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Staatlicher Konsum: Deutschland als Verbraucher

Ohne Konsum läuft in unserer Welt heutzutage nichts mehr. Wir konsumieren täglich und annähernd überall und täten wir dies nicht würde unser Wirtschaftssystem zusammenbrechen. Jedoch ist der Otto-Normal-Verbraucher nicht der einzige Konsument, der sich auf das Ausgeben von Geld versteht.

Auch der Staat tätigt eine Reihe von Ausgaben, die unter dem Stichwort „staatlicher Konsum“ oder „Staatsverbrauch“ zusammengefasst werden. Der Begriff Staatsverbrauch ist jedoch insoweit irreführend, als dass der Staat diese Leistungen nicht selbst verbraucht oder für eigene Zwecke erbringt. Zum öffentlichen Sektor gehören dabei der Bund, die Kantone und die Gemeinden.

Mehr dazu: Demonstrativer Konsum: „Sehen und gesehen werden“ lautet das Motto.

Die Dreiteilung der Konsumausgaben

Unter dem Begriff Konsum versteht man im Allgemeinen den Verzehr und/oder Verbrauch von Gütern. Im volkswirtschaftlichen Sinne steht die Bezeichnung für den Kauf von Gütern des privaten Gebrauchs oder Verbrauchs durch Konsumenten. Die Konsumausgaben gliedern sich grundsätzlich in 3 Kategorien:

  1. Die privaten Konsumausgaben: Zu den privaten Konsumausgaben oder dem privaten Verbrauch gehören Waren und Dienstleistungen, die von Privathaushalten in Anspruch genommen werden. Hierzu gehören demnach Arbeitnehmer und -geber ebenso wie Rentner, Arbeitslose oder Studenten. Auch Fahrzeuge und Möbel sind Teil der privaten Ausgaben, während Immobilien jedoch zu den Investitionsausgaben gerechnet werden.
  2. Die Konsumausgaben privater Organisationen: Zu dieser Ausgabengruppe zählen zum Beispiel Kirchen oder Gewerkschaften.
  3. Die staatlichen Konsumausgaben: Der sogenannte Staatsverbrauch beinhaltet all jene Dienstleistungen, die der Staat nicht auf dem Markt anbietet.

Die Konsumausgaben des Staates im Überblick

Die Konsumausgaben des Staates sind im Einzelnen im Europäischen System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen (ESVG) aus dem Jahr 1995 aufgeführt. Das ESVG ist das einheitliche System der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen innerhalb der Europäischen Union und wird verwendet, um die europäischen Volkswirtschaften miteinander vergleichbar zu machen.

Grundsätzlich gliedert sich der staatliche Konsum in den Individualkonsum und den Kollektivkonsum.

Zu dem Individualkonsum gehören unter anderem:

  • das Unterrichtswesen
  • das Gesundheitswesen
  • die soziale Sicherung
  • Sport und Erholung
  • Kultur
  • Wirtschaft und Sport

So beinhaltet der Individualkonsum zum Beispiel alle laufenden Kosten wie die Gehaltszahlungen für Lehrer und Beamte, welche der Staat aufzubringen hat. Außerdem zählt zu diesem staatlichen Ausgabenpaket die Bereitstellung von Wohnungen, die Hausmüll- und Abwasserentsorgung sowie der Betrieb von Verkehrsnetzen.

Der Kollektivkonsum beinhaltet beispielsweise:

  • die Verwaltung der Gesellschaft
  • die Gewährleistung von Sicherheit und Verteidigung eines Landes
  • die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und geltenden Gesetzgebung
  • die Aufrechterhaltung der öffentlichen Gesundheit
  • der Umweltschutz
  • Forschung und Entwicklung
  • die Infrastruktur und Wirtschaftsförderung

Der staatliche Konsum Deutschlands im Wandel der Zeit

Der mit Abstand größte Ausgabenblock der Bundesrepublik Deutschland betrifft die soziale Sicherung, das heißt Renten, Pensionen, Arbeitslosengeld, Sozialhilfe und so weiter. Ein Großteil des Geldes wird zwar von der Sozialversicherung bereitgestellt, den Rest müssen jedoch Bund, Länder und Gemeinden auffangen. Im Klartext: Die soziale Sicherung wird unter anderem auch von Steuermitteln finanziert.

In diesem Punkt hat in den letzten Jahren jedoch eine fundamentale Veränderung in Deutschland stattgefunden. Während der Staat seine Mitarbeiter noch im Jahr 1970 im Wesentlichen ernährte, trägt er heute dazu bei, dass das Einkommen der meisten Bundesbürger für den eigenen Lebensunterhalt ausreicht. Hierzu dienen beispielsweise das Kindergeld oder der Bundeszuschuss zur Rentenversicherung.

Mehr dazu: Bruttoinlandsprodukt: Deutschlands Wachstum in Zahlen.

Es wird deutlich: Staatlicher Konsum bedeutet nicht, dass der Staat Ausgaben für den eigenen Verbrauch tätigt, wie beispielsweise der normale Verbraucher Kartoffeln zum eigenen Verzehr kauft. Denn ein Großteil der staatlichen Ausgaben kommt dem Volk zugute, indem er beispielsweise in die Bildung oder die Infrastruktur eines Landes investiert wird.

6. September 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.