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Privatinsolvenz für Selbstständige – wie man den Schulden entkommt

Nicht nur Angestellte dürfen eine Insolvenz beantragen. Auch Selbstständige haben darauf ein Recht. Gründe gibt es viele, warum eine Geschäftsidee letztlich scheitern kann. Entscheidend ist jedoch, wie es danach weitergeht.

Wohlverhaltensperiode

Dieser Begriff fällt regelmäßig im Zusammenhang mit der Privatinsolvenz für Selbstständige. Gemeint ist damit der Zeitraum, ab wann einem die Schulden erlassen werden. Vor 1999 dauerte diese Verjährungsfrist ganze 30 Jahre. Glücklicherweise ist man aber zu dem Entschluss gekommen, dies zu verkürzen.

Der Schuldner würde nämlich so jeglicher Lebensperspektive beraubt und dadurch sei auch die Motivation, die Schulden zurückzuzahlen, minimal – so die Begründung für die Änderung. Aktuell beträgt die Wohlverhaltensperiode 6 Jahre. Die Frist beginnt mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens.


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Pflichten des Schuldners

Natürlich muss der Schuldner auch seinen Teil erfüllen, um in den Genuss der Rechtsschuldbefreiung zu kommen. Dazu zählt unter anderem, eine angemessene Erwerbstätigkeit auszuüben. Wenn er keine hat, muss er sich um eine bemühen. Zumutbare Arbeit darf er nicht ablehnen.

Ein weiterer Punkt ist das Erbe. Kommt der Schuldner während der Wohlverhaltensperiode zu Vermögen, so darf er die Hälfte behalten, muss aber die andere Hälfte dafür verwenden, die Gläubiger auszubezahlen. Geht der Schuldner einer selbstständigen Tätigkeit nach, muss er genauso Zahlungen an den Treuhänder leisten, als wäre er angestellt.

Am Ende der 6 Jahre entscheidet das Insolvenzgericht nach Anhörung aller Parteien, ob der Schuldner seine Pflichten erfüllt hat und ob eine Rechtsschuldbefreiung wirksam wird.

Welche Schulden zuerst begleichen?

Hat man mehrere Gläubiger, denen man Geld schuldet, werden zwei weitere leicht übersehen. Genau diese beiden sollten aber immer als erstes ihr Geld bekommen. Es handelt sich dabei um das Finanzamt und die Krankenkasse. Beide verstehen beim Thema ausbleibende Schulden wenig Spaß und sollten deshalb immer zuerst bedient werden.

Weiterhin als Selbstständiger arbeiten

In Abstimmung mit den Gläubigern ist es auch möglich, sein Unternehmen weiterhin zu betreiben. Ein entsprechender Insolvenzplan muss dabei vorgelegt werden, der festsetzt, welche Zahlungen regelmäßig an die Gläubiger gehen werden. Ist der Betrieb dadurch freigegeben, zählt er nicht mehr zur Insolvenzmasse und man kann die Arbeit als Selbstständiger fortführen.

Die ersten Schritte

Muss man die Privatinsolvenz für Selbstständige in Anspruch nehmen, stellt man selbst den Antrag. Es bleiben einem dabei mehrere Optionen, wie man die nächsten 6 Jahre weiterleben kann. Dabei ist auch der Erhalt des Unternehmens möglich und vor allem ein Weiterführen nach der Wohlverhaltensperiode.

Wenngleich dieser Weg natürlich mit schmerzhaften Einbußen versehen ist, so macht die neue Gesetzgebung vieles leichter und ermöglicht beiden Parteien einen fairen Konsens.

10. Oktober 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.