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Niedrige Zinsen, gute Börsenaussichten: Optimal für Wandelanleihen

Eine Wandelanleihe bietet Ihnen einen festen Zinssatz sowie zum Laufzeitende das Umtauschrecht in eine Aktie.
Für Ihren Anlageerfolg mit Wandelanleihen sind somit 5 Kriterien maßgeblich:
  • Der Zinssatz der Wandelanleihe
  • Das Kurspotenzial und die Umtauschkonditionen für die Aktie
  • Der Kurs der Wandelanleihe (100% beträgt der Rückzahlungskurs)
  • Die Zinsen, die Sie alternativ an den Finanzmärkten sicher erzielen können
  • Die Aussichten an den Aktienbörsen
Wenn Sie die Inflation von gut 1% berücksichtigen, parkt Ihr Geld in solchen Anlageformen, ohne zu „arbeiten“. Angesichts der kurz- und langfristigen Gewinnchancen bei anderen Anlageformen können Sie mit dieser Rendite nicht einverstanden sein.
Die Konsequenz: Wandelanleihen bieten Ihnen vergleichbar geringe Zinsen, beteiligen Sie gleichzeitig aber am Potenzial der Aktienbörsen. Zudem können Sie mit etwas Risikofreude selbst noch von Kursgewinnen profitieren, die einige Wandelanleihen erwarten lassen.
Um Ihnen die relevanten Aspekte der Welt der Wandelanleihen nahezubringen, möchte ich auf die Südzucker- und Continental-Aktie aus dem Jahr 2004 zurückgreifen; ich habe mich deshalb für einen historischen Rückblick entschieden, da ich an dieser Stelle rein exemplarisch die zahlreichen finanztechnischen Horizonte der Wandelanleihen auszuloten und keine Tipps zu geben beabsichtige.
Wie Sie sehen werden, müssen im Fall der Wandelanleihen auch immer wieder Berechnungen angestellt werden, Sie werden aber auch erkennen, dass diese durchaus nicht kompliziert sind.
Im geschichtlichen Rückblick sollte vielleicht noch erwähnt werden, dass die Continental-Aktie in den ersten Monaten des Jahres 2004 recht gut gelaufen war, die Südzucker-Aktie hatte dagegen ihr Potenzial noch nicht vollständig ausgenutzt
.

So bewerten Sie mit nur 3 Kriterien das Potenzial von Wandelanleihen

Für die Beurteilung der Wandelanleihen sind die folgenden Kriterien wichtig:
  • Der Zinssatz der Wandelanleihe
  • Das Kurspotenzial und die Umtauschkonditionen für die Aktie
  • Der Kurs der Wandelanleihe (100% beträgt der Rückzahlungskurs)

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Die Konditionen der Südzucker-Anleihe im Februar 2004 (WKN A0AABH):

  • Zinssatz: 3,00%,
  • Laufzeit: 8.12.2008
  • Kurs der Anleihe: 101,25 Euro
  • Umtauschkonditionen: Zum Laufzeitende erhielten Sie die Möglichkeit, Ihre Wandelanleihen (Stückelung 1.000 Euro) in Aktien der Südzucker AG zu wandeln. Der Wandlungspreis lag damals bei 20,53 Euro, der Aktienkurs betrug zu jener Zeit 15,50 Euro.

Die Konditionen der Continental-Anleihe im Februar 2004 (WKN 352650):

  • Zinssatz: 2,00%,
  • Laufzeit: 25.10.2004,
  • Kurs der Anleihe: 124,50 Euro
  • Umtauschkonditionen: Zum Laufzeitende – damals sehr früh in 7 Monaten – erhielt man die Möglichkeit, die Wandelanleihe (Stückelung 1.000 Euro) in Aktien der Continental AG zu wandeln. Der Wandlungspreis lag bei 25,75 Euro, die Auszahlung betrug aber auf 1.066,76 Euro (statt 1.000 Euro). Der damalige Aktienkurs lag bei 31,75 Euro.

So berechnen Sie die Rendite der Anleihen: Südzucker

Die nun folgenden Formeln werden auf den einen oder anderen Leser womöglich erschreckend wirken.
Lassen Sie sich aber bitte nicht von ihnen beängstigen; wenn sie sich die einzelnen Faktoren innerhalb der Berechnungen genau anschauen, werden Sie schnell merken, dass der Anleihenhandel kein Zauberwerk und auch keine höhere Mathematik ist.
Im ersten Schritt empfiehlt Ihnen der „Geldanlage-Berater“, die Anleihe wie eine normale Unternehmensanleihe zu behandeln. Rechnen Sie auf einfache Weise die Rendite der Anleihe aus.

Die Praktikerformel für die Berechnung einer Anleiherendite:

Diese Praktikerformel ermöglicht es Ihnen, die Rendite jeder Anleihe mit einer für praktische Zwecke guten Genauigkeit zu kalkulieren.
Im zweiten Schritt kalkulieren Sie dann die Aktienchancen der Wandelanleihe.
Kalkulationsbeispiel: Die Südzucker-Wandelanleihe
Die Rendite der Südzucker-Anleihe betrug somit nach der Praktikerformel (siehe oben):
Die Rendite betrug tatsächlich 2,72%. Die Praktikerformel für die Renditeberechnung von Anleihen arbeitet somit für Ihre praktische Kalkulation genau. 2,7% Rendite bedeuten, dass Sie bei Rückzahlung der Anleihe 2,7% pro Jahr verdient hätten – wenn die Anleihe zu 100% zurückgezahlt worden wäre.
Diese Rendite war Ihre Absicherung gegen eine Fehlspekulation bezüglich des Aktienkurses. Wenn der Aktienkurs nicht die Höhe von 20,53 Euro erreicht hätte, hätten Sie nicht in die Aktie der Südzucker AG umwandeln sollen.
Den Wandlungspreis der Aktie (im Beispielfall bei 20,53 Euro) errechnen Sie aus den Rückzahlungskonditionen. Die Südzucker AG zahlte mit einer Stückelung von 1.000 Euro. Sie bot Ihnen dafür 48,71 Aktien.
Im Vergleich zum damaligen aktuellen Aktienkurs von 15,50 Euro war der Wandlungspreis um 5,03 Euro = 32,45% höher.
So viel musste der Aktienkurs zulegen, um Ihnen neben der Rendite als herkömmliche Anleihe zusätzlich den Umtausch in die Aktie und somit weitere Renditechancen zu ermöglichen. Diese Zunahme wird als Wandlungsprämie bezeichnet.

So errechnen Sie die Wandlungsprämie einer Wandelanleihe

Die Wandlungsprämie der Südzucker-Wandelanleihe betrug 32,45%.
32,45% entsprechen einer jährlichen Rendite von 6,4%:
Um diese 6,44% musste die Aktie am Laufzeitende jährlich steigen, damit sich zusätzlich für Sie die Wandlung in die Aktie der Südzucker AG gelohnt hätte.

Fazit: Die Südzucker-Anleihe bot Ihnen folgende Rahmendaten:

  • 2,7% jährliche Rendite bei 100%iger Rückzahlung,
  • zusätzliche Chance auf Aktienkurssteigerungen, falls die Aktie jährlich um mindestens 6,44% gestiegen wäre.
Deshalb war die Wandelanleihe der Südzucker AG für Sie eine gute Investition, falls Sie nicht auf einen dauerhaften großen Kurssprung der Aktie gesetzt hatten, sondern an eine durchschnittlich gute Entwicklung des Kurses glaubten.
Erst ab Jahresrenditen der Aktie in doppelter Höhe (12,88%) hätte sich das Risiko, auf die sicheren Zinsen der Wandelanleihe zu verzichten, gelohnt.

Kalkulationsbeispiel: Die Continental-Wandelanleihe

Bei der Continental-Wandelanleihe lag der Fall hingegen ganz anders. Durch die kurze Restlaufzeit fiel der Zins kaum ins Gewicht. Hier musste der Aktienkurs also eine Rolle spielen.
Achtung: Bei der Continental-Anleihe funktioniert die Praktiker-Formel nicht Wegen der kurzen Restlaufzeit stünde am Ende der Praktikerformel ein absurder Wert.
Mit dieser Anleihe hätten Sie innerhalb von nur 7 Monaten bereits 24,33% an Kurs verloren und nur 7/12 der 2,0% Jahreszinsen gewonnen. Die Jahresrendite war mit etwa 40% negativ (wenn Sie die 24,33% Kursverlust auf 12 Monate beziehen).
Das Geschäft lohnte sich für Sie nur, wenn Sie im zweiten Schritt einen hohen Aktiengewinn erwirtschaften konnten.
Der notwendige Wandlungskurs lag bei 25,75 Euro, wobei die Aktie damals bei 31,75 Euro notierte.
Im Vergleich zum damaligen Aktienkurs von 31,75 Euro war der Wandlungspreis um 6,00 Euro niedriger. Käme es zur Wandlung, bekämen Sie Aktien zum Preis von 25,75 Euro, die 31,75 Euro und damit 23,30% mehr wert wären. Bliebe der Aktienkurs wie er war, entspräche dies einer Jahresrendite von 39,94%:

Die Jahresrendite des Aktiengewinns der Continental-Wandelanleihe:

Wenn Sie die Wandelanleihe damals gekauft hätten, hätten Sie in 7 Monaten 23,3% durch den Mehrwert der Aktie verdient und etwa 24,3% durch den Kursverlust der Wandelanleihe verloren.

Fazit: Die Continental-Wandelanleihe bot Ihnen folgende Rahmendaten:

  • 24,3% negative Rendite bei 100%iger Rückzahlung,
  • gleichzeitig 23,3% Rendite beim damaligen Aktienkurs durch den Wandlungspreis
Die Wandelanleihe der Continental AG war für Sie auf dem damaligen Kursniveau der Anleihe keine gute Investition mehr. Wäre der Kurs der Aktie gestiegen, wäre die Wandelanleihe wieder attraktiver geworden.
Diesen Zugewinn hätten Sie jedoch  bereits mit einer Investition in die Einzelaktie selbst erwirtschaften können. Die 2,0% Zins der Anleihe wurden durch den hohen Anleihenkurs verschluckt.

Wandelanleihen: Auch steuerfreie Gewinne möglich

Wichtig für die Beurteilung von Wandelanleihen ist für Sie, wie Gewinne steuerlich angerechnet werden. Wie bei „normalen“ Anleihen von Unternehmen oder Staaten müssen Sie die Zinserträge versteuern.
Diese Steuer belastet Sie nur dann, wenn Sie bei Ihrer Bank keinen Freistellungsauftrag erteilt haben oder dieser bereits ausgeschöpft ist. Unternehmensanleihen müssen Ihnen Zinszahlungen von 5% oder mehr bieten, um gegenüber sichereren Anlagen attraktiv zu sein. Diese Zinsen werden dann versteuert.
Durch die Wandlungsoption fallen die Zinsen von Wandelanleihen geringer aus, belasten dafür aber Ihren Freibetrag nicht so stark und werden in der Absolutsumme nicht so hoch besteuert (die effektiven Zinszahlungen sind niedriger).
Das Risiko, das Sie durch die Wandlungsoption eingehen, ist die Nichtausnutzung des Wandelrechts, falls der Aktienkurs nicht wie erwartet gestiegen ist. Sollte es dagegen zur Wandlung kommen, erwirtschaften Sie – zunächst – eine positive Nettorendite.

Wandlungsgewinne sind steuerfrei.

Fazit: Wandelanleihen sind steuerlich attraktiver als Unternehmensanleihen, weil sie das Potenzial auf steuerfreie Gewinne bieten.

10. August 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.