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Die Weltbank – Kritik und Verbesserungsmaßnahmen

Es sind ehrenhafte Ziele, die die Weltbank verfolgt: Die Bekämpfung der Armut und die Unterstützung wenig entwickelter Länder. Zur Erreichung dieser Ziele wird oftmals mit der Vergabe von Krediten gearbeitet, welche zweckgebunden sind und an Auflagen geknüpft werden.

Was auf den ersten Blick nach Solidarität und selbstloser Hilfe aussieht, wird jedoch auch immer wieder von verschiedenen Organisationen und Verbänden kritisiert. Eine Betrachtung der von der Weltbank initiierten Maßnahmen zeigt, inwieweit diese Kritik gerechtfertigt ist und auf welche Weise die Weltbank dieser Kritik begegnet und möglichen Fehlentwicklungen vorbeugt.

Großes Stimmgewicht bei Industrienationen

Ein erster Kritikpunkt ergibt sich aus der Struktur der Weltbank: Ihre Kapitaleigner sind ihre Mitgliedstaaten. Der jeweilige Kapitalanteil eines Landes hängt wiederum von der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit ab. Starke Industrienationen wie die USA oder Deutschland haben somit einen größeren Kapitalanteil an der Weltbank als ein Entwicklungsland.

Von dem jeweiligen Kapitalanteil hängt jedoch auch das Stimmrecht der einzelnen Nationen ab. Damit verfügen die starken Industrienationen auch über das höchste Stimmgewicht. Dies mag zunächst fair klingen, da diese Länder auch den größten finanziellen Beitrag leisten. Es wird jedoch vielfach kritisiert, dass die Industrienationen bei ihren Entscheidungen vor allem eigene Interessen verfolgen.

Gerade im Hinblick auf Liberalisierung und Privatisierung der Wirtschaft würde das Ziel der Armutsbekämpfung klar verfehlt werden, was man daran erkenne, dass die Arbeitslosigkeit steigen und Bildung oder medizinische Versorgung für die Betroffenen nicht mehr bezahlbar wäre.

Umweltschutz lange vernachlässigt

Doch auch in Sachen Umweltschutz sieht sich die Weltbank Kritik ausgesetzt. Umweltschutzorganisationen merken immer wieder an, dass die wirtschaftliche Entwicklung zu sehr im Vordergrund stünde.

In der Vergangenheit wurden von der Weltbank beispielsweise Staudammprojekte unterstützt, die ökologisch und sozial bedenkliche Folgen hatten. Große Gebiete wurden unter Wasser gesetzt, Lebensräume zerstört und Menschen umgesiedelt.

Auch die Förderung von Kohle-, Gas- und Ölprojekten wurde häufig kritisch betrachtet. Klimaverträgliche Energieprojekte kämen hier viel zu kurz, so die Kritiker. Bis in die 1990er Jahre unterstützte die Weltbank zudem die Abholzung von Tropenwäldern, was den Entwicklungsländern zwar Devisen brachte, unter ökologischen Gesichtspunkten aber katastrophal war.

Die Weltbank im Wandel

Die Weltbank hat die Pflicht, mit der Zeit zu gehen und sich den Veränderungen anzupassen. Im Jahr 2010 wurde ein erster Schritt getan, als die Stimmgewichtung neu geregelt wurde. Seitdem haben einige der großen Nationen – darunter auch Japan und Deutschland – an Mitspracherecht eingebüßt. Einige Schwellenländer hingegen konnten von der Anpassung erheblich profitieren.

So verfügt China mittlerweile über mehr Stimmanteile als Deutschland. Auch Brasilien und Indien legten stark zu. Doch auch in Sachen Umweltschutz und Nachhaltigkeit hat die Weltbank Besserung gelobt, sie unterstützt nun beispielsweise Länder dabei, gegen illegalen Holzschlag vorzugehen.

Es wird aber weiterhin Kritik geben und es werden vermutlich nie alle Seiten zufriedengestellt sein. Dafür ist die Aufgabe der Weltbank viel zu komplex und es sind zu viele Interessen im Spiel.

7. September 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sebastian Grünewald. Über den Autor

Sebastian Grünewald ist freier Autor und Redakteur mit mehrjähriger Erfahrung. Er vermittelt einer breiten Leserschaft ökonomische Zusammenhänge und Themenfelder wie private Vorsorge und Geldanlage mit einfachen Worten.