Wohnraum für Studenten: Förderung durch Bundesländer möglich

Wohnraum für Studenten ist knapp und durch staatliche Förderung soll der Bau von Wohnungen für Investoren attraktiver werden.

Studentenwohnungen werden oft als lukrative Investition beschrieben, da die Nachfrage hoch ist und die Zahl der Studenten in Deutschland konstant ansteigt (2,7 Mio. in 2014/15, 2,75 Mio. in 2015/16 und 2,8 Mio. in 2016/17). Dennoch scheuen sich viele Investoren vor dem Investment in studentischen Wohnraum.

Verschiedene Institutionen wie zum Beispiel das Bundesbauministerium oder der Freistaat Bayern unterstützen daher den Bau von Studentenwohnungen, um ihn weiter voranzutreiben. Einige Landesbanken haben ebenfalls besondere Angebote für die Förderung von studentischem Wohnraum.

Wohnraum für Studenten: Die Förderung kann von verschiedenen Personen in Anspruch genommen werden

Alle Angebote richten sich an natürliche Personen und an juristische Personen des privaten oder öffentlichen Rechts, also an Privatpersonen, Unternehmen, öffentliche Einrichtungen oder Kommunen.

Folgende Förderstellen gibt es unter anderem für interessierte Investoren:

  • Freistaat Bayern (fördert nur studentischen Wohnraum in Bayern, pro Bauplatz werden bis zu 32.000 € zur Verfügung gestellt)
  • Bundesland Thüringen (mit Bayern vergleichbarer Zuschussanteil)
  • Bundesland Hessen mit der WIBank (Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen) für mehr Studentenwohnraum in Hessen
  • Bundesland NRW mit der NRW.BANK für mehr Studentenwohnraum in Nordrhein-Westfalen
  • Bundesbauministerium (gesamtes Fördervolumen 120 Mio. €)
  • Bundesland Hamburg (allerdings nur als verzinsliches Darlehen)

Alle Bundesländer außer Bremen und das Saarland fördern den Bau von Studentenwohnheimen mit Zuschüssen, die Höhen dieser Zuschüsse variieren allerdings stark. In Berlin gibt es zwar Absichtserklärungen zur Förderung von studentischem Wohnraum, die Förderung ist aber immer noch unkonkret und nur schwer messbar.

Die Zuschüsse gibt es nur unter bestimmten Voraussetzungen

Um die Förderangebote in Anspruch zu nehmen, müssen meist viele Kriterien erfüllt werden. So dürfen die Wohnheimsplätze je nach Anbieter nur bedürftigen Studierenden zur Verfügung gestellt und gewisse Miet-Obergrenzen müssen eingehalten werden. Auch muss der tatsächliche Bedarf für studentischen Wohnraum am geplanten Standort evaluiert werden.

Das Deutsche Studentenwerk appellierte schon 2014 offen an alle Bundesländer, die noch keine konkrete Förderung für den Wohnraum von Studenten vorgesehen hatten, dieses Vorhaben voranzutreiben. Auch die Studierendenzahlen sprechen dafür: Jedes Jahr strömen mehr junge Menschen an die Universitäten und der bezahlbare Wohnraum in vielen beliebten Studentenstädten wie Hamburg, München oder Köln wird immer knapper.

Lohnt sich der Bau von Studentenwohnungen für Investoren?

Dennoch zögern viele Investoren, ihr Geld in den Bau von Studentenwohnheimen zu stecken, da die Renditen häufig niedrig sind. Der Bau verschlingt viel Geld und die laufenden Kosten sind hoch. Anbieter wollen Anreize schaffen, indem die Studentenwohnungen zu einem späteren Zeitpunkt auch in barrierefreie Wohnungen für altersgerechtes Wohnen umgewandelt werden können. Mit diesem Modell könnten mehr Investoren angelockt werden.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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