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Heizungswahl – 4 gängige Modelle im Vergleich

Der Winter hat gerade noch einmal angezogen und bringt uns mit kalten Temperaturen ins Frösteln. Ein guter Anlass, um über genau das nachzudenken, was unsere vier Wände warm und kuschelig hält: Die Heizung.

Denn die Haus- und Wohnungsbesitzer sollten sich über die richtige Heizungsanlage Gedanken machen. Der sogenannte „Niedrigst-Energiegebäude-Standard“ gilt ab 2021.

Dabei spielt die Wahl der Heizung natürlich eine überaus große Rolle. Beim Hausbau sollte man sich also über die verschiedenen Heizungssysteme genaue Gedanken machen.

Wichtige Kriterien, die jeder kennen sollte

Eine Heizung sollten Bauherren nicht einfach nur nach dem Bauchgefühl auswählen. Es gibt zahlreiche Kriterien, die beachtet werden müssen: Den Platzbedarf, die örtlichen Voraussetzungen, die Anschaffungs- sowie die späteren laufenden kosten, die Wartungskosten, die Umweltbilanz und die Förderfähigkeit sowie die Energieeffizienz.

Puh. Und nicht nur die Checkpunkte sind zahlreich, auch die Auswahl an Heizungssystemen ist groß. Hier ein Überblick:

1.   Gasheizungen – am weitesten verbreitet und effizient

Die häufigste Wärmequelle in Deutschland ist die Gasheizung, bei der die Verbrennung von Gas die direkte Wärme erzeugt. Schächte oder Leitungen verteilen sie im Haus. Moderne Gas-Brennwert-Systeme ziehen über einen zusätzlichen Wärmetauscher auch aus den dabei entstehenden Abgasen Wärme, die zusätzlich genutzt werden kann.

Der große Vorteil ist, dass Gasheizungen nicht so viel Platz wegnehmen und sie keine besonderen Kriterien erfüllen müssen. Außerdem sind sie sehr effizient, gut regulierbar und bei den modernen Systemen handelt es sich um eine gute und ausgereifte Technik.


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Wenn der Gasanschluss nicht gesondert installiert werden muss, bewegen sich die Anschaffungskosten im Rahmen. Außerdem können Gasheizungen mit Solaranlagen oder Wärmepumpen kombiniert werden. So sichern sich Hausbesitzer die Förderung von der KfW. Außerdem spart man sich den Bau eines teuren Schornsteins – eine Abgasleitung aus Kunststoff, Keramik oder Edelstahl außen reicht aus.

Doch was man beim Gas nicht vergessen sollte: Man ist abhängig vom Ausland. Kriege und Unruhen können hier einen Einfluss auf den Preis und die Liefermöglichkeiten haben.

2.   Die Holzheizung – besonders umweltfreundlich

In Deutschland kennt man die Holzheizung vor allem als Holzpelletheizung. Über die Pellets – kleine gepresste Holzstäbchen – wird Wärme erzeugt. Die Holzheizung bietet Hausbesitzern eine Unabhängigkeit vom Öl- und Gasmarkt. Sie ist besonders umweltfreundlich und wird deshalb auch über die KfW und die Bafa gefördert. Denn die Pelletheizung ist nahezu CO2-neutral. Zumindest solange gewährleistet wird, dass die Lieferung der Pellets nicht zu lange Wege erfordert.

Beim Verbrennungsvorgang wird nur so viel CO2 freigesetzt, wie auch bei seiner natürlichen Verrottung entstehen würde. Die entstehende Asche wird im Hausmüll entsorgt oder kann als kostenloser Gartendünger verwendet werden. Außerdem kann die Holzheizung gut mit anderen regenerativen Energiequellen kombiniert werden, zum Beispiel mit einer Solaranlage.

Der Haken: Hausbesitzer könnten von den vergleichsweise hohen Anschaffungskosten und dem großen Platzbedarf abgeschreckt sein. Die Anschaffungskosten sind im Vergleich fast doppelt so hoch wie für eine Gas- oder Ölheizung.

3.   Die Fernwärme – die effizienteste Form der Energieversorgung

Vor allem in Ballungsgebieten werden die vier Wände mittels Fernwärme warm und kuschelig geheizt. Sie kommt direkt aus einem Kraftwerk oder einer Sammelstelle und wird über Wasserrohrleitungen in die Haushalte transportiert. Über die sogenannten Vorlaufleitungen wird das heiße Wasser über Verteiler Stationen in die Haushalte weitergeleitet. Die Kraft-Wärme-Kopplung macht dabei 84% der Energie aus. Diese Doppelnutzung macht das System sehr effizient. Über die Rücklaufleitung läuft das abgekühlte Wasser dann wieder zurück.

Der Vorteil für Bauherren liegt vor allem in dieser Effizienz, denn die Wärme ist vergleichsweise günstig. Außerdem nimmt der notwendige Wärmemengenmesser nur wenig Platz ein. Außerdem spart man sich die Wartung oder einen Schornsteinfeger.

Das alles passiert beim Anbieter und die Kosten dafür sind im Grundpreis inbegriffen. Die Vorfinanzierung entfällt und Fernwärme ist lokal förderbar. Besonders bei Biomassekraftwerken glänzt die Fernwärme mit einer guten CO2-Bilanz.

Allerdings sollte die Wahl gut überlegt sein. Denn wenn man sich einmal für einen Anbieter entschieden hat, ist ein Wechsel nicht mehr so schnell möglich. Auch andere Heizungssysteme können mit der Fernwärme nicht kombiniert werden.

4.   Solarthermie – nur als Kombination möglich

Wenn man nicht das Glück hat eine überaus große Immobilie zu besitzen und pro Person im Haushalt zweieinhalb Quadratmeter der Dachfläche für die Kollektoren einzuplanen, gilt: Die Solarthermie ist eine gute Ergänzung, aber nicht die alleinige Lösung.

Bei der Solarthermie wird Sonnenenergie in Wärme umgewandelt. In der Regel können in einem durchschnittlichen Einfamilienhaus 50 bis 65 % des Jahresbedarfs an Warmwasser über die Solarthermie abgedeckt werden. Dazu sind etwa 1 bis 1,5 m² Kollektorfläche pro Person auf dem Dach notwendig. Wer hier Wert auf kleinere Kollektoren legt, muss in der Regel dabei tiefer in die Tasche greifen.

Besonders attraktiv wird die Solarthermie durch ihre grenzenlose Verfügbarkeit. Die Sonnenenergie ist kostenlos, klimaneutral und kohlendioxidfrei. Man ist also absolut unabhängig von den Preisschwankungen auf dem Rohstoffmarkt. Die Solarthermie ist mittlerweile eine lang erprobte Technologie, mit der gute Fördermöglichkeiten der KfW und der Bafa genutzt werden können. Wenn die Qualität und die Wartung stimmen, kann man von einer langen Lebensdauer der Module ausgehen.

Doch natürlich zahlt man für Umweltbewusstsein und die Unabhängigkeit vom Rohstoffmarkt einen hohen Preis. Die Investitionskosten sind hoch und auch der Platz wird auf dem Dach und im Haus (für den Speicher) beeinträchtigt. Außerdem ist die Sonne zwar kostenlos, dafür aber unbeständig. Lange Schlechtwetterphasen können Effizienz reduzieren. Zwar kann dieses Problem mit einem großen Speicher umgangen werden. Dafür muss man aber noch mehr Platzverbrauch in Kauf nehmen.

Vor- und Nachteile abwägen

Jetzt haben Sie vier verschiedene gängige Systeme mit ihren Vor- und Nachteilen kennengelernt und können nach eigenen Bedürfnissen, finanziellen Mitteln und Schwerpunkten wählen, welche Heizung am besten zu Ihnen passt.

26. Februar 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Yannick Esters
Von: Yannick Esters. Über den Autor

Yannick Esters schreibt für den GeVestor-Newsletter "Immobilien-Telegramm" und ist Fachmann für die Immobilien-Branche.