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The Wolf of Wall Street: Vom Aufstieg und Fall eines Betrügers

Eines der Traumpaare Hollywoods kommt am 16. Januar 2014 zurück auf die große Leinwand – mit einer Geschichte, die vielen Börsianern schmerzhaft in Erinnerung geblieben sein dürfte und die vielen Anlegern auch heute noch eine Warnung sein sollte.

In „The Wolf of Wall Street“ verfilmt Regisseur Martin Scorsese die Autobiografie des Börsenmaklers Jordan Belfort, gespielt von Golden Globe-Preisträger Leonardo DiCaprio.

In den 1990er Jahren bereicherten sich Belfort und seine Angestellten als Anlageberater mit dem An- und Verkauf von Ramschaktien an zehntausenden Kunden.

Und Jordan Belfort genießt den unrechtmäßigen Reichtum in vollen Zügen. Ein spannender Stoff also, der nun als schwarze Komödie in die Kinos kommt.

The Wolf of Wall Street: Der Aufstieg von Stratton Oakmont

Belfort, zu Beginn noch ein unerfahrener Börsenmakler aus einfachen Verhältnissen, steigt mit seiner Brokerfirma „Stratton Oakmont“ in wenigen Jahren zum Multimillionär auf. Treibende Kraft hinter diesem rasanten Aufstieg ist der etablierte Börsenexperte Mark Hanna, im Film meisterlich verkörpert von Matthew McConaughey.

Kokain und Prostituierte seien die wichtigsten Faktoren an der Wall Street, gibt dieser dem jungen Belfort gleich zu Beginn des Filmes mit auf den Weg. Das Geschäft mit den Wertpapieren sei hingegen nur Fassade, das gespielte Expertenwissen reiche aus, um den Anlegern das Geld aus der Tasche zu ziehen.

In der Folge dieser Ratschläge entwickelt sich eine wahre Achterbahnfahrt aus finanziellem Aufstieg, ausschweifende Drogenexzessen und windigen Geschäften, natürlich gefolgt vom schon lange drohenden Absturz.

Dabei sollten sich Filmfreunde jedoch nicht auf eine getreue Wiedergabe der Fakten freuen. Scorsese erschafft mit „The Wolf of Wall Street“ vielmehr eine schwarze Komödie, die sich vor allem dem Exzess der Hauptdarsteller widmet und gefüllt ist mit wagemutigen Kamerafahrten und auffälligen Spezialeffekten.

The Wolf of Wall Street: 3-stündiges Meisterwerk

Vielleicht auch deswegen schafft es der Film, über die gesamte Laufzeit spannend zu bleiben – bei einer Länge von rund 3 Stunden kein einfache Aufgabe.

Wäre es nach Martin Scorsese gegangen, wäre der Film sogar noch länger geworden: Zwischenzeitlich stand eine Laufzeit von 4 Stunden im Raum – was dank der schauspielerischen Meisterleistungen des Ensembles um DiCaprio, Jonah Hill und Margot Robbie wahrscheinlich immer noch keine negativen Auswirkungen auf den Film gehabt hätte.

Und immer dann, wenn der Zuschauer Gefahr läuft, nun doch ein wenig den Fokus zu verlieren, richtet Belfort, der gleichzeitig als Erzähler fungiert, seinen Blick inmitten des Chaos starr in die Kamera und spricht das Publikum direkt an.

Deutlich beeindruckender ist der Film jedoch vor allem wegen der Liebe zum schauspielerischen Detail, für die Martin Scorsese bereits seit den inoffiziellen Vorgängern „Casino“ und „Goodfellas“ bekannt ist.

Eine kurze Szene, in der DiCaprio unter Drogeneinfluss in Richtung seines Fahrzeuges kriecht, wurde ganze sieben Tage lang bis zur Perfektion wiederholt. Hilfe bekam das Team dabei von Belfort selber, welcher den Darstellern die korrekten Auswirkungen der Droge Quaaludes demonstrierte, wie DiCaprio und Hill in einem Interview mit der „Huffington Post“ erzählten.

Kein Unterschied zwischen Gut und Böse

Und ebenso detailreich zeichnet Scorsese die Figuren in seinem Film, die jedoch allesamt eines gemeinsam haben: die Machtgier. Während sich Befort an seinem Geld berauscht, erfreut er sich mindestens genauso sehr an der Macht, die er über seine Kunden ausübt.

Und auch die FBI-Agenten und Anwälte, die sich im Laufe des Filmes auf den neureichen Broker stürzen, können nicht wirklich als Kämpfer gegen das Unrecht angesehen werden.

So bleibt „The Wolf of Wall Street“ entgegen vieler Erwartungen relativ wertungsfrei, einen wirklichen Unterschied zwischen Gut und Böse macht der Film nicht. Stattdessen bietet der Film jedoch etwas, das im vergleichsweise enttäuschenden Kinojahr 2013 oft auf der Strecke blieb: eine große Menge Spaß und ein neues Meisterwerk des Duos Scorsese und DiCaprio, welches sich jedoch nur an erwachsene Zuschauer richtet.

11. Januar 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.