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Turbozertifikate – Beispiel für Funktionsweise

Turbo-Zertifikate sind Hebelprodukte. Der Hebel funktioniert im Prinzip wie in der Physik: Mit geringem Kraftaufwand (kleinem Investitionskapital) lässt sich kräftig wirken – es winken hohe Gewinne.

Bei einem Turbo- oder Hebelzertifikat verläuft die Änderung des Kurses überproportional stärker als bei dem zu Grunde liegenden Basiswert.

Dabei gibt der Hebel eben den Wert an, den ein solches Zertifikat sich wandelt, wenn der zu Grunde liegende Basiswert sich um ein Prozent verändert.

Beispiel: Die Aktie…

Das Beispiel einer Aktie und eines Turbozertifikates zu dieser Aktie soll das verdeutlichen.

Angenommen ein Anleger steigt bei der Aktie des fiktiven Unternehmens Fair-Enterprises ein, und zwar bei 50 Euro.

Und angenommen in einem Jahr steigt die Aktie auf 60 Euro. Dann hat der Anleger 20 Prozent Gewinn mit seinem Einsatz von 50 Euro gemacht.

Der Einfachheit halber lassen wir eine Dividende hier mal außen vor.

… und ihr Turbo

Nun hat ein anderer Anleger ebenfalls 50 Euro, die er investieren will. Auch er ist von Fair-Enterprises überzeugt.


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Er will bei seinen 50 Euro aber den Turbo zünden und möglichst viel Gewinn heraus schlagen. Er kauft also gleich mehrere Turbo-Zertifikate auf die Aktie von Fair Enterprises.

Das kann er, weil Turbo-Zertifikate weniger Geld kosten als ihr Basiswert.

Das ist möglich, wie Turbozertifikate Investments in einen Basiswert sind, die aber zum Teil durch einen Wertpapierkredit finanziert sind.

Die Bank gibt also in unserem Beispiel sagen wir 40 Euro in Form eines Kredits in das Zertifikat. Dafür verlangt sie eine Gebühr von sagen wir 4 Euro.

Auf den Anleger entfallen damit als Preis für das Turbozertifikat die fehlenden 10 Euro auf den Aktienkurs von Fair-Enterprises (50 Euro) und die 4 Euro Gebühr, macht also 14 Euro.

Mehr dazu: Turbozertifikate: Erklärungsgrundlagen

Der Turbo macht sich im Beispiel bezahlt

Steigt nun der Kurs des Basiswertes, also die Aktie von Fair-Enterprises auf 60 Euro, bekommt der Investor in das Turbo-Zertifikat die gleiche Rendite wie der Aktionär, also 10 Euro.

Nur ist das bei einer Investitionssumme von 14 Euro natürlich ungleich mehr, nämlich über 70 Prozent.

Man kann es auch anders rechnen: Da der Turbozertifikat-Investor in unserem Beispiel für 50 Euro in mehr als 3 ½ Zertifikate investieren kann, bekommt er über 35 Euro raus, statt der 10 Euro des Aktieninhabers.

Turbozertifikate bergen ungleich höherer Risiken

Nun gibt es an Finanzmärkten keine wundersame Geldvermehrung ohne Risiko. Das ist auch bei Turbo-Zertifikaten der Fall.

Denn vorstellbar ist natürlich auch das Gegenteilige Szenario – der Kurs der Aktie, also des Basiswertes fällt.

Angenommen er fällt auf knapp über 40 Euro, auf 40,01 Euro. Dann beträgt der Verlust des Aktieninhabers 20 Prozent.

Der des Turbo-Zertifikate-Halters aber über 70 Prozent. Das ist der Preis für die Chance auf hohe Gewinne – das Risiko steigt ebenso!

Totalverlust bei Turbo-Zertifikaten

Und es kann noch schlimmer kommen – denn über Turbo-Zertifikaten schwebt auch immer das Damoklesschwert von Totalverlusten.

Denn in unserem Beispiel sind die 40 Euro die so genannte Knock-Out-Schwelle.

Fällt der Kurs der Aktie im vereinbarten Zeitraum einmal auf oder unter diese Schwelle, so beklagt der Turbo-Zertifikate-Investor den Totalverlust.

Das ist der Preis und das Risiko, das der Anleger bei Turbo-Zertifikaten eingeht.

Daher gilt wie bei vielen anderen Anlagen hier besonders: Wer mit Turbo-Zertifikaten spekuliert, sollte das Geld nicht zum Leben brauchen – im Zweifel ist es nämlich weg.

31. Oktober 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Michael Fehr
Von: Michael Fehr. Über den Autor

Michael Fehr wirkt seit fast zwei Jahrzehnten am internationalen Finanzplatz Frankfurt, ist ausgewiesener Finanz- und Wirtschaftsjournalist: Er arbeitete unter anderem für die Deutsche Börse AG, das ARD-Börsenstudio und die Financial Times Deutschland.