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Orderscheck: Indossieren und Bezugsrecht weiterreichen

Ein Scheck gibt dem Beseitzer das Recht, dieses gegen Geld einzulösen – das Bezugsrecht. Die Übertragung dieses Bezugsrechts erfolgt bei Orderschecks durch das sogenannte Indossieren.

Orderschecks indossieren – so gehts

Deutsche Orderschecks erkennt man am rechten vertikalen roten Seitenstreifen mit der Aufschrift „Orderscheck“. Das Indossieren geht so: Der Scheckaussteller (auch Indossant genannt) schreibt auf den Orderscheck, für wen er gedacht ist, und unterschreibt den Scheck.

Somit kann der Scheck nur von dieser Person eingelöst werden. Der Bezugsberechtigte (Indossatar) legt den Orderscheck dann bei der Bank vor. Er weist sich aus und unterschreibt auf der Rückseite.

Auf diese Art ist klar erkennbar, wer den Scheck ausgestellt und wer ihn rechtmäßig eingelöst hat. Mit diesem Indossament unterscheidet sich ein Orderscheck vom sonst üblichen Inhaberscheck. Einen Inhaberscheck kann jeder einlösen, der ihn in der Hand hat und damit eben Inhaber ist.

Orderscheck: Mehr Sicherheit durch Indossieren

Mit dem Indossieren eines Orderschecks hingegen wird das Bezugsrecht nachvollziehbar übertragen. Und weil dies die Sicherheit erhöht, dass kein Unbefugter den Scheck einlöst, eignen sich Orderschecks gerade für den Postversand.

Denn das Grundanliegen eines Orderschecks ist: Es ist ein Dokument, mit dem der Aussteller der Bank, flapsig gesagt, mitteilt: „Liebe Bank, mit diesem Papier gebe ich Herrn Meier das Recht, 100 € von meinem Konto zu bekommen. Wenn er sich ausweist und unterschreibt, wissen wir, dass alles seine Ordnung hat.“


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Dieser Grundgedanke entspricht auch dem Scheckgesetz, weswegen jeder Scheck theoretisch ein Orderscheck ist. Dass dem in der Praxis nicht so ist, liegt an der Legitimation. Die Bank muss nämlich das Indossament prüfen, ob also der Vorlegende berechtigt ist, den Orderscheck einzulösen.

Weil dies für die Bank mit mehr Aufwand verbunden ist, werden lieber Inhaberschecks ausgegeben – ohne Indossement: vorlegen, einlösen, fertig.

Orderschecks erlauben mehrfaches Indossieren

Hinzu kommt, dass sich beim Indossieren das Weiterreichen des Bezugsrechts nicht auf eine Person beschränken muss. Der oben genannte Herr Meier könnte den Orderscheck beispielsweise an Frau Müller weiterreichen, die das Geld für ihn kassiert.

In dem Fall unterschreibt er den auf ihn ausgestellten Scheck („an Order Herrn Meier“) auf der Rückseite. Dort macht er einen Zusatzvermerk „an Order Frau Müller“. Damit kann diese den Scheck vorlegen, unterschreiben und einlösen.

Bei jeder Weitergabe wird der nächste Berechtigte vermerkt. Der Orderscheck wird jeweils auf der Rückseite indossiert. Die Bank muss die Legitimität des Einreichers und die Lückenlosigkeit der Indossamentenkette prüfen.

Anhand der Indossamentenkette lässt sich erkennen, wer wann und an wen den Scheck weitergereicht hat. Denn jeder, der unterschreibt, übernimmt die Haftung für den Fall, dass der Scheck platzt.

Orderschecks: Bank prüft Indossament

Die Überprüfbarkeit funktioniert aber nur richtig, wenn alle Namen mit Unterschrift angegeben sind. Das nennt sich Voll-Indossament. Eine Art Kurzform ist das Blanko-Indossament. Hier heißt es nur: „Order an“ plus jeweilige Unterschrift.

Jeder, der weiterreicht, unterschreibt einfach. Weil beim Blanko-Indossament der Name des Empfängers fehlt, wird der Orderscheck zum Inhaberscheck. Denn eine Unterschrift ist kaum zu entziffern. Und an wen der Scheck durchgereicht wurde, ist auch nicht zu sehen.

Insofern macht ein Orderscheck schon aus Sicherheitsgründen nur Sinn, wenn beim Indossieren die Namen vermerkt werden –  per Voll-Indossament. Übrigens: Es gibt auch eine Variante, bei der man verhindern kann, dass jemand weiter indossiert. Bei einem sogenannten Rektaindossament wird dies durch die Kennzeichnung „nicht an Order“ untersagt. Das ist aber eine Ausnahmeerscheinung.

Zusammengefasst: Indossieren heißt, das Bezugsrecht übertragen, am besten durch Namensangaben. Beim Weiterreichen des Rechts kommen Namen und Unterschriften auf die Rückseite des Orderschecks.

Dies erklärt auch den Begriff des Indossierens. Er ist lateinischen bzw. italienischen Urspungs und bedeutet so viel wie: Auf den Rücken geben. Dorsum bzw. dorso ist der Rücken. Im Englischen heißt Indossament endorsement.

17. Mai 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.