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Umtauschanleihe und Wandelanleihe: Das sind die Unterschiede

Wer sich nicht entscheiden kann, ob er lieber in Aktien eines Unternehmens investiert oder eher in dessen Anleihen, die fortlaufend Zinsen bringen, kann auf Papiere zurückgreifen, die beides ermöglichen. Zu diesen Zwitterpapieren gehören Wandelanleihen, auch Convertibles genannt.

Hat das Unternehmen eine gute Bonität, setzt man zunächst auf Sicherheit, nimmt die Anleihen und wartet ab, wie sich parallel dessen Aktie entwickelt. Je nachdem lässt sich am Ende der Laufzeit die Anleihe zurückzahlen oder in die Aktien umtauschen. Von einer Art Umtauschanleihe kann man jedoch nicht sprechen. Die gibt es nämlich auch.

Umtauschanleihe und Wandelanleihe – die Unterschiede

Zwischen einer Umtauschanleihe und einer Wandelanleihe gibt es Unterschiede. Sie sind sich zwar ähnlich, funktionieren aber an einem entscheidenden Punkt völlig anders: Bei Umtauschanleihen wird in Aktien eines dritten Unternehmens getauscht. Sie sind eine Sonderform der Wandelanleihe.

Umtauschanleihe und Wandelanleihe unterscheiden sich nicht nur für Anleger, sondern auch für das emittierende (herausgebende) Unternehmen selbst. Wird bei einer Wandelanleihe in Aktien getauscht, verwandelt sich das Fremdkapital des Anlegers in zusätzliches Eigenkapital des Unternehmens.

Bei einer Umtauschanleihe indes wird die Eigenkapitaldecke einer anderen Firma gestärkt. Dies kommt vor, wenn sich Konzerne von Aktienpaketen trennen wollen. Sie behalten das Geld für die Anleihen und geben den Anlegern dafür Fremdaktien.


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Bekannte Umtauschanleihen

So hat zum Beispiel E.on 2014 Umtauschanleihen angeboten, die in Aktien des Schweizer Energieunternehmens BKW getauscht werden konnten. 2004 hat die Deutsche Post als Mutterkonzern Umtauschanleihen in Aktien ihrer Tochter Postbank ausgegeben.

Ein Klassiker war auch die Abspaltung des Halbleiterbereichs von Siemens im Jahr 2000. Ausgegeben wurden Umtauschanleihen auf das damals neu gegründete Unternehmen Infineon. Dessen Aktien haben sich wegen der anstehenden Digitalisierung der Industrie gerade in jüngster Zeit gut entwickelt.

Langfristig kann sich der Tausch durchaus lohnen – vorausgesetzt der Umtausch erweist sich zum Ende der Anleihenlaufzeit als rentabel. Bis dahin kann man spekulieren. Der Kurs und das Umtauschverhältnis liegen nämlich von Anfang an fest, so wie bei Wandelanleihen.

Entscheidend ist hier der Wandlungspreis. Der ergibt sich aus dem Nominalbetrag der Anleihe geteilt durch die Anzahl der zu tauschenden Aktien. Bei 100.000 € für die Anleihe und 1.000 angebotenen Aktien beispielsweise muss die Aktie über 100 € steigen. In dem Fall ist der Tausch sinnvoll. Sie lässt sich mit Gewinn verkaufen.

Kurswette mit Sicherheitsnetz

Das Ganze ist somit eine Wette auf die künftige Kursentwicklung, allerdings eine abgesicherte. Denn ein Anleger kann sich bei schlechter Entwicklung gegen den Umtausch entscheiden und die Anleihe zurückzahlen lassen – in der Regel zu 100% des Nominalbetrags.

Wandel- und Umtauschanleihen sind eine ideale Form, die Sicherheit von Anleihen mit den Chancen von Aktien zu verbinden. Sie versprechen eine höhere Rendite als Staatsanleihen, schwanken aber weniger als Aktien, ein ideales Chance-Risiko-Profil.

Diese Kombination und das Wahlrecht lassen sich die Firmen jedoch bezahlen: Die Zinsen sind niedriger als die vergleichbarer echter Unternehmensanleihen.

Vorsicht: Pferdefuß

Aufpassen sollte man auf jeden Fall, ob sich der Emittent im Vertragstext das Recht vorbehält, die Anleihe zu kündigen, falls der Wandlungspreis überschritten wird. Dieses Sonderkündigungsrecht wird bei Wandel- und Umtauschanleihen häufig angewendet.

Nicht selten sind auch Pflichtumtauschanleihen, bei denen der Anleger in die Aktien tauschen muss. Was die Zahl interessanter Papiere zudem verringert: Meist werden sie nur Profi-Investoren angeboten. Privatanleger müssen schon suchen.

19. Juli 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.