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Lithium und Elektroautos – ist die Preishysterie gerechtfertigt?

Lithium gilt als der neue Boom-Rohstoff und wird inzwischen schon als das „neue Öl“ bezeichnet. Nicht nur in Batterien für Elektroautos, sondern auch in Batteriespeichern für Solaranlagen kommt der Rohstoff zum Einsatz.

Entsprechend stark sind die Lithium-Preise in den letzten Jahren gestiegen. Wurden für eine Tonne reines und weißes Lithiumhydroxid vor zwei Jahren nur knapp 7.000 US-Dollar bezahlt, wird eine Tonne des „weißen Golds“ heute bereits bei rund 20.000 US-Dollar gehandelt – Tendenz eher steigend.

Der Grund für den massiven Preisanstieg beim Lithium ist nicht nur der erwartete Nachfrageschub durch die Elektromobilität – der aktuelle Bedarf soll von derzeit 35 Gigawattstunden auf 122 Gigawattstunden im Jahr 2020 klettern – sondern auch die Marktstruktur. Denn aktuell dominieren vier Produzenten rund 85 % des gesamten Lithium-Marktes, so das Analystenhaus Macquarie.

Lithiumvorräte – wie viel Lithium gibt es auf der Welt?

Neben der Produktionsseite ist natürlich auch die Frage zu klären, wie viel Lithium gibt es überhaupt auf der Welt. Hier gehen die Schätzungen weit auseinander. Eine ausführliche Studie von Minerals (PDF) geht davon aus, dass sich die weltweiten Lithium-Vorräte auf 20 bis 55 Mio. Tonnen summieren.

Genau lassen sich die Lithiumvorräte nicht abschätzen, da immer wieder neue Vorkommen entdeckt werden. Die größten Lithiumvorkommen schlummern jedoch nicht an Land, sondern im Meerwasser. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen summieren sich allein die Lithiumvorräte in unseren Ozeanen auf ca. 240 Milliarden Tonnen (Gehalt von 0,18mg Lithium pro Liter Meerwasser).


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Wie viel Lithium wird pro Elektroauto benötigt?

Ein Lithium-Ionen-Akku im Elektroauto benötigt nur eine sehr geringe Menge an Lithium. Der typische Akku in einem Tesla Model S wiegt zum Beispiel etwa 600 Kilogramm, davon entfallen etwa 10 Kilogramm Gewicht auf das Lithium – damit hat Lithium nur einen Anteil von 1,67 % am Gesamtgewicht des Tesla-Akkus. Unter dem Strich werden nur 150 Gramm Lithium pro Kilowattstunde Batteriespeicherkapazität benötigt.

Studien gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2030 mindestens die Hälfte der Fahrzeugflotte auf der Welt aus Elektroautos bestehen wird. Derzeit summiert sich der weltweite Fahrzeugbestand auf über 1,2 Milliarden Autos (Quelle: Statista), wobei der Fahrzeugbestand jährlich um etwa 50 Mio. Fahrzeuge steigt – damit werden in wenigen Jahrzehnten 2 bis 3 Milliarden Fahrzeuge auf den Straßen unterwegs sein, für die entsprechende Lithium-Akkus benötigt werden.

Lithium: Nachfrage und Marktentwicklung durch Elektroautos

Allein Tesla Motors will bis zum Jahr 2020 jährlich 500.000 Elektroautos bauen, wofür allein etwa 24.000 Tonnen Lithiumhydroxid benötigt werden. Zum Vergleich: im Vorjahr summierte sich die gesamte Lithium-Produktion auf etwa 50.000 Tonnen.

Bis zum Jahr 2025 dürfte die weltweite Lithium-Nachfrage auf jährlich 500.000 Tonnen steigen, der Großteil der Nachfrage dürfte dabei auf Elektroautos entfallen. Daher erwarten die Analysten aus dem Hause Macquarie kurz- bzw. mittelfristig eine angespannte Situation auf dem Lithium-Markt.

Fazit: Lithium-Knappheit keine Gefahr für Elektroautos

Trotz der scheinbar angespannten Situation auf dem Lithium-Markt dürfte der Siegeszug von Elektroautos nicht gefährdet sein. Der Grund: Zum einen geht Lithium nicht verloren und kann recycelt werden, zum anderen dürfte mit dem technischen  Fortschritt auch der Lithium-Bedarf in den Akkus weiter sinken.

Neue Fördermethoden dürften ferner auch die Förderung von Lithium vereinfachen und verbilligen. Daher gehen Analysten wie Colin McKerracher (Bloomberg New Energy Finance) davon aus, dass die Kosten für Lithium-Ionen-Batterien in den nächsten Jahren weiter stark sinken werden.

Bereits seit 2010 sind die Kosten für Lithium-Ionen-Batterien um 65 % auf 350 US-$ pro Kilowattstunde gesunken (Stand: 2015). Im Jahr 2030 werden die Kosten dank einer besseren Chemie und Energieausbeute deutlich unter 120 US-$ pro Kilowattstunde liegen, ist sich der Analyst sicher.

Anleger sollten sich daher von den vielen Medienberichten und dem Hype rund um den Rohstoff Lithium nicht blenden oder beunruhigen lassen. Vielmehr werden die Kosten für Lithium-Ionen-Akkus auch in den nächsten Jahren deutlich sinken und damit der Elektromobilität den Boden bereiten.

Die Preishysterie rund um Lithium wird im Jahr 2018 nach Meinung der Londoner Beratungsfirma Benchmark Mineral Intelligence seinen Höhepunkt erreichen, bevor der Lithium-Preis infolge der höheren Produktion wieder in sich zusammenfällt.

17. Oktober 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands