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Verbraucherpreisindex – Barometer zur Entwicklung der Inflation

Der Vebraucherpreisindex (VPI) spiegelt die Entwicklung der Verbraucherpreise in Deutschland wider. Damit dient er als Grundlage zur Berechnung der jeweiligen Inflationsrate. Die Preisentwicklung ist zum einen für die Wirtschafts- und Geldpolitik von Bedeutung. Zum anderen aber auch für den Verbraucher, da viele Verträge wie etwa bei Mieten an die Entwicklung des Verbraucherpreisindex gekoppelt sind.

Verbraucherpreisindex – Entwicklung der Kosten für Leben und Konsum

Verbraucherpreisindex – schon der Begriff macht deutlich, worum wes geht: Es ist ein Index, der die Preise aufzeigt, die die Verbraucher zur Bewältigung des täglichen Lebens zahlen müssen. Sie werden für jeden Monat ermittelt und zeigen im Abgleich zu vorangegangenen Zeiträumen die Entwicklung der Teuerungsrate. Sinken die Preise, liegt eine Deflation vor.

Der Index enthält also einen Zahlenwert, mit dem die relative Größe der gesamten Preisentwicklung erfasst werden soll. Um einen repräsentativen Wert zu ermitteln, wird ein sogenannter Warenkorb zusammengestellt. Der enthält Waren und Dienstleistungen, die für einen durchschnittlichen privaten Haushalt von Bedeutung sind.

Dazu gehören Lebensmittel, Bekleidung oder Mieten, langlebige Gebrauchsgüter wie Kraftfahrzeuge oder Möbel, sowie Dienstleistungen, also Friseure, Versicherungen oder Handwerkerleistungen. Weitere typische Größen sind Energie, Telekommunikation aber auch staatliche Gebühren und Steuern.

Die Preise werden in einer Reihe von Groß- und Einzelhandelsgeschäften sowie Dienstleistungsbetrieben erhoben. Veröffentlicht wird der Verbraucherpreisindex monatlich vom Statistischen Bundesamt in Wiesbaden. Der Vergleich von Indexzahlen verschiedener Zeiträume lässt sich übrigens leicht berechnen.

Entwicklung des Verbraucherpreisindex

Damit der Verbraucherpreisindex die Entwicklung der Preise zeitgemäß darstellen kann, unterliegt auch er selbst einer steten Entwicklung. So wird der Warenkorb ca. alle 5 Jahre neu festgesetzt. Grund: Die Konsumgewohnheiten verändern sich ebenso wie das Angebot an Waren und Dienstleistungen. Deshalb wurde auch Anfang Januar vom früheren Basisjahr 2005 auf das Basisjahr 2010 umgestellt, das wieder 5 Jahre gültig ist.

Ein weiteres Beispiel für die Fortentwicklung des Verbraucherpreisindex: Seit 2004 werden auch Qualitätsverbesserungen bestimmter Güter in die Berechnung miteinbezogen. Wenn etwa ein aktuell gekaufter Computer im Vergleich zu vorangegangenen Modellen mehr Leistung zum gleichen Preis bietet, so kommt dies einer Preissenkung gleich.

Bereits ein Jahr zuvor gab es eine grundlegende Reform: Das System des früheren „Preisindex für die Lebenshaltung“ mit verschiedenen Preisindizes unterschiedlicher Haushaltstypen wurde aufgegeben.

Seit 2003 wird nur noch der Preisindex für die Lebenshaltung aller privaten Haushalte, der „Verbraucherpreisindex für Deutschland” (VPI) berechnet. Und mit der Entwicklung einer fortschreitenden Harmonisierung innerhalb der EU wird in Deutschland seit 1997 zugleich der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) berechnet. Als nationaler Index ist er Bestandteil des europäischen Verbraucherpreisindex.

Verbraucherpreisindex – aktuelle und langfristige Entwicklung

Die aktuelle Entwicklung beim Verbraucherpreisindex zeigen die Werte vom August dieses Jahres. Die Preise lagen um 1,5% höher als im August 2012. Im Juli 2013 hatte die Inflationsrate – gemessen am Verbraucherpreisindex – bei 1,9 % und im Juni 2013 bei 1,8 % gelegen. Im Vergleich zum Vormonat Juli 2013 blieb der Verbraucherpreisindex im August unverändert.

Die im Vergleich zu den Vormonaten niedrigere Teuerungsrate im August 2013 ist vor allem auf die gedämpfte Preisentwicklung bei Energie zurückzuführen. Ohne die läge die Inflationsrate im August bei 1,8%. Beim Blick auf die langfristige Entwicklung zeigt das Jahr 1991 einen Wert von 70,2 Basispunkten, der bis 2012 stetig auf 104,10 Basispunkte anstieg.

Verbraucherpreisindex – Grundlage für Politik und Privatverträge

Der Verbraucherpreisindex ist vor allem für die Bundesbank und die Bundesregierung wichtig, da er die Entwicklung der Inflation anzeigt. Die Analyse der Geldwertstabilität ist Grundlage für die Wirtschafts- und Geldpolitik. Der Verbraucherpreisindex ist aber auch ein Hilfsmittel um laufende Geldforderungen, wie Mieten, Pachten oder Renten, durch Vereinbarung von sog. Preisklauseln bzw. Wertsicherungsklauseln wertbeständig zu halten.

1. Oktober 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.