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Statische Amortisationsrechnung – ab wann Gewinne erzielt werden

Für einige Investitionen des Staates ist das Geld bis heute nicht wieder hereingekommen. Woran könnte das liegen?

Entweder war der Kapitaleinsatz zu hoch oder die Einnahmen stimmen nicht, wodurch sich die Dauer der Amortisation hinzieht. Dieses Dilemma ließe sich vermeiden, wenn vor Beginn der Investition geklärt wird, wie viel Zeit sie benötigen wird, um das Anfangskapital wieder zu erlangen.

Amortisationsrechnung: Hilfsmittel zur Zielermittlung

Mit der statischen Amortisationsrechnung kann der Zeitraum ausgerechnet werden, in der sich die Investitionsausgaben selbst finanziert haben – die sogenannte Amortisationszeit.

Diese Berechnung ist eine Form der statischen Investitionsrechnung und setzt voraus, dass die jährlichen finanziellen Rückflüsse in gleicher Höhe anfallen.

Vorteilhaft ist oftmals die Investition, die sich am schnellsten amortisieren wird beziehungsweise den schnellsten Kapitalrückfluss bietet.

Formel der statischen Amortisationsrechnung

Wer eine Investition plant und diese in die Realität umsetzen möchte, hat immer Anschaffungskosten und Anschaffungsnebenkosten – die sogenannten Kapitalkosten.

Von diesen Kapitalkosten kann nun – falls vorhanden – der Restwert der Anlage abgezogen werden, der dem Liquidationserlös am Ende der Nutzungsdauer entspricht.

Damit ergeben sich die Anschaffungsausgaben. Bei der statischen Amortisationsrechnung wird nun das Verhältnis zwischen den Ausgaben und dem durchschnittlichen Jahresrückfluss errechnet. Wobei sich die Rückflüsse aus den jährlichen Gewinnen vor Zinsen und den Abschreibungen zusammensetzen.

Damit ergibt sich für die Amortisationszeit folgende Formel:

t = Anschaffungsausgaben / durchschnittlicher Jahresrückfluss

t = ( A – RW ) / ( G + AfA )

t = Amortisationszeit

A = Kapitaleinsatz

RW = Restwert

G = jährlicher Gewinn vor Zinsen

AfA = jährliche Abschreibung

Amortisationsrechnung: Beispiel

Die Geschäftsführung eines Unternehmens möchte eine neue Maschine kaufen, die sich bereits nach 4 Jahren amortisiert haben soll.

Damit will der Betrieb so schnell wie möglich seine Anfangsinvestition wieder zurückerhalten. Nur dann lässt sich die Maschine möglichst gewinnbringend nutzen.

Die Anschaffungskosten belaufen sich auf 400.000 € und die Maschine hat eine Nutzungsdauer von 10 Jahren. Der Abschreibungsverlauf soll linear verlaufen.

Damit ergibt sich eine jährliche Abschreibung von 40.000 €.

Die Geschäftsführung geht ferner davon aus, dass die Maschine durchschnittlich jährliche Gewinne von 70.000 € einfährt. Daraus ergibt sich folgende Formeldarstellung:

t = ( 400.000 € – 0 € ) / ( 70.000 € + 40.000 € )

t = 3,64 Jahre

Die Maschine benötigt lediglich 3,64 Jahre statt der geforderten 4 Jahre, um sich zu amortisieren. Eine Investition in diese Maschine lohnt sich also für die Firma.

Nicht immer gilt: Je schneller, desto besser         

Die Amortisationsrechnung ermöglicht dem Unternehmen, einzuschätzen, nach welchem Zeitraum sich eine Investition auszahlen wird.

Häufig entscheidet sich das Unternehmen für eine Variante mit der schnellsten Amortisation, um so das Risiko einer Fehlinvestition zu minimieren.

Doch kann eine Investition, die etwas mehr Zeit benötigt, auf Dauer ertragreicher sein. Denn übersteigen die gesamten jährlichen Gewinne nach der Amortisationszeit die gesamten Gewinne der schnelleren Variante bei Weitem, ist die langsamere Variante die ertragreichere.

Die Amortisationsrechnung sollte daher nicht als einzige Entscheidungsrechnung herangezogen werden, sondern ist nur als Zusatz anzusehen.

31. Juli 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Michael Kempe
Von: Michael Kempe. Über den Autor

Der diplomierte Betriebswirt (FH) und ausgebildete Finanzjournalist beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Kapitalmarkt – im Besonderen mit Aktien, Fonds und CFDs.