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Digitale Währungen: Ist Ether eine echte Alternative zu Bitcoin?

Digitale Währungen wie Bitcoin sind auf dem Vormarsch, lassen sich so Zahlungen nicht nur anonym, sondern auch wesentlich schneller und kostengünstiger abwickeln, als über das klassische Bankensystem.

Zudem gibt es bei den sogenannten Krypto-Währungen keine oberste Instanz wie zum Beispiel eine Notenbank, die bestimmt, wie viel Geld de facto in Umlauf kommt. Spezielle Verschlüsselungstechniken auf Basis mathematischer Funktionen sollen dafür sorgen, dass digitale Währungen weiterhin knapp und damit wertvoll bleiben.

Neben der sicherlich bekanntesten Krypto-Währung Bitcoin haben sich zuletzt weitere digitale Währungen wie Ripple, Litecoin oder Monero etablieren können. Der größte Aufstieg gelang jedoch der neuen Krypto-Währung Ethereum bzw. Ether, die inzwischen als echte Alternative zu Bitcoin gilt.

Was ist Ethereum bzw. Ether?

Ethereum wurde ursprünglich als Weltcomputer-Projekt vom russischen IT-Spezialisten Vitalik Buterin im Jahr 2013 aus der Taufe gehoben. Der 22-jährige Buterin treibt das Projekt vom Schweizer Zug aus voran.

Ähnlich wie Bitcoin basiert Ethereum auf der Blockchain-Technologie, eine dezentral arbeitende Datenbank, in der Finanztransaktionen für jeden nachvollziehbar dargestellt werden. Bei Finanztransaktionen im Rahmen der Blockchain werden keine Namen veröffentlicht, sondern nur Prüfsummen und Schlüsselcodes. Die zugehörige Währungseinheit von Ethereum wird als Ether bezeichnet.

Ether werden durch sogenanntes Mining generiert. Dabei werden Transaktionen gebündelt und in Gruppen bzw. Blocks zusammengefasst. Für einen erfolgreich gebündelten Block erhält der Miner als Gegenleistung für die zur Verfügung gestellte Rechenleistung die digitale Währung Ether gutgeschrieben.

Ethereum ist die zweitgrößte digitale Währung

Ethereum gilt inzwischen als die zweitgrößte Krypto-Währung nach Bitcoin, wobei mittlerweile Ether im Wert von 1,09 Mrd. US-$ im Umlauf sind. Zum Vergleich: Der Börsenwert aller Bitcoins liegt derzeit bei 9,5 Mrd. US-Dollar.

In 2016 ist der Ether-Kurs bereits kräftig gestiegen. Ein Ether (kurz ETH) kostet bereits 0,0216 Bitcoin bzw. 11,5 € bzw. 13 US-$, nachdem der Kurs zu Jahresbeginn noch bei 0,002 Bitcoin lag – damit ist der Wert im Vergleich zu Jahresbeginn um rund 1.000% gestiegen.

Ist Ether eine Alternative zu Bitcoin?

Ether ist ähnlich aufgebaut wie Bitcoin, jedoch gibt es auch Unterschiede. So wird Ether von einem vollständig eigenen Softwaresystem getragen. Dieses System bietet die Möglichkeit, nicht nur mit der Währung Ether zu handeln, sondern auch programmierbare und intelligente Verträge, sogenannte Smart Contracts abzuschließen.

Über diese Smart Contracts – Computerprotokolle, die Verträge abbilden oder prüfen – lassen sich Verträge selbstständig ausführen, sobald ein bestimmtes Ereignis eintritt. Dadurch können zum Beispiel Versicherungs- oder Stromversorgerverträge eingerichtet und automatisiert abgewickelt werden.

Aufgrund der flexiblen Einsatzmöglichkeiten der Ethereum-Blockchain ist die virtuelle Währung für viele potenzielle Anwender aus der Geschäftswelt interessant. So experimentiert zum Beispiel der deutsche Stromkonzern RWE mit Ethereum, um Abrechnungsprozesse zu automatisieren.

Fazit: Krypto-Währungen haben Potenzial, stecken aber noch in den Kinderschuhen

Viele Krypto-Experten loben Ether als Alternative zu Bitcoin, bietet die Krypto-Währung deutlich mehr Möglichkeiten (Smart Contracts) als die Bitcoin-Plattform. Allerdings ist auch die digitale Währung Ether nicht unangreifbar. Auch hier kam es zuletzt zu spektakulären Diebstählen.

So entstand der virtuellen Investmentfirma „The DAO“ (Decentralized Autonomous Organization) in diesem Jahr durch einen Hack, bei dem Ether gestohlen wurden, ein Schaden von umgerechnet 55 Mio. US-$. Der Ether-Kurs stürzte daraufhin kurzzeitig um mehr als 40 % auf 12 US-$ ab.

Zwar wollen die in der Schweiz ansässigen Entwickler (Ethereum Foundation) die aktuelle Ethereum-Version (Frontier) noch stabiler, sicherer und zugänglicher machen, doch bleiben weiter Fragen nach der Sicherheit und Massentauglichkeit.

Anleger und Otto-Normal-Verbraucher müssen sich keine Sorgen machen, dass digitale Währungen wie Bitcoin und Ethereum dem Papiergeld in Kürze den Rang ablaufen. Vielmehr bedarf die Technik, die hinter digitalen Währungen wie dem Bitcoin steht, noch Nachbesserungen, um die Sicherheit zu erhöhen und um größere Transaktionsvolumen zu ermöglichen.

Als Geldanlageobjekt sind digitale Währungen wie Bitcoin und Ether zwar interessant, jedoch sollten Anleger Bitcoin & Co aufgrund der Schwankungen und Risiken nicht etwa als Altersvorsorge sehen, bestenfalls als Depotbeimischung.

7. Oktober 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands