MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Inflation: Verbraucherpreisindex als Berechnungsgrundlage

Der Verbraucherpreisindex (VPI) für Deutschland ist der bekannteste Messwert für die Inflation in der Bundesrepublik.

Der Verbraucherpreisindex (VPI) spiegelt die Preisentwicklung eines repräsentativen Warenkorbs bestehend aus Waren und Dienstleistungen wider, die für den täglichen Bedarf für eine typische Durchschnittsfamilie (2,3 Personen) wichtig sind.

Inflation: Der Verbraucherpreisindex und seine Bedeutung

Aufgrund seiner Bedeutung für die Inflationsermittlung dient der VPI auch als Richtwert für wirtschafts- und finanzpolitische Maßnahmen von Regierungen und Notenbanken.

In Deutschland wird die Inflationsrate vom Statischen Bundesamt (Destatis) ermittelt. Die Berechnung stützt sich dabei auf einen repräsentativen Warenkorb, der laufend aktualisiert wird, um die realen Lebensgewohnheiten zu berücksichtigen.

Die Auswahl der Produkte und Preise kommt durch Stichproben zustande.

Der VPI misst damit die Inflation auf der Einzelhandelsebene, also direkt beim Verbraucher, während der Erzeugerpreisindex (EPI) die Inflation im Großhandel, also bei den Herstellern misst.

Inflation – wie erfolgt die Berechnung?

Die Inflation beim Verbraucherpreisindex wird mit Hilfe des repräsentativen Warenkorbs bestehend aus 750 Waren und Dienstleistungen berechnet.

Um die Inflation zu errechnen, wird festgestellt, inwieweit der VPI in einem bestimmten Zeitraum gegenüber dem Basisjahr gestiegen ist.

Ergibt sich ein Rückgang bei den Preisen, wird nicht von einer Inflation sondern von einer Deflation gesprochen.

Mehr zum Thema: Inflation oder Deflation – was ist gefährlicher?

Die Berechnung der Inflation beim Verbraucherpreisindex erfolgt dabei monatlich sowie im Bezug auf das Gesamtjahr.

Die Preise der Waren und Dienstleistungen werden mit denen aus dem Vorjahr verglichen, wodurch sich die Inflationsrate durch folgende Formel ermitteln lässt:

(VPI Berichtsjahr – VPI Basisjahr) : VPI Basisjahr

Will man also zum Beispiel die Inflation von 2010 bis April 2013 berechnen, ergibt sich folgende Rechnung: (105,1 – 100) / 100 = 5,1%

Der Hintergrund: Seit Januar 2013 wird das Jahr 2010 als Basisjahr verwendet (100,0). Im April 2013 lag der VPI für Deutschland bei 105,1.

Inflation – wo liegen die Ursachen?

Die Inflation hängt von verschiedenen Faktoren ab, die damit auch den VPI beeinflussen. Zu unterscheiden sind dabei Nachfrage- und Angebotsfaktoren.

Von einer Nachfrage getriebenen Inflation wird dann ausgegangen, wenn eine gesamtwirtschaftliche Nachfrage nach bestimmten Gütern das Angebot über längere Zeit übersteigt.

Durch die hohe Nachfrage können Unternehmen die Preise für das Produkt oder für die Dienstleistung erhöhen.

Bei einer Angebotsinflation führen Kostensteigerungen bei der Produktion (Lohn- und Energie- sowie Rohstoffkosten) oft dazu, dass Unternehmen gezwungen sind, ihre Preise für das Produkt oder die Dienstleistung erhöhen, um weiter kostendeckend arbeiten zu können.

Diese höheren Kosten werden dann an den Endverbraucher weitergereicht. Ist dies nicht möglich, reagieren Unternehmen in der Regel mit Rationalisierungsmaßnahmen und bauen Stellen ab.

Mehr zum Thema: Gründe für Inflation und Deflation: Eine Übersicht

Inflation beim Verbraucherpreisindex und seine Konsequenzen

Die Inflation beim Verbraucherpreisindex beeinflusst nicht nur den Stand der Beschäftigung, sondern hat auch maßgeblichen Einfluss auf das wirtschaftliche Wachstum eines Landes.

Von einer leichten Inflation wird gesprochen, wenn sich die Inflationsrate zwischen 1 und 5% bewegt. Von einer schweren Inflation spricht man dann, wenn die Inflationsrate mehr als 5% beträgt.

In diesem Fall kommt es zu Reallohnverlusten, wobei auch Inhaber von Geldvermögen mit einer Geldentwertung rechnen müssen.

7. Juni 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands