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Preisbildung auf dem vollkommenen Markt: So funktioniert’s

Um von einem vollkommenen Markt sprechen zu können, müssen einige Bedingungen erfüllt werden. Hierzu gehören die Merkmale: Homogenität, Transparenz, Rationalität, unendlich schnelle Reaktion und freier Marktzutritt.

Auch wenn er ein Gedankenkonstrukt ist, welches in der Realwirtschaft höchstens ansatzweise eintritt, gibt das Prinzip von Preisbildung im vollkommenen Markt.

Preisbildung auf dem vollkommenen Markt: Das Streben nach vollständiger Konkurrenz

Auf einem vollkommenen Markt besteht der Theorie gemäß vollständige Konkurrenz, auch als Polypol bezeichnet.

Dieser Begriff steht für einen Zustand in dem viele Anbieter (ebenso-)vielen Nachfragern gegenüberstehen. Somit verfügt keiner der Anbieter über ausreichend Marktanteile, um einen Preis eigenmächtig bestimmen zu können, anders als etwa bei einem Monopol.

Das bedeutet, dass der Marktpreis die absolute Obergrenze der Preisbildung darstellt. Würde ein Anbieter im vollkommenen Markt diese Grenze bei seiner Preisbildung ignorieren- den Absatzpreis also oberhalb des Marktpreises ansetzen – würde er umgehend alle Kunden verlieren.

Denn: Die Konkurrenz ist groß und auf einem vollkommenen Markt bestehen – gemäß des Rationalitätsprinzips – keinerlei persönliche Vorlieben, die das Kaufverhalten der Nachfrager bestimmen. Allein der Preis entscheidet darüber, welches Produkt gekauft wird.

Preisinformationen sind für alle Nachfrager aufgrund der maximalen Markttransparenz verfügbar und die Marktteilnehmer reagieren unendlich schnell. Genau gegensätzlich verhielte es sich, wenn ein Anbieter den Preis unterhalb des Marktpreises ansetzen würde. In diesem Fall würde er umgehend alle Kunden für sich gewinnen.

Angebotsoligopole: Die Preisbildung in der Realität

In der Realität existieren keine vollkommenen Märkte. Es handelt sich um ein Utopie, anhand derer wirtschaftliche Zusammenhänge beispielhaft erklärt werden sollen. Ein echter Markt kann sich auch im Sinne einer Preisbildung immer nur annähern, ein vollkommener Markt im Sinne der Erfüllung aller genannten Bedingungen tritt jedoch niemals ein.

Ein Polypol, wie es auf einem vollkommenen Markt bestehen sollte, ist hierbei selten und eine ausgeglichene Anzahl an Nachfragern und Anbietern unwahrscheinlich.

Weitaus häufiger sind sogenannte Angebotsoligopole. Hierbei stehen ein paar Anbieter einer großen Zahl an Nachfragern gegenüber. Beispiele dafür wären etwa Strom- oder Mobilfunkanbieter.

Die Anbieter müssen sich hierbei von der Konkurrenz absetzen und machen dies zum Beispiel über Werbung oder Serviceleistungen. Die Preisbildung kann hierbei auch in einem Preiskampf enden – gegenseitiges unterbieten, bis ein Konkurrent vom Markt gedrängt wird.

Auch Monopole treten bei unvollkommenen Märkten häufig auf. Hierbei steht ein einzelner Anbieter vielen Nachfragen gegenüber. Ein Beispiel-Monopol ist die Postzustellung. Da der Anbieter alleine auf dem Markt agiert, kann er den Preis selbst bestimmen. Die Kunden haben keine Möglichkeit, das Produkt zu einem anderen Preis zu erwerben.

Da hohe Monopolpreise das Wachstum von Firmen begünstigt, die ähnliche Produkte herstellen, kann eine zu aggressive Preisstrategie dem Monopolisten unter Umständen aber auch schaden.

24. Mai 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Max Fassbender
Von: Max Fassbender. Über den Autor

Max Fassbender arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.