MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Wie sich Beyond Budgeting in der Praxis umsetzen lässt

Der Management-Ansatz Beyond Budgeting findet immer mehr Anhänger. Viele Geschäftsführer, Manager und Controller wissen jedoch nicht genau, was es mit dem neuen Steuerungsmodell auf sich hat, geschweige denn, wie sich Beyond Budgeting umsetzen lässt.

Der Grund: Beyond Budgeting ist kein abgrenzbares Finanzinstrument. Es gibt in dem Sinn kein Universalkonzept, welches sich einfach auf alle Unternehmen in jeder Branche übertragen lässt. Das heißt, jedes Unternehmen muss also für sich selbst ein passendes Konzept nach den Grundprinzipien des Beyond Budgeting entwickeln.

Beyond Budgeting richtig umsetzen – Beispiele aus der Praxis

Das Beyond Budgeting wirft zunächst die klassischen Regeln der fixen Budgetierung über Bord. Im Rahmen des Beyond Budgeting sollen verschiedene Prinzipien zur Anwendung kommen, welche direkt auf die Unternehmenskultur und den gesamten Planungs- und Steuerungsprozess wirken.

Eines der wichtigsten Ziele des Beyond Budgeting ist dabei, Mitarbeiter zu mehr Eigenverantwortung anzuhalten und eine dezentrale Unternehmensstruktur herbeizuführen. Dieses Prinzip lässt sich relativ leicht umsetzen, indem zum Beispiel einzelne Vertriebsteams gebildet werden.

Team-Leistung und Eigenverantwortung fördern

Dabei rückt die Leistung des Einzelnen zunehmend in den Hintergrund, das Team als Ganzes steht im Vordergrund. Dies hat auch Auswirkungen auf das Entlohnungssystem. Es sollen nicht Leistungsanreize für Einzelne geschaffen werden, sondern das Vertriebsteam soll insgesamt belohnt werden.

Dabei geht das Entlohnungsmodell zunehmend weg von klassischen Boni-Systemen und dafür hin zu einer Kultur der Erfolgsbeteiligung. Ein gutes Beispiel ist hier der Autohersteller Porsche.

Nachdem die VW-Tochter in den vergangenen Jahren den Umsatz und Gewinn stetig steigern konnte, belohnte Porsche nicht nur einzelne Manager, sondern schüttete in den letzten Jahren stets Sonderzahlungen an alle Porsche-Tarifbeschäftigten aus.

Eigenverantwortung steht auch beim Suchmaschinengiganten Google oben auf der Liste. Der US-Internetkonzern hat bereits früh den Gedanken des Beyond Budgeting umgesetzt und Mitarbeitern besonders viel Freiraum gegeben.

Ein Beispiel ist die „20% time“ Regelung. Einmal pro Woche erhalten Google-Mitarbeiter Zeit, um an eigenen Projekten zu arbeiten. Die Regelung soll Innovationen fördern, was in der Vergangenheit bereits sehr erfolgreich funktioniert hat. So hat die „20% time“ Regelung unter anderem Produkte wie Gmail und Google AdSense hervorgebracht.

Koordination über interne Märkte

Bewährt haben sich auch Verrechnungspreise für interne Leistungen, wie sie bereits der Drogeriemarkt dm und Svenska Handelsbanken erfolgreich einsetzen.

Dabei geht es um den Verkauf von Dienstleistungen über Verrechnungspreise an die nachfragende Organisation im Unternehmen. Bei den Svenska Handelsbanken müssen die Zentralbereiche nicht zwingend einen Gewinn erwirtschaften, eine kostendeckende Arbeitsweise ist hier ausreichend.

Beyond Budgeting praxistauglich, aber nicht perfekt

Trotz der offensichtlichen Vorteile die der neue Management-Ansatz bietet, tun sich viele Firmen schwer mit der Beyond Budgeting Umsetzung in der Praxis.

Kritiker bemängeln insbesondere die fehlende Operationalisierung (Beyond Budgeting wird bisher nicht von spezifischer Software unterstützt) sowie die problematische Implementierung. Auch wird der Druck, der auf die einzelnen Team-Leiter lastet, oft unterschätzt.

Eine Weiterentwicklung des Beyond Budgeting-Ansatzes in der Praxis dürfte notwendig sein, um auch diese Bedenken aus den Köpfen der Controller und Manager zu bekommen.

18. Oktober 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands