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Trennbankensystem: Eine Definition für Sie

Als Antwort auf die seit fast fünf Jahren andauernde Finanzkrise hat die Bundesregierung einen Entwurf herausgebracht, der auch ein Trennbankensystem enthält. Dadurch sollen die Finanzinstitute stärker an die Kandare genommen werden.

Doch handelt es sich bei dem Vorschlag der Bundesregierung tatsächlich um ein klassisches Trennbankensystem und wie sieht die Definition genau aus? Die Antworten lesen Sie hier.

Das Trennbankensystem in seiner ursprünglichen Definition

Ein Trennbankensystem schreibt laut Definition die strikte Trennung der Teilbereiche des kommerziellen Kreditgeschäfts (Kreditgeschäft) und des Investmentgeschäft (Wertpapiergeschäfts) vor.  Per Gesetz darf eine Bank nur eine Teilmenge des Bankgeschäfts anbieten und nicht alle Leistungen aus einer Hand, wie es bei der Universalbank der Fall ist.

In Amerika nennen sich diese Teilbereiche Investment Bank und Commercial Bank und werden häufig auch als Spezialbanken bezeichnet.  Ziel eines Trennbankensystems laut Definition ist es, den möglichen Interessenskonflikten der Kreditinstitute entgegenzuwirken. Diese können bei einer Universalbank zum Beispiel bei der Kreditvergabe und der Emissionsunterstützung entstehen.

Trennbankensystem in den USA

Im Jahr 1933 wurde das Trennbankensystem in Amerika als Antwort auf  die Great Depression im Jahr 1929 eingeführt. Unter dem Titel „Glass-Steagall Act“ galten strenge Regelungen bis ins Jahr 1999.

Unter Clintons Regierung wurde das System gelockert und dem System der Universalbanken angenähert. Seither gibt es keine Pflicht mehr für Banken, sich für ein Spezialgebiet zu entscheiden.


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Auch die Finanzkrise 2008 zog mit sich, dass die meisten großen Investmentbanken in das Universalbankensystem rutschten.

Auch in England, Frankreich und Japan gibt es Trennbankensysteme. Die Aufteilung im Sinne von Spezialbankensystemen nehmen die USA und  Japan vor.  In Großbritannien gibt es auch Trennsysteme, die das kurz- und langfristige Bankengeschäft unterteilen.

Das „deutsche Trennbankensystem“ gegen die Machenschaften der Banken

Als Antwort auf die Euro-Schuldenkrise hat die Bundesregierung einen neuen Vorstoß zur Regelung der Finanzordnung gewagt. Das Trennbankensystem soll eine Lösung darstellen und Banken stärker in die Verantwortung ziehen.

Das Ziel des Vorschlags zum Trennbankensystem der Regierung ist es, Bankkunden vor etwaigen Verlusten zu schützen, wenn die Bank sich mit Eigengeschäften verspekuliert hat.

Nach der deutschen Definition des Trennbankensystems müssen Banken in Zukunft Vorkehrungen für ihre eigene Abwicklung treffen. Des Weiteren werden systemrelevante Geldhäuser verpflichtet, den spekulativen Handel in rechtlich selbstständige Einheiten auszulagern.

Die Regierung schreibt in ihrem Gesetzesentwurf: Das abgetrennte Finanzhandelsinstitut müsse sich eigenständig und ohne Garantien des übergeordneten Unternehmens refinanzieren.

Trennbankensystem soll in Deutschland nicht für alle gelten

Das vorgeschlagene Trennbankensystem und die damit einhergehenden Regelungen gelten allerdings nicht für alle Institute. Betroffen wären nur diejenigen, deren riskante Handelsaktivitäten mehr als 20% der gesamten Bilanzsumme ausmachen oder mehr als 100 Mrd. € betragen. Diese Kriterien treffen zum Beispiel auf die Deutsche Bank zu.

Zudem sollen die Strafen für Banker bei Verletzung von wesentlichen Risikomanagementpflichten verschärft werden. So drohen künftig bei Missmanagement bis zu fünf Jahre Haft.

Beschreibt der Vorschlag ein Trennbankensystem per Definition?

Der Vorstoß der Regierung zum Schutz von Anlegern stellt kein Trennbankensystem im klassischen Sinne dar.

Denn wie oben beschrieben, schreibt laut Definition ein Trennbankensystem die strikte Trennung des Einlagengeschäfts und des Investmentbankings vor. Nach dem Plan der Bundesregierung sollen Banken die Beratung bei Fusionen allerdings weiter vornehmen dürfen. Auch der Handel im konkreten Kundenauftrag und die Marktpflege werden nicht abgetrennt.

Das deutsche Modell fordert auch keine komplette Aufspaltung der Bank. Der Handel muss nur innerhalb einer gemeinsamen Holding getrennt mit Kapital ausgestattet werden.

In der Debatte geht es also nicht um ein Trennbankensystem, wie es die USA in den dreißiger Jahren eingeführt hat. Bei dem deutschen Vorstoß geht es um die rechtliche, wirtschaftliche und organisatorische Abtrennung besonders riskanter Geschäftsfelder innerhalb einer Bank.

16. Mai 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Sabrina Behrens
Von: Sabrina Behrens. Über den Autor

Sabrina Behrens beschäftigt sich seit Ihrem Schulabschluss mit den Themen Wirtschaft, Politik, private Finanzen, Vorsorge und Versicherung. In ihrer Tätigkeit als freie Journalistin in Berlin hält sie die Leser in diesen Bereichen regelmäßig auf dem Laufenden.