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Protektionismus – Definition und Erklärung

Protektionismus ist ein Begriff, der in der heutigen Zeit vielfach einen negativen Beigeschmack hat.

Es handelt sich bei Protektionismus um verschiedene Maßnahmen, mit denen handelspolitisch versucht wird, den heimischen Markt zu schützen.

Ziel ist es somit, auf der einen Seite die heimische Wirtschaft zu fördern und zu schützen. Auf der anderen Seite wird der ausländischen Wirtschaft der Marktzugang erschwert.

In einer stark ausgeprägten Form ist der Protektionismus vor allem in der Vergangenheit zu finden. Ein Blick auf die Wirtschaftsgeschichte der USA oder Europas zeigt dies deutlich.

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In Zeiten der Globalisierung und des Freihandels wird der Protektionismus häufig kritisch betrachtet. Doch gerade in Krisenzeiten wird immer wieder auf protektionistische Maßnahmen zurückgegriffen.

Die Instrumente des Protektionismus beim Import

Es gibt eine ganze Reihe von Maßnahmen und Instrumenten, die eingesetzt werden können, um den Binnenmarkt zu stärken und zu schützen.

Zu den wichtigsten Instrumenten gehören die Zölle. So kann auf importierte Waren ein Zoll erhoben werden, der dafür sorgt, dass diese Waren auf dem heimischen Markt teurer angeboten werden müssen.

In vielen Ländern sind beispielsweise die Lohnkosten sehr viel niedriger als in Deutschland. Erhebt Deutschland nun Zölle auf die ausländischen Waren, bleiben die heimischen Produkte konkurrenzfähiger.

Eine weitere Möglichkeit ist es, die Menge der Güter aus dem Ausland zu beschränken. Hier wird von Einfuhrkontingenten gesprochen, welche festlegen, welche Mengen einer bestimmten Ware eingeführt werden dürfen.

Dadurch kann gewährleistet werden, dass der Binnenmarkt nicht vollständig von ausländischen Gütern bedient wird, sondern auch die inländischen Produkte Abnehmer finden.

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Protektionistische Maßnahmen bei Produktion und Export

Doch beschränkt sich Protektionismus laut Definition nicht nur darauf, den ausländischen Produzenten und Gütern den Marktzugang zu erschweren. Andere Maßnahmen zielen vielmehr darauf ab, die heimische Wirtschaft zu stärken.

Dies kann beispielsweise durch staatliche Subventionen geschehen. Diese haben meist zum Ziel, die hohen heimischen Produktionskosten zu egalisieren und das jeweilige Produkt damit konkurrenzfähig zu halten.

In Deutschland waren und sind zum Beispiel Subventionen für den Bergbau und die Agrarwirtschaft ein großes Thema.

Doch auch Exportsubventionen sind Bestandteil des Protektionismus und seiner Definition. Hierbei handelt es sich um staatliche Leistungen, die die Konkurrenzfähigkeit heimischer Produkte am Weltmarkt gewährleisten sollen.

Auch da spielen die vergleichsweise hohen inländischen Produktionskosten eine entscheidende Rolle. Ohne die Exportsubventionen wären einige Güter am Weltmarkt schlicht zu teuer, um Abnehmer zu finden.

Standards und Vorschriften als protektionistische Maßnahmen

Ein häufig wenig beachteter Aspekt bei der Definition des Protektionismus ist die Erfüllung bestimmter Normen und Anforderungen.

So dienen die verschiedensten Vorschriften zwar nicht primär dazu, den Import bestimmter Waren und Güter zu erschweren, können aber trotzdem gewisse Handelshemmnisse darstellen.

Hier sind vor allem Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften zu nennen, auch Industrienormen und Umweltschutzauflagen gehören dazu.

In der Summe hat die Politik somit einen weitreichenden Maßnahmenkatalog zur Verfügung, der zum Schutz und zur Stärkung der heimischen Wirtschaft eingesetzt werden kann.

Auch wenn der Protektionismus im Gegensatz zum Freihandel steht, wird immer wieder auf derartige Maßnahmen zurückgegriffen.

10. August 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sebastian Grünewald. Über den Autor

Sebastian Grünewald ist freier Autor und Redakteur mit mehrjähriger Erfahrung. Er vermittelt einer breiten Leserschaft ökonomische Zusammenhänge und Themenfelder wie private Vorsorge und Geldanlage mit einfachen Worten.