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Pflegestufen: Beispiele für Bedürftige und Angehörige

Pflegebedürftigkeit ist sowohl für den Hilfsbedürftigen wie auch die pflegenden Angehörigen kein leichtes Los. In welchem Umfang Leistungen von der Pflegekasse zu erwarten sind, ist von der Einordnung in die entsprechende Pflegestufe abhängig. Diese Einordnung ist wiederum von mehreren Faktoren abhängig, der Zeitfaktor spielt aber eine entscheidende Rolle.

Anhand von Fallbeispielen der einzelnen Pflegestufen lassen sich die Voraussetzungen für eine Feststellung der Pflegebedürftigkeit durch die Pflegekasse am besten darstellen.

Einordnung in Pflegestufen

Die Pflegekassen unterscheiden 3 Pflegestufen. In der 1. Pflegestufe wird noch von einer erheblichen Pflegebedürftigkeit gesprochen, in der Pflegestufe 2 schon von einer Schwerpflegebedürftigkeit und in der Pflegestufe 3 von einer Schwerstpflegebedürftigkeit.

Voraussetzungen für die Pflegestufe 1 sind mindestens 46 Minuten Grundpflege am Tag. Der tägliche Pflegeaufwand muss bei mindestens 90 Minuten liegen, davon müssen 2 Tätigkeiten auf die Grundpflege entfallen.

Diese Zeiten erhöhen sich je nach Pflegestufe: während in der Pflegestufe 2 noch 120 Minuten für die Grundpflege veranschlagt werden und die Pflege an 3 verschiedenen Zeiten am Tag stattfindet, werden in der Pflegestufe 3 240 Minuten für die tägliche Grundpflege berechnet, zudem besteht eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung.

Pflegestufe 1: Beispiel

Ein älterer Mann mit eingeschränktem Bewegungsapparat lebt allein im eigenen Haushalt. Er benötigt Hilfe beim Aufstehen und beim Waschen, beim Bücken entstehen Schwierigkeiten, so dass der Mann Hilfe beim Anziehen der Unterbekleidung benötigt.

Jeden zweiten Tag kommt die Tochter vorbei, badet ihren Vater, versorgt ihn mit vorgekochtem Essen und erledigt weitere Hausarbeiten. In diesem Fall sind die Voraussetzungen der Pflegestufe 1 erfüllt, da sowohl die Zeit als auch die Hilfen der 1. Pflegestufe entsprechen.

Das Pflegegeld wird in Höhe von 244 € sowie 468 € als Sachleistung, also Dienstleistungen wie die häusliche Pflege ambulanter Pflegedienste, ausgezahlt. Wird dem älteren Mann auch noch Demenz bescheinigt, betragen das Pflegegeld 316 €, die Sachleistungen 689 €.

Pflegestufe 2: Beispiel

Eine ältere Dame lebt mit ihrer alleinstehenden Tochter in einem gemeinsamen Haushalt. Die Dame kann sich nicht mehr alleine waschen, nur noch teilweise ihre Zähne putzen oder sich ankleiden. Dies übernehmen morgens die Tochter und abends ein Pflegedienst, während die Tochter noch arbeitet.

Essen und Trinken nimmt die ältere Dame nur nach mehreren Aufforderungen zu sich, dies jedoch ohne weitere Hilfestellungen seitens der Tochter. Die hauswirtschaftlichen Tätigkeiten werden vollständig von der Tochter übernommen. Dies entspricht der Pflegestufe 2.

Das Pflegegeld beträgt in dieser Pflegestufe 458 € (mit Demenz 545 €), die Sachleistungsbeträge sind mit 1.144 € (1.298 €) veranschlagt.

Pflegestufe 3: Beispiel

Ein älterer Herr lebt zusammen mit seiner Ehefrau in einem gemeinsamen Haushalt. Der Mann benötigt sowohl beim Waschen, der Zahnpflege und dem Ankleiden Hilfe. Auch beim Essen muss der Mann mehrmals zur Mitarbeit aufgefordert werden, die bloße Hilfestellung reicht oftmals nicht mehr aus. Der Toilettengang wird nicht mehr regelmäßig selbstständig ausgeführt, auch nachts sind Toilettengänge notwendig. Innerhalb der Wohnung muss jeder Gang von der Ehefrau betreut werden.

Diese sehr zeitintensiven Tätigkeiten rund um die Uhr entsprechen den Voraussetzungen der Pflegestufe 3. 728 € Pflegegeld und 1.612 € in Sachleistungen bezahlt die Pflegekasse.

Härtefallregelung

In besonders schwerwiegenden Pflegefällen bietet auch die Pflegestufe 3 nicht ausreichend Hilfe. Dies ist der Fall, wenn auch nachts immer 2 Pfleger gleichzeitig benötigt werden. Für die Anerkennung einer Härtefallregelung sind täglich 7 Stunden Pflegebedarf notwendig, davon müssen 2 Stunden auf die Nacht entfallen. Die Höhe der Zahlungen für Sachleistungen erhöht sich bei diesen Härtefällen auf 1.995 €.

4. Februar 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sonja Hüsken. Über den Autor

Schon vor ihrem Studium der Volkswirtschaftslehre beschäftigte sich Sonja Hüsken intensiv mit dem Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft und der Frage nach der richtigen Vorsorge. Immer im Fokus: Der Mehrwert der Information für den Leser.