Wandelanleihen: Was ist ein Chinesischer Hedge?

Ein chinesischer Hedge, auch bekannt als Reverse Hedge, ist eine Convertible Bond Arbitrage-Strategie. Bei dieser Optionsstrategie verbindet man verzinsliche Anleihen […] (Foto: MR.LIGHTMAN1975 / Shutterstock.com)

Ein chinesischer Hedge, auch bekannt als Reverse Hedge, ist eine Convertible Bond Arbitrage-Strategie.

Bei dieser Optionsstrategie verbindet man verzinsliche Anleihen mit Optionen (Wandelanleihen bzw. Convertible Bonds).

Dazu nutzt man Preisdivergenzen zwischen den Wandelanleihen und den zugrunde liegenden Aktien.

Hedge – Was ist das?

Hedgefonds sind bestimmte Investmentstrategien, bei denen mehrere Anlagegegenstände (Aktien, Anleihen, Devisen und Derivate) zunächst leerverkauft werden.

Das bedeutet, dass man zum Zeitpunkt des Geschäftsabschlusses diese Anlagen faktisch nicht besitzt. Meist sind sie geliehen (normaler Leerverkauf).

Das bedeutet, dass der Entleiher rein rechtlich gesehen diese Anlagen erwirbt und lediglich Wertpapiere gleicher Art und gleichen Marktwerts an den Verleiher zurückgeben muss.

Dabei handelt es sich seitens des Verleihers um ein Sachdarlehen mit offener Verbindlichkeit, so dass er das Risiko selbst trägt, falls etwas schiefgeht.

Es gibt auch sogenannte nackte bzw. ungedeckte Leerverkäufe (Naked Short Sale), bei denen kein Recht auf Übereignung vorlag und trotzdem mit dem vorliegenden Fremdkapital gehandelt wurde.

Die Leverage-Chance

Mit einem hohen Fremdkapital soll dann der Leverage-Effekt genutzt werden, so dass die Rentabilität des Eigenkapitals des Verkäufers steigt.

Wenn nämlich die Rentabilität des Gesamtkapitals (rGK z.B. 15%) größer ist, als der Fremdkapitalzins (rFK z.B. 10%), macht man Gewinn (Leverage-Chance) und die Eigenkapitalrentabilität steigt (rEK).

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Daher spekuliert man beim Einsatz von Fremdkapital normalerweise auf steigende Kurse, um von dieser Leverage-Chance profitieren zu können.

Wie funktioniert der chinesische Hedge?

Beim chinesischen Hedge werden Basiswerte ebenfalls leerverkauft (Short Position).

Gleichzeitig kauft man jedoch Call-Optionen (Call long) oder verkauft Put-Optionen (Put short) und spekuliert auf sinkende bzw. gleichbleibende bis leicht sinkende Kurse.

Ein normaler Hedge profitiert von Abschreibungen. (Lesen Sie dazu: „Wandelanleihen: Einfaches Top-Zins-Investment.“)

Ein chinesischer Hedge geht jedoch davon aus, dass die Aktienpreise und somit der Wert der Wandelanleihe steigen werden, während die Höhe der Wandlungsprämie sinken wird.

Das liegt daran, dass der Preis einer Wandelanleihe eng mit dem Preis der zugrunde liegenden Aktien zusammenhängt.

Wie kommt es zum Kursabfall?

Wenn der Aktienpreis niedrig ist, ist der Preis der Wandelanleihe auch niedrig.

Aber die Über- bzw. Unter-Nennwert-Emissionen des gegebenen Wandelverhältnisses sind hoch aufgrund einer potentiellen Kurserhöhung.

Sobald der Aktienpreis ansteigt, steigt auch der Preis der Wandelanleihe und mindert den Umtauschgewinn, weil damit eine potentielle Kurserhöhung unwahrscheinlich geworden ist.

Je nach Zinsrate der jeweiligen Wandelanleihe, kann ein chinesischer Hedge eine preiswerte und relativ risikofreie Strategie sein, von einer abfallenden bzw. gleichbleibenden Kursveränderung zu profitieren.


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.