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Ratingagenturen: Ihre Aufgabe ist die schonungslose Bewertung

Ratingagenturen beobachten und bewerten das Wirtschaftsgeschehen – das ist wohl ihre wichtigste Aufgabe.

Doch nicht immer werden ihre Einschätzungen als ein Segen empfunden.

Gerade in Zeiten der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise geraten Ratingagenturen mehr und mehr in die Kritik.

Einflussnehmen – so lautet die Devise

Ratingagenturen bewerten die Kreditwürdigkeit von Unternehmen, Banken oder Staaten.

Somit zählen sie zu den wichtigsten und unter anderem zu den am stärksten Einfluss nehmenden Akteuren am Finanzmarkt.

Die weltweit bedeutendsten Ratingagenturen sind die US-amerikanischen Agenturen Standard & Poor’s (S&P) und Moody’s und Fitch.

Der Anspruch der Ratingagenturen

Mit der Bekanntgabe des Ratings nehmen die Agenturen für sich in Anspruch, andere Wirtschaftsteilnehmer vor schlecht bewerteten Staaten, Unternehmen oder Wertpapieren zu schützen.

AA, B+ und Tripple C? Die Buchstabencodes geben den Ausschlag

Für ihre Einstufungen verwenden die Agenturen verschiedene Buchstabencodes.

Die Skala beginnt bei den Agenturen Standard & Poor’s und Fitch mit der Bestnote AAA (im Englischen: “Triple A“). Moody’s nutzt dieselbe Bezeichnung, schreibt sie aber anders (Aaa).

Es folgen AA, A, BBB, BB, B, CCC, CC, C.

Die meisten Stufen können mit Plus- und Minuszeichen noch feiner unterteilt werden.

Ab der Einstufung BB+ beginnt der spekulative Bereich. Diesen nennt man “Ramsch“, oder auch „Junk“ wie im Englischen. Die Skala reicht bis zu dem Buchstaben D. Dieser steht für einen Ausfall des Schuldners, also dessen Zahlungsunfähigkeit.

Erhalten Sie an dieser Stelle eine Antwort auf die Frage: Wie bewerten Ratingagenturen?

Immer auf dem neusten Stand: Updates stellen die Aktualität sicher

Rating-Updates finden in der Regel mindestens einmal jährlich statt.

Diese Aktualisierungen sollen sicherstellen, dass das Rating der aktuellen Kreditwürdigkeit entspricht.

Eine mögliche Änderung in der Bewertung des Schuldners kündigen die Agenturen in aller Regel über den Ausblick “positiv“, “stabil“ und “negativ“ an.

Nach welchen Kriterien funktioniert die Bewertung?

In das Urteil der Ratingagenturen fließen öffentliche Zahlen ebenso ein wie Brancheneinschätzungen.

Für die Beurteilung der finanziellen Situation eines Unternehmens oder Staates geben verschiedene Faktoren den Ausschlag.

Die Analyse aktueller und zu erwartender Zahlungsströme und Schuldenstände sind zur abschließenden Bewertung ebenso essentiell wie äußere Faktoren.

Hierzu zählen beispielsweise:

  • die konjunkturelle Lage
  • die Zinsentwicklung auf den betreffenden Finanzmärkten
  • zu erwartende staatliche Eingriffe in die Wirtschaft
  • andere relevante politische Entscheidungen

Allerdings ist es Unternehmensgeheimnis einer Agentur, welche Faktoren sie berücksichtigt und wie diese gewichtet werden.

Auch zugrunde liegende mathematische Formeln sind öffentlich nicht zugänglich.

Die Auswirkungen: Sinkt die Bewertung, so sinkt auch das Vertrauen

Am Rating der Agenturen orientieren sich nicht nur Banken, sondern auch andere Investoren.

Je schlechter die Ratingagenturen die Bonität eines Schuldners beurteilen, desto teurer und schwieriger wird es für diesen, sich Geld zu besorgen.

Die Refinanzierungskosten steigen, schlimmstenfalls ziehen Geldgeber ihr Kapital ab.

24. Oktober 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.