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Warum die Deflation schädlich ist

Schaut man sich die Definition des Begriffs Deflation an, fällt zunächst auf, dass es sich dabei um einen Rückgang des allgemeinen Preisniveaus handelt.

Das mag auf den ersten Blick sehr positiv wirken, da Konsumenten für ihr Geld plötzlich mehr Gegenleistungen in Form von Waren oder Dienstleistungen bekommen.

Auch das Sparen kann dann wieder sehr lohnenswert sein. Schließlich besteht ja dank der sinkenden Preise die Möglichkeit, in Zukunft noch günstiger einzukaufen. Warum die Deflation also schädlich ist, wird schnell deutlich, wenn man den Verlauf und die Folgen von Deflation genauer betrachtet.

Welchen Schaden eine Deflation unmittelbar anrichten kann

Es gibt verschiedene mögliche Auslöser für eine Deflation. Der Verlauf mit seinen Auswirkungen auf eine Volkswirtschaft bleibt aber zumeist gleich. Sinken die Preise, sinkt auch die Investitionsbereitschaft seitens der Verbraucher. Nicht sofort notwendige Ausgaben werden auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

Haben Konsumenten beispielsweise bemerkt, dass die Fahrzeugpreise immer weiter sinken, warten sie lieber noch einige Zeit, um ein Auto in Zukunft noch günstiger erstehen zu können.

Dadurch sind in der Wirtschaft starke Umsatzrückgänge zu beklagen. Die Unternehmen geraten unter Druck und müssen beginnen, die Produktion zu drosseln und daraufhin Mitarbeiter zu entlassen.

Die dadurch erhöhte Arbeitslosenzahl hat zwei unmittelbare Folgen: Zum einen sinkt die Kaufkraft der Bevölkerung, da immer mehr Menschen immer weniger Einkommen haben.

Zum anderen erhöhen sich die Sozialausgaben des Staates, der den Erwerbslosen die Existenz sichern muss. Dieses Geld fehlt dem Staat an anderer Stelle.

Die langfristigen Folgen einer Deflation – wie schädlich sie wirklich ist

Ist eine Volkswirtschaft an diesem Punkt angekommen, befindet sie sich bereits in der sogenannten Deflationsspirale. Diese ist die logische Folge der oben beschriebenen Situation.

Durch die sinkende Kaufkraft gehen die Umsätze der Unternehmen noch weiter zurück. Diese müssen daraufhin weiter sparen, entlassen Mitarbeiter und steigern damit die Arbeitslosenzahl.

Auch sinkt die Zuversicht der Verbraucher und Unternehmen. Aus Sorge vor einer immer stärker werdenden Krise wird das verfügbare Geld für schlechte Zeiten gehortet und steht damit dem Wirtschaftskreislauf nicht zur Verfügung.

Wie man am Beispiel von Japan erkennen kann, ist es sehr schwierig, diesem Teufelskreis wieder zu entfliehen. Zwar wurden große Anstrengungen unternommen, doch auch über zwanzig Jahre nach Ausbruch der Krise hat sich die japanische Wirtschaft immer noch nicht erholt.

Vielmehr belasten die staatlichen Hilfsprogramme den Haushalt des Landes so sehr, dass Japan die am höchsten verschuldete Industrienation der Welt ist.

Eine Deflation ist somit deshalb schädlich, weil sie die Wirtschaft eines Landes nachhaltig stark schädigen kann und es keinen Weg gibt, der garantiert aus der Krise herausführt.

Aus diesem Grund peilen Zentralbanken meist eine leichte Inflationsrate von beispielsweise zwei Prozent an und versuchen, diese durch ihre Geldpolitik zu erreichen.

21. September 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sebastian Grünewald. Über den Autor

Sebastian Grünewald ist freier Autor und Redakteur mit mehrjähriger Erfahrung. Er vermittelt einer breiten Leserschaft ökonomische Zusammenhänge und Themenfelder wie private Vorsorge und Geldanlage mit einfachen Worten.