Smart Home – gewinnbringende Investition statt Spielerei

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Wie kann technikunterstütztes Wohnen bei zielgruppenspezifischer Vermietung die Rendite steigern? Wer Smart Home hört, hat vermutlich zuerst das Bild eines […] (Foto: Scanrail1 - Shutterstock.com)

Wie kann technikunterstütztes Wohnen bei zielgruppenspezifischer Vermietung die Rendite steigern?

Wer Smart Home hört, hat vermutlich zuerst das Bild eines sprachgesteuerten Fernsehers im Kopf. Doch technikunterstütztes Wohnen ist weit mehr als eine Spielerei. Mit den richtigen Schwerpunkten bei der digitalen Aufrüstung ermöglicht Smart Home eine Wohnwertsteigerung Ihrer Immobilie – unabhängig von der Lage dieser!

Was technikunterstütztes Wohnen so besonders macht, ist der hohe Personalisierungsgrad. Damit Sie die Vorteile der technischen Feinheiten voll ausschöpfen können, sollten Sie daher Ihr Augenmerk – egal ob bei Neubau oder Aufrüstung einer Bestandsimmobilie – besonders auf Folgendes richten: Welcher Zielgruppe soll die Technologie dienen? Welchen Mieter möchte ich durch die getroffenen Maßnahmen ansprechen?

Privates Wohnen im demographischen Wandel

Wenn Sie sich Gedanken über zukunftsfähige Immobilien machen, kommen Sie an der demografischen Entwicklung nicht vorbei. Gerade im Bereich der Wohnimmobilien wird dies spürbar. Einerseits wird Wohnraum in den Städten immer knapper und wertvoller. Andererseits wird die Bevölkerung immer älter, was sich in einem steigenden Bedarf barrierefreier Immobilien niederschlagen wird. Der benötigte Wohnkomfort und Sicherheitsbedingungen, die seniorengerechtes Wohnen möglich machen, lassen sich durch technische Anpassungen erreichen.

Dazu gehören Optionen in der Lichtsteuerung sowie Fenster- und Türsensoren, Alarmsysteme und Überwachungskameras. Gerade potenzielle Mieter mit körperlichen Einschränkungen ermöglichen Sie ein längeres, unabhängiges Wohnen durch die Installation von Spracherkennungssystemen, die Arbeitsabläufe wie Lebensmittelbestellungen verarbeiten können oder Notfallalarme absetzen. Durch diese Steigerung an Komfort und Sicherheit in Ihren Wohnobjekten erschließen Sie sich eine gut situierte, unabhängigkeitsliebende Mieterschaft vorausschauender Senioren.

Mietergerechte Flexibilität durch Technik

Sie haben eine Wohneinheit seniorengerecht aufgerüstet und sorgen sich nun, im Falle eines Mieterwechsels diese Investition nicht im Mietpreis abbilden zu können, da alle Interessenten junge Familien sind? Die digitale Modernisierung Ihrer Objekte kann sich Ihren Mietern anpassen! Was dem einen als entlastende Sprachsteuerung von Haushaltsgeräten im Alter dient, kann anderen den Alltag mit Kindern erleichtern.

Alarm- und Kamerasysteme sowie Funkrauchmelder lassen sich individuell einstellen und ermöglichen Personalisierung für Ihre Mieter, die ohne diese technikgestützten Maßnahmen nur mit größeren Umbauten und Neuinvestitionen für Sie als Vermieter verbunden wäre. Und selbst alleinstehende Berufspendlern kommt das entgegen: Smart Home Systeme sind in der Lage, einzelne Elemente wie Küchengeräte von unterwegs per App zu steuern oder bei längerer Abwesenheit eine normale Hausnutzung durch Licht und TV-Betrieb zu simulieren.

Smart Home wird Smart Office

Wem es vor Corona noch nicht klar war, der sollte spätestens jetzt verinnerlicht haben: Die Arbeitswelt der Zukunft wird immer agiler und digitaler. Dienstleistungen wie Versandhandel und Onlineshopping dominieren den Markt, während sich klassische Büro-Landschaften zu Co-Working-Spaces und mobilen Arbeitsplätzen entwickeln. Als Immobilieneigentümer sollten Sie sich vorausschauend in dieser Umgebung positionieren. Wenn Sie vor allem Wohneigentum vermieten, stellen Sie sicher, dass die digitale Infrastruktur Ihrer Objekte auf Home Office-Nutzung ausgerichtet ist und Heimarbeit unterstützt.

Gerade wenn Sie gewerblich vermietet, investieren Sie vorausschauend, wenn Sie die Büroinfrastruktur so ausrüsten, dass Konferenztechnik und Datensicherheitsbarrieren leicht implementierbar sind. Modernste Sicherheitstechnik erlaubt flexible Arbeitszeiten auch in unbewachten Gebäuden über Alarmanlagen und Türsensoren. Dazu gehört bei einem Neubau auch, kabelgebundene, zuverlässige Systeme mitzuplanen. Mit diesen Maßnahmen erlauben Sie mietenden Betrieben, die Bedürfnisse von Mitarbeitern und Kunden innovativ zu bedienen, egal ob Start Up oder Familienunternehmen.

Sie selbst behalten bei der Mieterwahl langfristig die nötige Flexibilität in dieser sich wandelnden Arbeitswelt: Wenn Sie in digitale Infrastruktur beim Neubau oder der Modernisierung investieren, steht Ihnen offen, Geschäftsräume dauerhaft zu verpachten oder einzelne Einheiten flexibel als Konferenzräume oder Creativ Lab zu vermieten: Ihre technische Ausstattung wir d jedem dieser Vorhaben entgegenkommen. Somit verschaffen Sie sich einen Mehrwert, der Standortfaktoren anderer Objekte schlagen kann!

Win-Win: Modernisierungszuschlag und Energieeffizienz

Zugegeben: Die Notwendigkeit, durch technologiegestützte Immobilien zukunftsfähig zu planen, klärt noch nicht die Finanzierung dieses Vorhabens. Wer neu baut, kann die nötige kabelgebundene Unterstützung fachmännisch mit verlegen lassen. Wer Bestandsobjekte modernisiert, kann auf funkgestützte Systeme zurückgreifen und spart sich so das Aufbrechen alten Gemäuers. Sind diese Modernisierungen erst mal umgesetzt, können Sie als Vermieter einen Modernisierungszuschlag erheben.

Zusätzlich erlauben technische Optionen wie Thermostate, Stand-by-Reduktionssteckdosen und digitale Heizungssteuerung unbenutzter Räume sowohl in Privatwohnungen als auch in gewerblichen Gebäuden Energieeinsparungen. Das dankt Ihnen nicht nur die Heizkostenabrechnung, sondern auch die Umwelt – ein weiterer, nachhaltiger Standortfaktor für Ihre Immobilie und klimabewusste Mietinteressenten.

Smart Home: Förderung vom Staat mitnehmen

Immobilienbesitzer, die schnell reagieren, können beim Ausbau ihres Smart Homes auf Förderungen des Staates zurückgreifen. Seit dem 8. Januar 2020 gibt es ein neues Förderprogramm der BAFA, die die Erneuerung von Heizungen und entsprechende Smart Home-Steuerungen unterstützt.

Die genaue Summe richtet sich dabei an den tatsächlich angefallenen förderfähigen Kosten. Auch notwendige Maßnahmen im Umfeld der neuen Heizungsanlage zählen hier dazu. Hat beispielsweise eine Smart Home Steuerung Einfluss auf die Heizungssteuerung, können diese Kosten als Nebenkosten angesetzt werden.

Ist der Antragsteller nicht vorsteuerabzugsberechtigt, können die Kosten einschließlich der Umsatzsteuer angesetzt werden.

Die Fördersummen sind gedeckelt und betragen:

  • bei einem Wohngebäude maximal 50.000 Euro pro Wohneinheit
  • bei einem Gewerbegebäude maximal 3,5 Millionen Euro pro Gebäude

Tragfähig modernisieren und digital denken

Intelligent gesteuerte Heizung, Beleuchtung, Beschattung und Haushaltsgeräte werden in der Zukunft zum Alltag der meisten Menschen gehören. Durch die Flexibilisierung der Arbeitswelt kommt der digitalen Anpassungsfähigkeit von Arbeitsplätzen ein immer höherer Stellenwert zu. Wenn Sie dafür jetzt die nötige Infrastruktur schaffen, wird sich dies künftig deutlich auf Wiederverkaufswert und Vermietbarkeit Ihrer Immobilie auswirken. Schon jetzt können Sie sich damit einen Preisvorteil verschaffen, indem Sie Mietern und Käufern einen echten Mehrwert bieten.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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