MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Riesterförderung: Elternzeit ist Prämienzeit

Besonderheiten gibt es bei der Riesterförderung in der Elternzeit. Es gilt die Einkommensstruktur und die Beitragszahlung zu beachten.

Da die Kindererziehungszeit gleichzeitig eine Pflichtversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung auslöst, steht jedem Elternteil in Elternzeit (früher auch als Erziehungsurlaub bezeichnet) die Förderung nach dem Riester-Modell offen.

Diese Pflichtversicherung löst eine sogenannte unmittelbare Berechtigung aus. Das gilt ab dem 1. Monat nach der Geburt und dann für insgesamt maximal 36 Monate.

Riesterförderung in der Elternzeit: Der Mindesteigenbeitrag

Während der Elternzeit sollten Sie darauf achten, dass Sie den Mindesteigenbeitrag einzahlen, um in den Genuss der vollen Förderung zu kommen.

Im ersten Jahr der Elternzeit gilt – wie sonst auch für den Riester-Vertrag – die Regelung, dass sich der Mindesteigenbeitrag am Vorjahreseinkommen orientiert.

Das heißt, auch wenn im ersten Jahr der Elternzeit keine oder nur geringe Einkünfte vorliegen, müssen Sie 4 Prozent Ihres Vorjahreseinkommens in den Riester-Vertrag einzahlen, um die vollen Zulagen zu erhalten.

Bei Gutverdienern ist dieser Beitrag bei 2.100 Euro pro Jahr gedeckelt, wobei die fälligen Zulagen abgerechnet werden. In den folgenden Jahren der Elternzeit sind dann nur noch 60 Euro fällig, wenn Sie keine weiteren Einkünfte haben.

Weitere Kinder bedeuten Verlängerung der Zulagen

Die Elternzeit gilt für eine maximale Dauer von 36 Monaten. Wenn Sie während dieser Zeit ein weiteres oder mehrere Kinder bekommen, hat das Auswirkungen auf Ihre Riester-Rente.

Denn die Zeit der Pflichtversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung verlängert sich um die Anzahl der sogenannten nicht genutzten Monate.

Wenn Sie also 2 Jahre nach der Geburt Ihres ersten Kindes noch ein Kind bekommen, sind die restlichen 12 Monate Elternzeit des ersten Kindes nicht verloren. Sie sind dann nach der Geburt des 2. Kindes insgesamt 48 Monate in der Pflichtversicherung in der Elternzeit berücksichtigt.

Somit sind Sie auch während dieser Zeit voll riesterberechtigt und können die Riesterförderung während der Elternzeit in Anspruch nehmen.

Riesterförderung wird bei Nichtberechtigten durch Elternzeit aktiviert

Besonders interessant ist die Elternzeit für den Personenkreis, der bislang nicht berechtigt war, die Riesterförderungen in Anspruch zu nehmen.

Hierzu gehören insbesondere nicht rentenversicherungspflichtige Selbständige oder Mitglieder von berufsständischen Versorgungseinrichtungen (z. B. Ärzte, Rechtsanwälte, Architekten, etc.).

Um Riesterzulagen zu erhalten, muss die selbstständige Tätigkeit für den Zeitraum der Elternzeit aufgegeben werden

Beiträge zahlen nicht vergessen

Jährlich verschenken Millionen Sparer ihre Beiträge, da beispielsweise vergessen wird den Mindesteigenbeitrag von 60 Euro im folgenden Kalenderjahr in der Elternzeit zu leisten.

Wichtig: Im 1. Jahr nach der Elternzeit muss ebenfalls nur der Mindesteigenbeitrag in den Riester-Vertrag eingezahlt werden, auch wenn Sie bereits wieder voll arbeiten, denn auch dann dient das Vorjahreseinkommen als Berechnungsgrundlage.

Wer vor der Elternzeit nicht gearbeitet und den Riester Vertrag als mittelbar Berechtigte abgeschlossen hat, muss während der Elternzeit ebenfalls den Sockelbetrag von 60 Euro in Ihren Riester Vertrag einzahlen.

Fazit: Riestern kann sich auch in der Elternzeit lohnen

Waren Sie bis zuletzt berufstätig, müssen Sie auch im 1. Jahr der Elternzeit den vollen Beitrag zur Riester Rente leisten, weil sich die Förderung immer anhand Ihres Vorjahresbruttoeinkommens bemisst.

In den folgenden zwei Jahren müssen Sie den Mindesteigenbeitrag von 60 Euro im Jahr bezahlen, um Ihre Förderung aufrecht zu erhalten. Bleiben Sie danach weiterhin zuhause, entfällt die Beitragszahlung. Außer Sie erwarten erneuten Nachwuchs.

Nicht Berufstätige, die über Ihren Ehepartner förderberechtigt sind, müssen während der Elternzeit 3 Jahre lang ebenfalls den Mindestbeitrag von 60 Euro leisten, weil sonst kein Anspruch auf Förderung besteht.

30. November 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Christian Klein. Über den Autor

Christian Klein hat durch eine Ausbildung in der Finanzbranche und ein anschließendes Studium mit Schwerpunkt BWL weitreichende Erfahrungen im Wertpapierhandel sammeln können. Aus persönlichem Interesse setzt er sich weiterhin mit Finanzpolitischen Themen sowie detaillierten Analysen auseinander. Als privater Anleger mit mehr als zehn Jahren Erfahrung befasst er sich mit technischer Analyse und deren Zusammenhang im täglichen Marktgeschehen.