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Zinsswap-Beispiel: Wie ein Zinstausch abgerechnet wird

Wir schauen uns ein Zinsswap-Beispiel über einen Vertrag von zwei Parteien an. Diese tauschen ihre Zinsrate für einen festgelegten Zeitpunkt miteinander.

Allerdings wird lediglich die Differenz der Raten an die andere Partei überwiesen, damit nicht unnötigerweise riesige Geldmengen bewegt werden müssen.

Für gewöhnlich – und so handhaben wir es auch in unserem Zinsswap-Beispiel – hat ein Partner einen festen und der andere Partner einen variablen Zinssatz.

Zinsswap: Konditionen

Nehmen wir als Beispiel zwei Unternehmen A und B, die untereinander die Zinsraten tauschen wollen. Unternehmen A hat einen festen Zinssatz auf einen Nennbetrag von beispielsweise 1 Mio. €.

Unternehmen B hat dagegen einen variablen Zinssatz über denselben Betrag. Die Zinsrate richtet sich dabei nach dem 6-Monats-EURIBOR.

Alternativ könnte man auch den LIBOR verwenden.

Weil diese Interbanken-Zinsraten schwanken, verändert sich entsprechend der variable Zinssatz. Doch das ist schließlich gewollt beim Zinstausch. Denn nur so kann eine der beiden Partei profitieren.

Die Zinsraten werden nun getauscht. Unternehmen A bekommt den variablen Zins und Firma B den festen.

In unserem Fall zahlt also B an A, wenn der fixe Zinssatz höher als der variable Zins ist. Andersherum zahlt A an B, wenn der EURIBOR so hoch steigt, dass die variable Rate höher als der feste Zins ist.

Zinsswap-Zahlungen

Nehmen wir einen üblichen Zinsswap über 3 Jahre zum Beispiel. Unternehmen A erhält also den 6-Monats-EURIBOR und B bekommt den festen Zins beispielsweise von 1,0% pro Jahr.

Alle 6 Monate wird demnach abgerechnet und die Zinsraten werden verglichen. Wer höher liegt als das andere Unternehmen, muss die Zinsdifferenz zahlen.

Nach dem ersten halben Jahr wird die erste Bilanz gezogen: Der 6-Monats-EURIBOR liegt bei 0,75%. Die Zinsen auf 1 Mio. € wären demnach 7.500 € pro Jahr, also 3.750 € für 6 Monate. Diesen Betrag muss Unternehmen A an Zinsen zahlen.

Die Zinsen von Unternehmen B liegen bei 1% auf 1 Mio. € und damit bei 10.000 € pro Jahr bzw. bei 5.000 € für 6 Monate. Dieser Betrag ist höher als das, was Unternehmen A zahlen muss.

Deshalb muss Unternehmen B nun die Differenz von 1.250 € (5.000 € – 3.750 €) an Unternehmen A zahlen. Steigt der 6-Monats-EURIBOR im Laufe der 3 Jahre, die der Vertrag dauert, über die 1,0% Marke – dann zahlt A die Differenz an B.

Zinsswap: Beispiel

Das Zinsswap-Beispiel zeigt, wie die Differenz in den Zinsraten umgerechnet wird und welche Partei zahlen muss.

Überwiesen wird dabei immer die Zinsdifferenz, abgerechnet wird zur jeweils kleinsten Zeiteinheit. Das bedeutet, tauscht man einen 3-Monats-Libor gegen einen 6-Monats-Festzins, wird alle 3 Monate abgerechnet.

Es gibt dabei keinerlei Vor- oder Nachteile für einen bestimmten Zinstyp. Entscheidend ist immer, wie sich der variable Zins verändert.

9. August 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.