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Deckungsbeitrag berechnen leicht gemacht

Wer ein Unternehmen gründet, muss mit laufenden Kosten rechnen, den betrieblichen Fixkosten.

Diese können zum Beispiel aus Mieten oder Gehaltszahlungen bestehen. Diese Kosten müssen durch Einnahmen gedeckt werden, die sich durch den Verkauf der Produkte ergeben.

Anhand des Deckungsbeitrages kann der Unternehmer feststellen, wie hoch er seine Verkaufspreise anlegen oder welche Mengen er absetzen muss, um seinen Betrieb wirtschaftlich zu halten.

Hierbei wird unterschieden zwischen Stückdeckungsbeitrag und Gesamtdeckungsbeitrag. Es handelt sich jeweils um einen sogenannten absoluten Deckungsbeitrag. Beide sind leicht zu berechnen.

Deckungsbeitrag berechnen: Der Stückdeckungsbeitrag

Wie der Name bereits vermuten lässt, steht beim Stückdeckungsbeitrag ein einzelnes Produkt im Mittelpunkt. Genauer gesagt: Er gibt Aufschluss darüber, welcher Anteil beim Verkaufserlös eines einzelnen Produktes der Abdeckung der Fixkosten zukommt.

Die Formel, um den Deckungsbeitrag pro Stück zu berechnen, lautet:

Formel  

Deckungsbeitrag-Formel je Stück

$$\bo\text"Deckungsbeitrag"↙\text"(je Stück)"=\text"Stückpreis " -\text"variable Kosten je Stück"$$
Ergebnis berechnen

Variable Kosten sind hierbei die Produktionskosten, die für ein einzelnes Produktionsstück vom Unternehmen aufgewendet werden müssen.

Ein Beispiel: Ein schwedischer Tischler stellt handgefertigte Kommoden in seinem Handwerksbetrieb her. Diese bietet er zu einem Verkaufspreis von 300 € pro Stück an. Für jeden Schrank benötigt er Sperrholz im Gegenwert von 150 €.

Hieraus lässt sich ein Deckungsbeitrag pro Stück in Höhe von 150 € berechnen (300 € – 150 €).

Deckungsbeitrag berechnen: Der Gesamtdeckungsbeitrag

Der Gesamtdeckungsbeitrag wird dann nützlich, wenn es darum geht, mit einer Absatzmenge zu kalkulieren und die Gesamtheit der Deckungsbeiträge mit den anfallenden Fixkosten zu vergleichen.

Im Umkehrschluss gibt er dem Unternehmer darüber Aufschluss, wie viele Einheiten eines Produktes er absetzen müsste, um sein Unternehmen wirtschaftlich zu halten – oder zumindest keinen Verlust zu machen, sollten die laufenden Kosten den Gesamtdeckungsbeitrag übersteigen.

Die Formel, um den gesamten Deckungsbeitrag zu berechnen, lautet:

Formel  

Den Gesamtdeckungsbeitrag berechnen (Methode B)

?
Der Gesamtdeckungsbeitrag wird auch erzeunisbezogener Deckungsbeitrag genannt. Es gibt zwei verschiedene Methoden um den Gesamtdeckungsbeitrag zu berechen. Beide Methoden führen zum selben Ergebnis.
$$\bo\text"Gesamtdeckungsbeitrag"=\text"Deckungsbeitrag "↙\text"(je Stück)" *\text"Absatzmenge"$$
Ergebnis berechnen

Die Variable der Absatzmenge wird hierbei vom Unternehmer eingesetzt, der zunächst abschätzen muss, wie viele Einheiten seines Produktes er vermutlich absetzen kann.

Der schwedische Tischler hat sich eine kleine Werkstatt angemietet. Mit der Miete für seine Maschinen kommt er auf monatliche Fixkosten von 1.500 €.

Er rechnet damit, monatlich 4 Kommoden anfertigen und verkaufen zu können. Somit ergibt sich ein Gesamtdeckungsbeitrag von 600 € (150 € x 4). Dies reicht nicht aus, um die Kosten zu decken.

Um nun wiederum aus dem Deckungsbeitrag eine erforderliche Absatzmenge zu berechnen, muss die Formel nur leicht umgestellt werden:

Absatzmenge = Gesamtdeckungsbeitrag / Stückdeckungsbeitrag

Der Tischler müsste also 10 Kommoden pro Monat verkaufen, um seine monatlichen Fixkosten auszugleichen (1.500 € / 150 €).

Relativer Deckungsbeitrag: Der Faktor Zeit

Er könnte auch überlegen, ein Produkt herzustellen, welches vielleicht günstiger im Verkaufspreis ist, dafür jedoch weniger Herstellungszeit erforderlich machen würde.

Der Tischler entscheidet sich für die Anfertigung von Holzstühlen. Er errechnet den Stückdeckungsbeitrag und kommt auf einen Wert von 50 € pro verkauftem Stuhl.

Dieser liegt absolut zwar deutlich unterhalb der 150 € für eine Kommode, jedoch braucht er auch deutlich weniger Zeit.

Er schafft im Monat im Schnitt 40 Stühle und kommt so auf einen Gesamtdeckungsbeitrag von 2.000 € (50 € x 40).

Zwar sind die Stühle weniger einträglich als eine Kommode, da er jedoch deutlich mehr davon im gleichen Zeitraum herstellen kann, ist der relative Deckungsbeitrag höher – und somit letztlich auch der Gesamtdeckungsbeitrag.

15. Mai 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Max Fassbender
Von: Max Fassbender. Über den Autor

Max Fassbender arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.