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Privatinsolvenz: Voraussetzungen

Die so genannte Privatinsolvenz ist eine Möglichkeit für einen verschuldeten Privathaushalt, aus der Finanzmisere fremdgesteuert herauszukommen und einen Neuanfang zu ermöglichen.

Offiziell wird dies übrigens als Verbraucherinsolvenz bezeichnet und streng von Insolvenzverfahren für Firmen bzw. jegliche Unternehmen unterschieden.

Voraussetzungen für die Privatinsolvenz

Dies ist auch der Grund dafür, warum nicht jeder einfach ohne Vorkenntnisse den Weg der Privatinsolvenz gehen kann: einige bestimmte Voraussetzungen müssen dafür erfüllt sein.

Insgesamt gibt es vier wichtige Voraussetzungen, die Sie beachten müssten, wenn Sie eine Privatinsolvenz anstreben wollen:

  • Sie müssen eine (im juristischen Sinne) „natürliche Person“ sein.
  • Sie dürfen nur ehemals selbstständig bzw. Kleingewerbe schaffend gewesen ein.
  • Sie dürfen keine offenen Verbindlichkeiten aus Beschäftigungsverhältnissen mit Arbeitnehmern haben.
  • Sie dürfen nur maximal zwanzig Gläubiger aufweisen.

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Verbraucherinsolvenz: So sieht der Ablauf aus

Wenn diese Privatinsolvenz-Voraussetzungen erfüllt sind, geht es an den schrittweise festgelegten Ablaufplan.

Oberstes Ziel soll zunächst sein, sich außergerichtlich mit den Gläubigern zu einigen. Dabei hilft der so genannte „Schuldenbereinigungsplan“, der eine detaillierte Auflistung der geplanten Rückzahlungsmöglichkeiten enthält.

Der Schuldenbereinigungsplan legt auch sämtliche privaten Einkommen und Ausgaben offen.

Sollte eine derartige Einigung nicht möglich sein, muss das offiziell bescheinigt werden. Dazu sind aber nur spezialisierte Anwälte und anerkannte Schuldnerberatungsstellen autorisiert.

Zu Beginn einer Privatinsolvenz sollte man sich also um Kontakt zu solch einer Beratungsstelle bemühen, damit auch alles weitere seinen ordentlich-offiziellen Gang nehmen kann.

Außergerichtliche vs. gerichtliche Einigung

Sollte auch nur einer der Gläubiger mit dem Schuldenbereinigungsplan unzufrieden sein, gilt die außergerichtliche Einigung als gescheitert.

In diesem Fall sollten Sie sich das Scheitern von Ihrem Anwalt oder offiziellen Berater bescheinigen lassen und das gerichtliche Insolvenzverfahren anstreben.

Mit Einreichen der Bescheinigung kann dieses Verfahren dann eröffnet werden. Das gerichtliche Insolvenzverfahren unterscheidet sich nicht sonderlich vom vorherigen außergerichtlichen Vorgehen.

Auch hierbei wird den Gläubigern der Schuldenbereinigungsplan vorgelegt, darüber hinaus aber auch Ihr komplettes Vermögensverzeichnis.

Der Unterschied besteht nun darin, dass nur noch die Hälfte der Gläubiger dem Bereinigungsplan zustimmen muss.

Hier ist also eine größere Übereinstimmung unter den Gläubigern gefragt. Ansonsten kann das Gericht die Zustimmung der ausstehenden Parteien einfach ersetzen.

Wenn es auch in diesem Fall zu keiner Einigung kommt – weil beinahe alle Gläubiger den Bereinigungsplan abgelehnt haben – wird das eigentliche Verfahren der Privatinsolvenz eröffnet.

Vom Treuhänder verwaltet

Das Gericht setzt als erstes einen Treuhänder ein, der fortan Ihr gesamtes verbliebendes Vermögen verwaltet. Dazu gehören auch alle pfändbaren Werte, von denen zuallererst die Gerichtskosten zu begleichen sind.

Der Rest wird dann entsprechend einer so genannten Insolvenztabelle, in der alle Forderungen und Forderungsgründe ausgeführt sind, an die jeweiligen Gläubiger verteilt.

Im Anschluss daran beginnt die Restschuldbefreiung, die in der Regel bis zu 6 Jahre dauert – nach einer juristischen Neuerung in diesem Bereich sind nun allerdings bereits Restschuldbefreiungen innerhalb von 3 Jahren möglich.

In dieser Zeit wird ein gewisser Anteil des Einkommens an den Treuhänder abgetreten, der davon wiederum die Gläubiger gemäß der Insolvenztabelle ausbezahlt.

Lesen Sie dazu mehr zum Thema: Privatinsolvenz trotz Arbeit. Sofern sich der Schuldner in der Zeit der Privatinsolvenz gesetzeskonform und kooperativ verhält, kann er nach Ablauf der Frist einen Antrag auf Restschuldbefreiung stellen.

Dieser Antrag wird genehmigt, sofern weder von Seiten des Gerichts noch aus Sicht der Gläubiger bzw. des Treuhänders Auflagen verletzt wurden.

Ein genehmigter Antrag auf Restschuldbefreiung hat zur Folge, dass sämtliche übriggebliebenen Forderungen der Gläubiger verfallen und der Privatinsolvente damit nunmehr wieder schuldenfrei ist.

1. August 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.