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Wirtschaft in den USA: Entwicklung und Auswirkungen

Jedes größere amerikanische Problem kann auch automatisch zu einem Problem für die gesamte Weltwirtschaft werden.

So wird die US-Wirtschaftskrise hierzulande – etwa im Wahlkampf – also besonders aufmerksam verfolgt.

Entwicklung der amerikanischen Konjunktur

Schon seit Jahren geht es der US-Wirtschaft bekanntermaßen nicht sonderlich gut:

Schon vor der Rezession im Jahr 2009 wies Amerikas Volkswirtschaft relativ geringe Wachstumsraten auf.

Im Jahre 2006 nahm sie um 2,7 % zu, 2007 um lediglich 1,9 %, und zu Beginn der Krise 2008 erlebte man schließlich eine völlige Stagnation des volkswirtschaftlichen Wachstums.

Nach dem Einbruch von 2009 hielt sich das Wachstumstempo ebenfalls in Grenzen – und das, obwohl die Regierung von Präsident Barack Obama sowie die Notenbank Fed etliche Milliarden an frischem Geld in den Kreislauf pumpten, um die Wirtschaft anzukurbeln.

Das bisherige Ergebnis sind ein enorm angewachsener Schuldenberg sowie eine steigende Inflation.

Und daneben existieren noch weitere Symptome der US-Flaute: Die Arbeitslosigkeit liegt beispielsweise über 9 %, und der private Konsum – mit 70 % der Motor der US-Wirtschaft – kommt nicht in Gang.

Die Folgen für Europa

Die USA sind immer noch die Wirtschaftsmacht Nummer 1 in der Welt. Aber ihre relative Bedeutung nimmt zunehmend ab.

Mitte der 80er-Jahre, und dann noch einmal zu Beginn des neuen Jahrtausends, hatten die USA noch einen Anteil von rund 1/3 an der weltweiten Wirtschaftsleistung.

Der ist inzwischen auf rund 23 % gesunken und die Tendenz zeigt weiter abwärts.

Nach den Prognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF) dürfte der Anteil im Jahr 2016 nur noch bei etwas mehr als 20 % liegen.

Langfristig könnten sich die Gewichte noch dramatischer verschieben: China gilt auf längere Sicht als neue Nummer 1 in der Weltwirtschaft.

Und auch Indien und andere asiatische Volkswirtschaften wie Malaysia und Indonesien gewinnen an Gewicht.

In einer globalisierten Welt kann es jedoch kaum ohne Folgen bleiben, wenn eine der größten Volkswirtschaften, die noch dazu eine Schlüsselrolle im Finanzsystem einnimmt, kollabiert.

So wäre von einer Zahlungsunfähigkeit der Amerikaner – und sei sie auch nur von kurzer Dauer – wohl auch Deutschland betroffen.

Ähnliche Situation wie 1995

Trotz aller Ähnlichkeit sehen einige Wirtschaftsexperten gewichtige Unterschiede zwischen dem amerikanischen Haushaltsdefizit und z. B. dem griechischen.

Dies liege v. a. an der Größe sowie der Leistungsfähigkeit der beiden Länder und ihrer jeweiligen Ökonomie.

Im Gegensatz zu Griechenland könne Amerika nicht wirklich vollkommen pleite gehen. Im schlimmsten Fall könnten die USA nur keine neuen Kredite mehr aufnehmen.

Manche Ökonomen erinnern in diesem Kontext an die Situation von 1995: Damals musste Präsident Clinton zahlreiche Staatsbeschäftigte für mehrere Wochen in Zwangsurlaub schicken. Die Schulden konnten so aber weiter bedient werden.

15. Februar 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.