MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Was ist schlimmer, die Inflation oder die Deflation?

Die Inflation ist vielen Bürgern bekannt und häufig ein negativ besetzter Begriff. Die Deflation hingegen ist weitgehend unbekannt.

Auf den ersten Blick mag die Deflation harmloser wirken, da es wünschenswert erscheint, dass das Geld an Wert gewinnt bzw. Waren und Dienstleistungen günstiger werden.

Die Merkmale und direkten Folgen von Inflation und Deflation

Die Merkmale und direkten Folgen der Inflation legen tatsächlich den Schluss nahe, dass sie gegenüber der Deflation das größere Problem darstellt.

Bei der Inflation steigt das Verhältnis der Geldmenge zur Gütermenge. Das bedeutet, dass für die gleiche Ware mehr Geld ausgegeben werden muss.

Man muss lediglich die eigene Erinnerung bemühen, um an Beispiele zu gelangen. Was kostete damals eine Kugel Eis in der Eisdiele?

Wie teuer waren die Sonntagsbrötchen? Und was bezahle ich heute dafür?

Bei einer anhaltenden Deflation verhält es sich umgekehrt.

Das Preisniveau für Waren und Dienstleistungen sinkt. Man bekommt praktisch immer mehr für das Geld.

Doch dies sind nur die unmittelbaren Folgen. Betrachtet man das Verhalten von Konsumenten sowie die Folgen für die Wirtschaft, stellt sich die Situation schon ganz anders dar.

Die Unterschiede im Konsumentenverhalten

In der Inflation werden Güter und Dienstleistungen also teurer. Demnach sind die meisten Bürger bestrebt, Investitionen eher früher als später zu tätigen. Denn wer kann schon sagen, was das gleiche Produkt morgen kostet?

Es gilt also, den Wert des Geldes zu konservieren. Da das Geld selbst an Wert verliert, ist eine Anlage in Sachgüter naheliegend.

Während einer Deflation scheint es hingegen sinnvoll zu sein, eine Investition hinauszuzögern.

Wieso sollte man auch heute 20.000 Euro für ein Auto bezahlen, wenn man es in Zukunft schon für 18.000 Euro bekommt? Voraussetzung ist natürlich, dass die jeweilige Investition hinausgezögert werden kann und nicht sofort nötig ist.

Genau an dieser Stelle kommen die negativen Folgen der Deflation zum Vorschein.

Die Folgen der Deflation für Wirtschaft und Arbeitsmarkt

Werden während einer Deflation die Investitionen hinausgezögert, können die Folgen für die Wirtschaft eines Staates verheerend sein.

Vereinfacht ausgedrückt geschieht nun dies: Durch die sinkende Investitionsbereitschaft wird der Wirtschaft Geld entzogen. Umsätze und Gewinne brechen ein. Firmenpleiten häufen sich, die Arbeitslosigkeit steigt.

Durch die steigende Arbeitslosigkeit sinken die Löhne und damit auch die Kaufkraft. Dadurch brechen die Umsätze weiter ein. Unternehmen können durch ausbleibende Gewinne ihre Kredite nicht mehr bedienen und müssen weiter sparen.

Es kommt zu einer Deflationsspirale. Wie man an der Beschreibung erkennt, ist die Deflation ein sich selbst verstärkender Prozess, in dem die Wirtschaft stetig schwächer wird.

Die Inflation treibt die Wirtschaft an

Die Investitionsbereitschaft in der Inflation hingegen treibt die Wirtschaft an. Steigenden Kosten für Güter und Dienstleistungen kann durch Lohnanpassungen entgegengewirkt werden.

Die Unternehmen gleichen dann die steigenden Lohnkosten durch Preiserhöhungen wieder aus.

Letztlich kann man also sagen, dass die Inflation in der Regel nicht so gefährlich ist wie die Deflation. Die Inflation treibt die Wirtschaft an, das Geld bleibt im Umlauf, die Arbeitsplätze bleiben erhalten.

10. August 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sebastian Grünewald. Über den Autor

Sebastian Grünewald ist freier Autor und Redakteur mit mehrjähriger Erfahrung. Er vermittelt einer breiten Leserschaft ökonomische Zusammenhänge und Themenfelder wie private Vorsorge und Geldanlage mit einfachen Worten.