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Sonderdividenden – Definition einer Extrawurst mit vielen Facetten

Was sind Sonderdividenden und was bedeuten sie für den Anleger? Der Reiz von Dividenden liegt ja darin, dass sie einer der Haupttreiber für die Performance im Depot sind. Der Begriff Sonderdividende klingt da natürlich verheißungsvoll.

Sonderdividenden – Definition und Auswirkungen

Für Sonderdividenden findet sich zunächst eine nüchterne Definition: Es sind einmalige Ausschüttungen an die Aktionäre. Damit ist allerdings noch nichts darüber gesagt, wie sie sich auswirken, wer davon profitiert und ob sie steuerpflichtig sind.

Der Anlass und die steuerliche Bewertung können verschieden sein. Die Definition in Wikipedia etwa zieht das ganze von der betriebswirtschaftlichen Seite auf und nennt als Grund „überschüssiges Kapital und ungenutzte freie Verschuldungskapazitäten“. Genaugenommen müsste man von ungenutztem überschüssigem Kapital sprechen.

Ausschüttung verbessert Eigenkapitalrendite

Wenn nämlich ein Unternehmen über Geld verfügt, das es nicht sinnvoll investieren oder nur zu mickrigen Zinsen anlegen kann, so drückt das Eigenkapitalrendite. Das Management greift dann bei Bedarf lieber auf Fremdkapital zurück und reduziert das Eigenkapital, indem es das überschüssige Geld an die Aktionäre ausschüttet.


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Der Geldüberschuss kann etwa aus aufgelösten Rücklagen oder außerplanmäßigen Einnahmen stammen. Das können natürlich auch mal extrem hohe Gewinne sein. In der Regel aber haben Sonderdividenden nichts mit ungewohnt guten Ergebnissen zu tun.

Unternehmenssanierung und Finanzamt

Beispielsweise wenn die Geschäfte trotz optimal investierten Kapitals nicht so gut laufen und auch das überschüssige Geld daran nichts ändern würde. Eine andere Konstellation bei schlechten Umsätzen ist die Unternehmenssanierung. Nokia z.B. hatte im Frühjahr seine verlustreiche Handysparte verkauft.

Damit floss dem Konzern außerplanmäßig Geld in die Kasse. Die Aktionäre bekamen eine Sonderdividende. Seitdem hat sich Nokia stabilisiert und den Turnaround erst mal geschafft.

In derartigen Fällen sollten Anleger nicht dem Trugschluss erliegen, die Sonderausschüttung sei komplett steuerfrei, weil es sich um bereits versteuertes Eigenkapital handelt. Zur Berechnung werden vom erzielten Kaufpreis die Kosten und der Buchwert der verkauften Sparte abgezogen. Alles darüber ist steuerpflichtig.

Taktik: Extrawurst pflegt Aktionäre

Sonderdividenden werden von Unternehmen meist taktisch und mit Kalkül eingesetzt. Klassisches Beispiel ist die Abwehr gegen feindliche Übernahmen. Das Unternehmen verringert sein Vermögen und bindet zugleich dankbare Aktionäre an sich, die dann nicht bereit sind, ihre Aktien zu verkaufen.

Aber auch Firmenjubiäen sind ein beliebter Anlass und nicht selten dienen Sonderdividenden als schlichtes Lockmittel für Aktionäre. Doch Achtung, die Extrawurst ist Geld, das ohnehin den Gesellschaftern gehört.

Bedenklich ist dies vor allem dann, wenn das Kapital im Unternehmen dringend gebraucht würde. Wer aufs schnelle Geld aus ist, kann dies natürlich nutzen. Langfristig orientierte Anleger jedoch lassen die Finger davon.

Einfluss auf den Kurs

Sonderdividenden werden so wie reguläre Ausschüttungen vom Aktienkurs abgezogen. Es ist also nicht so, dass ein Aktionär in jedem Fall um 20% oder 45% reicher wird. Der Kurs kann am Tag nach der Auszahlung durchaus deutlich unter den Dividendenabzug rutschen.

Vor allem wenn viele die Aktie nur wegen der Sonderausschüttung gekauft haben, um sie sofort wieder abzustoßen. Gerade bei Titeln mit niedrigeren Umsätzen führt der Kursdruck dann zu herben Verlusten.

Allerdings kann auch genau das Gegenteil eintreten. Wenn der Markt den Anlass für die Sonderdividende positiv aufnimmt, steigt der Kurs nicht nur spekulationsbedingt bis zum Zahltag. Bringt etwa der Verkauf einer Unternehmenssparte die Geschäfte voran, so wird er bald darauf sogar stärker ansteigen. Bei Nokia war dies der Fall.

5. Dezember 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.