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Liberalismus: Das Individuum im Fokus

In Liberalismus lautet das entscheidende Wort „libre“ und stammt vom lateinischen „liber“, was „frei“ bedeutet. Auch im Französischen, Spanischen und Italienischen hat „libre“ diese Bedeutung. „Liberalis“ steht für „freiheitlich“ oder „die Freiheit betreffend“.

Der Liberalismus ist eine Grundposition der politischen Philosophie und eine Definition von Liberalismus daher auch wirtschaftlich gesehen interessant.

Insbesondere für Ökonomen ist es wichtig, die Auswirkungen dieses Begriffs im Zusammenhang mit der freien Marktwirtschaft zu kennen. Doch auch für alle anderen, die am Finanzmarkt interessiert sind, vermittelt eine Definition von Liberalismus nützliches Hintergrundwissen.

Liberalismus: Eine Definition

Der Liberalismus ist eine Staats- und Gesellschaftsauffassung beziehungsweise eine Weltanschauung, die für eine gänzlich freie Entfaltung des Individuums steht und jegliche Art von Bevormundung, sei es durch den Staat, die Politik, die Wirtschaft oder durch soziale Zwänge, strikt ablehnt.

Der Liberalismus steht für geistige, politische, soziale und wirtschaftliche Freiheit für jeden Menschen und betont die Selbstverantwortung des Individuums. Alle Kernpfeiler des Liberalismus gehen auf die Aufklärung im 18. Jahrhundert zurück. Die vier wichtigsten Prinzipien des Liberalismus sind folgende:

  1. Recht auf Selbstbestimmung auf der Basis von Einsicht und Vernunft
  2. Beschränkung der politischen Macht
  3. Freiheit gegenüber dem Staat
  4. Selbstregulierung der Wirtschaft auf Basis des persönlichen Eigentums

Adam Smith – Begründer des Liberalismus

Im klassischen ökonomischen Liberalismus wird davon ausgegangen, dass ein freier Markt das beste Steuerungselement der Wirtschaft ist. Der Begründer dieser Theorie war der schottische Ökonom Adam Smith, der mit seinem Buch „Der Wohlstand der Nationen“ sehr bekannt wurde. Adam Smith lebte von 1723 bis 1790. Er war ein Moralphilosoph und Aufklärer.

Adam Smith lehnt die staatliche Regulation ab und bevorzugt eine freie Marktwirtschaft. Dazu gehören verschiedene Aspekte wie die freie Preisbildung oder die Gewerbefreiheit. Insbesondere der Begriff des freien Wettbewerbs wurde von Smith geprägt und ist einer der Pfeiler des wirtschaftlichen Liberalismus.

Für Ökonomen, Politiker, Gesellschaftstheoretiker und generell interessierte Menschen bietet der Liberalismus noch jede Menge weitere spannende Ansätze.

Liberalismus in der Ökonomie

War der Liberalismus zunächst eine politische Bewegung gegen den Absolutismus, so wurde er bald auch zum Gestaltungsprinzip der Wirtschaftsordnung. Dies bedeutet, dass Liberalismus eine freie Marktwirtschaft einschließlich des freien Handels erfordert.

Die Vertreter dieser Bewegung begründen dies damit, dass politische Freiheit in ihren Augen nur dann umgesetzt werden kann, wenn auch die wirtschaftlichen Bedingungen und die Möglichkeiten der wirtschaftlichen Betätigung liberal gestaltet sind.

Der wirtschaftliche Liberalismus sieht das Privateigentum, den freien Handel und den freien Wettbewerb als grundsätzliche Voraussetzung zur Schaffung von gesellschaftlichem Wohlstand. Dies führte in der Mitte und zum Ende des 19. Jahrhunderts auch zu wirtschaftlichem Aufschwung und der Entwicklung eines kapitalistischen Wirtschaftssystems.

Allerdings profitierte nur ein kleiner Teil der Bevölkerung davon. Der andere, größere Teil verarmte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wies der Liberalismus dem Staat die Aufgabe zu, die nötigen Rahmenbedingungen für einen freien Wettbewerb zu schaffen. Durch Regulierungen der wirtschaftlichen Prozesse sollte dieser dafür sorgen, dass Wettbewerb möglich war.

Mit dieser Änderung wandte der Liberalismus sich von seinem Ansatz der gänzlichen Selbstregulierung ab. Dank dieses Wissens werden die Zusammenhänge zwischen Politik, Wirtschaft und der Gesellschaftsauffassung des Liberalismus nun deutlich.

Liberalismus in Deutschland

Der Liberalismus in Deutschland wird in seinen Grundzügen von der 1948 gegründeten FDP vertreten. Die FDP ist die Partei, die am stärksten wirtschaftsliberale Ideen vertritt. Sie greift klassische Grundideen auf und setzt sie auf verschiedenen Ebenen um.

Hierzu gehören zum Beispiel Vereinfachungen des Steuerrechts, eine Verbesserung des Investitionsklimas durch Privatisierungen, Deregulierung und Bürokratieabbau. Gesetze wie die Speicherung von Telefon-Daten lehnt die FDP zum Beispiel ab, da sie dies als eine Einschränkung der Grundrechte ansieht.

Diese Form der Gesellschaft, in der so wenig wie möglich durch den Staat geregelt wird und der Staat nur eine regulierende Position einnimmt, ist die Basis des Liberalismus.

9. September 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.