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Aktiensplits in Nahaufnahme: Vor- und Nachteile unter der Lupe

Sie werden zunächst erfahren, was genau ein Aktiensplit ist, was die Gründe für eine solche Maßnahme sind und – abschließend – was die Folgen von Aktiensplits sind. Zudem werden Sie erfahren, dass es auch das Gegenteil eines Aktiensplits gibt.

Erklärung von Aktiensplits am Beispiel von Fielmann

Vor einiger Zeit führte das bekannte deutsche Unternehmen Fielmann einen Aktiensplit im Verhältnis von 1:2 durch (= 2 neue Aktien für 1 alte Aktie). Das bedeutet vereinfacht gesagt, dass sich der Kurs der Fielmann-Aktie in etwa halbierte.

Dafür verdoppelte sich jedoch im Gegenzug die Anzahl der Fielmann-Aktien und somit auch die Anzahl der Fielman-Aktien in den Depots der Fielmann-Aktionäre.Bei einem Aktiensplit handelt es sich um eine Maßnahme, mit der Aktien optisch attraktiver (billiger) werden sollen.

Der häufigste Grund für einen Aktiensplit ist ein Kurs im drei- oder vierstelligen Bereich. Kostet eine Aktie 100 oder gar 1.000 Euro, dann erscheint sie rein optisch sehr teuer. Das schreckt mögliche Investoren ab.

Testen Sie sich selbst: Wenn eine Aktie 1.000 und die andere Aktie 10 Euro kostet, würden Sie tendenziell nicht auch eher bei der 10-Euro- Aktie zugreifen? Ein rein psychologischer Effekt, da der Kurs nichts darüber aussagt, ob die Aktie fundamental günstig oder teuer ist.

Das wird noch deutlicher, wenn Sie daran denken, dass viele Anleger eine feste Summe pro Aktienposition investieren. Unter dem Strich ist es egal, ob Sie 1 Aktie zu 1.000 Euro oder 100 Aktien zu 10 Euro kaufen. Sie investieren jeweils 1.000 Euro.

Das Problem „optisch“ hoher Kurse löst ein Aktiensplit: Die Zahl der Aktien wird vervielfacht (im Fall von Fielmann verdoppelt). Dadurch reduziert sich der Kurs pro Aktie. Die Aktien wirken danach günstiger – und somit attraktiver. Durch diesen Mechanismus fließt dem Unternehmen jedoch kein „frisches“ Geld zu.

Für Sie als Anleger hat ein Aktiensplit im ersten Schritt keine große Bedeutung. Wenn ein Unternehmen zum Beispiel einen Aktiensplit von 1:2 vornimmt, wird jede alte Aktie gegen zwei neue „umgetauscht“. Durch diese Vorgehensweise verdoppelt sich der Aktienbestand, und der Aktienkurs halbiert sich. Der Gesamtwert Ihrer Aktien-Position ändert sich also nicht.


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Bei einem Aktiensplit werden die bisherigen Aktien eingezogen und durch Aktien mit einem niedrigeren Nennwert ersetzt. Für Sie auch wichtig: Die Wertpapierkennnummer (WKN) und die International Securities Identificiation Number (ISIN) bleiben gleich.

Die historische Kursentwicklung wird angepasst

Normalerweise hätte ein Aktiensplit im Chart (dem optischen Kursverlauf) einen Kurseinbruch zur Folge.

Bei einem 1:2 Aktiensplit, bei dem zwei neue Aktien für eine alte Aktie ausgegeben werden, würden sich sowohl der Nominalwert als auch der Kurswert plötzlich halbieren, was unerfahrene Anleger zu dem Glauben verleiten könnte, dass der Kurs um 50% eingebrochen sei.

Daher werden die historischen Kurse in vielen Chart und Kursanalyseprogrammen automatisch angepasst, so dass ein Aktiensplit in der Grafik nicht zu erkennen ist.

In den meisten Darstellungen der Handelssysteme sind die Zeitpunkte von Splits jedoch gekennzeichnet. Gleiches gilt für die Handelsvolumen, die sich in diesem Beispiel – in Stück betrachtet – plötzlich verdoppeln würden.

Aktiensplits können positive Kursentwicklungen begünstigen

Generell kann ein Aktiensplit eine positive Kursentwicklung einer Aktie fördern – tut dies aber nicht zwangsläufig. Daher sollten Sie nicht davon ausgehen, dass die Kursentwicklung durch einen solchen Schritt automatisch begünstigt wird.

Die Ankündigung eines Aktiensplits ist isoliert betrachtet noch kein Kaufgrund. Zwar können Sie in den meisten Fällen davon ausgehen, dass ein Aktiensplit neue Investoren anspricht, dennoch sollten Sie vor einem Kauf unbedingt die Gesamtlage des Unternehmens analysieren und die Perspektiven des Unternehmens in die Bewertung mit einbeziehen. Der Aktiensplit ist dann nur ein zusätzlicher Pluspunkt.

Das Gegenteil eines Aktiensplits ist ein sogenannter Reverse-Split

Das genaue Gegenteil eines Aktiensplits ist ein sogenannter Reverse-Split. Auf deutsch heißt das so viel wie Aktienzusammenlegung. Während ein Aktiensplit dazu dient, den Kurs einer Aktie optisch günstiger aussehen zu lassen, dient ein Reverse-Split dazu, den Kurs optisch teurer aussehen zu lassen.

Mit einem Reverse-Split können jedoch auch andere Ziele verfolgt werden. Wenn die Aktien eines Unternehmens zu sehr niedrigen Börsenkursen – genauer gesagt unter dem Nennwert der Aktien – gehandelt werden, ist es nach dem deutschen Aktiengesetz dem Unternehmen untersagt, neue Aktien zu emittieren, da neue Aktien nicht unter dem Nennwert der alten Aktien ausgegeben werden dürfen.

Das bedeutet konkret, dass dann keine Kapitalerhöhung mehr möglich ist und sich eine Aktiengesellschaft kein frisches Geld mehr an der Börse besorgen kann. Die Angst davor veranlasste beispielsweise die Commerzbank im vergangenen Jahr dazu, einen Reverse-Split durchzuführen.

Aktienzusammenlegung bzw. Reverse-Split am Beispiel der Commerzbank

Durch den Reverse-Split fand bei der Commerzbank im vergangenen Jahr eine Aktienzusammenlegung im Verhältnis 10:1 statt. Der Wert der Commerzbank- Aktie verzehnfachte sich dadurch. Die Commerzbank- Aktionäre waren dadurch allerdings nicht plötzlich reicher als vorher, da sie für 10 alte Aktien jeweils nur 1 neue Aktie erhielten.

Wie schon erwähnt, entschloss sich die Commerzbank zu diesem Schritt, da der Aktienkurs zuvor drohte, unter die 1-Euro-Marke zu fallen. Und das wiederum hätte dazu geführt, dass für die Commerzbank keine Kapitalerhöhung mehr möglich gewesen wäre, was bedeutet hätte, dass die Commerzbank nicht mehr in der Lage gewesen wäre, neues Geld über die Börse einzusammeln.

Kurz nachdem die Commerzbank den Reverse-Split durchgeführt hatte, folgte übrigens eine Kapitalerhöhung, da die Bank dringend Geld benötigte, um zuvor erhaltene Staatshilfen zurückzuzahlen.

Fazit: Aktiensplits und Reverse-Splits sind weder pauschal gut noch pauschal schlecht

Abschließend und zusammenfassend lässt sich sagen, dass Aktiensplits und Reverse-Splits weder grundsätzlich gut noch grundsätzlich schlecht sind. Aktiensplits führen zwar oftmals dazu, dass die Aktie in der Folge wegen des optisch günstigeren Kurses neue Investoren anzieht und dadurch steigt.

Doch dies ist keinesfalls automatisch so und daher auch keine „Gewinn-Garantie“. Ein positives Beispiel aus diesem Jahr ist übrigens die Apple-Aktie. Aber dies nur am Rande.

Kommen wir jetzt zu einem Reverse-Split: Dieser ist nicht unbedingt schlecht, nur weil ein Unternehmen sich die Möglichkeit einer Kapitalerhöhung offenhalten will. Sie sollten sich aber fragen, warum die Aktie vorher so tief gefallen ist. Oft ist das ein Warnsignal.

18. November 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.