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ROCE – Rentabilitätskennzahl aus Gewinn und Kapital

ROCE bedeutet Return on Capital Employed, also der Gewinn aus dem eingesetzten Kapital in einem Unternehmen. Als eingesetztes Kapital wird jedoch nur das langfristige Kapital angesehen.

Hierzu gehören Eigenkapital und langfristiges Fremdkapital wie langlaufende Bankdarlehen, Pensionsrückstellungen oder Anleihen.

Die Berechnung des ROCE

Für die Berechnung des ROCE wird das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT – Earnings before Interests and Taxes) mit dem eingesetzten Kapital verglichen – das durchschnittlich gebundene Kapital wird dabei durch das EBIT dividiert.

Dabei ist das Grundprinzip klar: Liegt der ROCE höher als die Kapitalkosten, dann wird ein positiver Wertbeitrag erzielt.

Sinnvoll ist es jedoch, diese Aussage nur dann zu treffen, wenn der ROCE über mehrere Zeiträume ermittelt und verglichen wird.

Interpretation und Verwendung des ROCE

Je nachdem, wie das gebundene Kapital ermittelt wird, kommt es zu unterschiedlichen Ergebnissen.

Insofern ist auch davon auszugehen, dass Unternehmen die Kennzahl ROCE mit unterschiedlichen Bilanzpositionen und abweichenden Kriterien berechnen – es ist daher Vorsicht bei der Interpretation geboten.

Um einen Einblick in die Berechnungsmethode zu erhalten, lohnt sich der Blick in das jeweilige Glossar des betrachteten Unternehmens. Hier werden im Regelfall die Grundlagen der Berechnungen offengelegt. Anhand des ROCE wird nach Prüfung der Berechnungsmethode dann deutlich, welche Verzinsung das gebundene Kapital aufgrund der Unternehmung abwirft.

Beträgt der ROCE beispielsweise 9%, die Aufnahme von langfristigem Fremdkapital aber nur 6%, so ist dies für die Unternehmenseigner positiv, da hierdurch eine Gewinndifferenz von 3% entsteht.

Dies ist jedoch nur der theoretische Effekt, natürlich muss das neu aufgenommene Fremdkapital ähnlich gut investiert werden, damit die Rechnung nach wie vor aufgeht.

Ähnlichkeiten zum Return on Investment (ROI)

Die Kennzahl ROCE ähnelt in der Berechnung der Kennzahl Return on Investment.

Auch hier wird die Gesamtkapitalrendite ermittelt. Allerdings wird beim ROI im Gegensatz zum ROCE das EBIT durch das Gesamtkapital geteilt.

Das gebundene Kapital bei der ROCE-Berechnung fällt geringer aus, da dieses noch um Liquidität und kurzfristige Verbindlichkeiten bereinigt ist.

Das ROI kann unter Umständen eher als Kennzahl für den Investor betrachtet werden, da diese Zahl ausdrückt, wie der Unternehmensgewinn im Verhältnis zum Gesamtkapital steht.

Die Kennzahl ROCE ist eher für den internen Gebrauch gedacht und kann als wegweisende, strategische Kennzahl angesehen werden, die, über mehrere Perioden betrachtet, Auskunft über die Entwicklung der Kapitalperformance geben kann.

2. Januar 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Christian Klein. Über den Autor

Christian Klein hat durch eine Ausbildung in der Finanzbranche und ein anschließendes Studium mit Schwerpunkt BWL weitreichende Erfahrungen im Wertpapierhandel sammeln können. Aus persönlichem Interesse setzt er sich weiterhin mit Finanzpolitischen Themen sowie detaillierten Analysen auseinander. Als privater Anleger mit mehr als zehn Jahren Erfahrung befasst er sich mit technischer Analyse und deren Zusammenhang im täglichen Marktgeschehen.