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Ertragswertverfahren und DCF-Verfahren: Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Steht für Privatpersonen oder Investoren die Bewertung eines Unternehmens, einer Immobilie oder eines Projektes an, so gibt es verschiedene Methoden, um den Wert zu ermitteln. Die bislang in Deutschlands gängigste Methode, um den Wert eines Unternehmens oder einer nicht zum Eigennutz bestimmten Immobilie zu ermitteln, ist das Ertragswertverfahren. In den letzten Jahren ist allerdings das Discounted-Cash-Flow-Verfahren (DCF-Verfahren) auf dem Vormarsch.

Gemeinsamkeiten von Ertragswertverfahren und DCF-Verfahren

Eine Gemeinsamkeit, die das Ertragswertverfahren und das DCF-Verfahren von beispielsweise dem Substanz- oder Vergleichswertverfahren unterscheidet, ist die zeitliche Perspektive. Beide Wertermittlungsverfahren sind zukunftsorientiert. Das heißt, dass bei der Wertermittlung nur zukünftige Daten von Bedeutung sind.

Da für die Wertberechnung gegenwärtig noch unbekannte Zahlen herangezogen werden, können Ertragswertverfahren und DCF-Verfahren nie absolut exakte Werte ermitteln. Zwar werden die verwendeten Daten an Hand von Zahlen der letzten und des aktuellen Jahres ermittelt. Allerdings bleiben sie immer ein Stück weit spekulativ, da sie ja Resultat einer Prognose sind.

Darüber hinaus ist beiden Verfahren gemein, dass sie auf einen erwartbaren Wert abstellen. Sie geben also Auskunft darüber, ob sich die Investition in oder das Halten von einem Unternehmen/einer Immobilie voraussichtlich lohnen wird oder nicht. Bei der Berechnung des Wertes wird in beiden Fällen die Kapitalwertmethode angewendet.

Zudem erfolgt die Ermittlung jeweils für mehrere Zeitphasen. Daneben sind beide Methoden Gesamtwertverfahren. Das heißt, dass stets der gesamte Wert eines Unternehmens, eines Projektes oder einer Immobilie ermittelt wird und nicht nur der eines Teilbereiches.

Unterschied zwischen Ertragswertverfahren und DCF-Verfahren

Der Hauptunterschied zwischen den beiden Methoden liegt in den namensgebenden Bezugsgrößen. So werden beim Ertragswertverfahren zukünftige Erträge des Unternehmens (der Immobilie etc.) als Ausgangspunkt herangezogen. Von diesen ausgehend erfolgt dann die Berechnung des Wertes.

Beim DCF-Verfahren werden dagegen zukünftige Cash-Flows, die diskontiert werden, als Ansatzpunkt gewählt. Ein weiterer Unterschied liegt darin, dass das Ertragswertverfahren immer einen Nettoansatz hat, während das DCF-Verfahren je nach Variante auch einen Bruttoansatz haben kann.

Entscheidend für die Wahl einer der beiden Verfahren kann der Zweck der Bewertung sein. Steht bei der Wertermittlung das Interesse an Marktpreisen im Vordergrund, so ist das DCF-Verfahren besser geeignet. Sind dagegen individuelle Entscheidungswerte vorrangig, so empfiehlt sich das Ertragswertverfahren.

Ein weiteres entscheidendes Kriterium kann die Unternehmensgröße sein. So macht ein DCF-Verfahren eher für große Unternehmen Sinn, für kleine ist dagegen das Ertragswertverfahren praktikabler. Die Wertermittlung bei der Ertragswertmethode erfolgt immer direkt, während dies beim DCF-Verfahren auch indirekt erfolgen kann.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass es zwischen dem Ertragswertverfahren und dem DCF-Verfahren einige methodische Unterschiede gibt. In Hinblick auf alternative Wertermittlungsverfahren ähneln sie sich insgesamt aber mehr, als dass sie sich unterscheiden.

12. September 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.