkapital)

Mehr zum Thema: Statischer Verschuldungsgrad

  • Der Fremdkapitalzinssatz : Durchschnittlicher Zinssatz für das benötigte Fremdkapital

Um zu berechnen ob die Eigenkapitalrentabilität bei zunehmendem Verschuldungsgrad ansteigt oder sinkt kann folgende Formel verwendet werden:

Formel  

Leverage Effekt berechnen

?
Der Leverage-Effekt ist ein Begriff aus der Finanzwirtschaft. Leverage stammt aus dem Englischen und bedeute soviel wie „Hebel“. Der Leverage-Effekt sagt aus, dass durch den Einsatz von Fremdkapital die Eigenkapitalrendite unter bestimmten Bedingungen erhöht bzw. gehebelt werden kann.
$$\bo\text"Rendite"↙\text"(Eingenkapital)" = \text"Rendite"↙\text"(Gesamtkapital)" + ( \text"Rendite"↙\text" (Gesamtkapital)" - \text"Zins"↙\text" (Fremdkapital)" ) * (\text"Fremdkapital" / \text"Eigenkapital")$$
Ergebnis berechnen

Interpretation der Hebelwirkung des Fremdkapitals

Falls die Gesamtkapitalrentabilität (IRR) den Fremdkapitalzinssatz übersteigt erhöht sich die Eigenkapitalrentabilität – also die Verzinsung für das vom Unternehmen eingesetzt Kapital – mit höherem Verschuldungsgrad.

In diesem Fall ist für den Unternehmer eine Aufnahme von Krediten dem Einsatz von eigenem Kapital vorzuziehen.

Wir sprechen hier von einer positiven Hebelwirkung des Fremdkapitals.

Falls die Gesamtkapitalrentabilität (IRR) kleiner als der Zinssatz für Fremdkapital ist sollte der Unternehmer zusätzlich Eigenkapital zuschießen. Hier erhöhen sich seine Gesamtkosten durch den Einsatz von Fremdkapital.

Wir sprechen hier von einer negativen Hebelwirkung des Fremdkapitals.

Risiken beim Einsatz der Hebelwirkung des Fremdkapitals

Bei dieser Formel werden vollkommen Kapitalmärkte – also ein vollkommener Markt – vorausgesetzt. Dieser ist in der Realität natürlich nicht gegeben.

Mehr zum Thema: Vollkommener Markt

Die Rentabilität eines Unternehmens und auch die Verzinsung von Eigen- und Fremdkapital sind mitunter unvorhersehbaren Schwankungen ausgesetzt.

Unternehmen mit einem hohen Anteil an Fremdkapital – also einem hohen Verschuldungsgrad – sind zudem anfälliger für Krisen und abhängig von Finanzinstituten und Gläubigern.

Insbesondere ein hoher dynamischer Verschuldungsgrad schränkt den unternehmerischen Spielraum und die Flexibilität ein.

Mehr zum Thema: Dynamischer Verschuldungsgrad

Dazu kommt: Schon geringe Änderungen bei den Zinssätzen auf Fremdkapital können – bei hohem Verschuldungsgrad – beträchtliche Änderungen in der Eigenrentabilität mit sich bringen.

Fazit zum Einsatz der Hebelwirkung des Fremdkapitals

Die Berechnung der Hebelwirkung des Fremdkapitals und die daraus ableitbaren Handlungsempfehlungen sind wichtige Instrumente in der betriebswirtschaftlichen Entscheidungsfindung.

Bei Erhöhung der Eigenkapitalrentabilität durch zunehmende Kreditaufnahme sind aber die Risiken die durch einen erhöhten Verschuldungsgrad nicht außer Acht zu lassen.

Investoren sind gut beraten bei der Interpretation der Kennzahlen zur Eigenkapitalrentabilität auch den dynamischen und den statischen Verschuldungsgrad in die Analyse miteinzubeziehen.

23. Juli 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Michael Frei
Von: Michael Frei. Über den Autor

Der Autor beschäftigt sich seit 8 Jahren intensiv mit den Kapitalmärkten. Michael Frei ist studierter Ökonom und im Finanzsektor tätig. Mit seinem Wissen hilft er den Lesern von GeVestor wirtschaftliche Zusammenhänge besser zu verstehen.