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Aktien: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) und was es damit auf sich hat

In der Börsensprache wimmelt es von Abkürzungen – ein Beispiel: das KGV. KGV bei Aktien steht für das Kurs-Gewinn-Verhältnis, wie es ausgeschrieben genannt wird.

Ein Leser des Börsenbriefs „Personal Finance“ fragte kürzlich die Redaktion um Rat: „Was bedeutet eigentlich KGV genau? Soll ich einsteigen, wenn eine Aktie ein niedriges KGV hat?“

Was das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) bei Aktien zu bedeuten hat

Die Angelsachsen nennen das KGV „Price-Earnings-Ratio“. Bei uns heißt es Kurs-Gewinn-Verhältnis.

Das KGV zeigt Ihnen an, mit welchem Vielfachen des Jahresgewinns ein Unternehmen an der Börse bewertet wird.

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis können Sie ganz einfach berechnen: KGV ist gleich Aktienkurs, geteilt durch Gewinn pro Aktie.

Formel  

Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)

?
Mit dem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) kann untersucht werden, wie billig oder teuer eine Aktie im nationalen oder internationalen Vergleich abschneidet.
$$\bo\text"KGV" = \text"aktueller Aktienkurs" / \text"Gewinn je Aktie"$$
Ergebnis berechnen

Allerdings ist ein Vergleich von Unternehmen nur innerhalb einer Branche wirklich sinnvoll.


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Aktien sehr konjunkturabhängiger Unternehmen (sogenannte Zykliker) wie die aus der Bau- und Stahlbranche oder dem Maschinenbau werden an der Börse in der Regel mit deutlich niedrigeren Bewertungen gehandelt als Papiere stetig wachsender Unternehmen. An dieser Stelle sind andere Vergleichsinstrumente also besser geeignet.

Hohes KGV: andere Kaufargumente entscheidend

Eine zusätzliche Faustregel: Wenn Sie als Anleger in eine Aktie investieren, deren KGV klar über 20 liegt, sollten Sie andere sehr gute Kaufargumente haben. Vorsicht: Auch auf die jeweils aktuellen Lieblinge des Marktes mit den höchsten KGVs zu setzen kann ein Fehler sein. Denn wer ständig mehr als das 20-fache des Gewinns je Aktie bezahlt, verschenkt auf lange Sicht viel Geld.

Niedriges KGV: bei Aktien keine Erfolgsgarantie

Andersherum aber gilt das Gleiche: Ein niedriges KGV ist noch lange kein Garant für den Erfolg. Denn es könnte einen Grund für die geringe Bewertung geben, wenn nämlich die Gewinnschätzungen zurückgenommen werden müssen.

Niedriges KGV: wenig Kurspotential – die Gründe

  • Das jeweilige Unternehmen hat eine geringe Umsatz- und Gewinndynamik.
  • Es hat geringe Ressourcen (Beispiel: eine Minengesellschaft mit fast erschöpften Erzvorkommen).
  • Laufende Klagen belasten die zukünftigen Gewinnaussichten.
  • Mischkonzerne werden fast immer mit einem Abschlag gehandelt (Ausnahme: Berkshire Hathaway von Warren Buffett).
  • Unternehmen aus Branchen mit geringen Wachstumsaussichten werden niedrig bewertet (Beispiel Automobilindustrie: zahlreiche Unternehmen mit einstelligem Kurs-Gewinn-Verhältnis).

Niedriges KGV – ab wann es ein Kaufargument sein kann

Entdecken Sie ein Unternehmen mit niedrigem Kurs-Gewinn-Verhältnis, sollten Sie zuerst dessen direkte Mitbewerber in Bezug auf deren jeweiliges KGV prüfen – das ist der 1. Schritt.

Die 2. Frage dreht sich um die Wachstums- und Gewinnaussichten der ganzen Branche im Allgemeinen und insbesondere des betreffenden Unternehmens. Frage 3 ist die nach möglichen Klage-Risiken.

Fallen alle Punkte positiv aus, dann ist das niedrige KGV ein wichtiges Kaufargument, aber selbstverständlich nicht das einzig entscheidende. Laufen Sie also nicht blind in eine ungünstige Investition.

31. Januar 2008

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.